Jah­res­bi­lanz des bay­ern­ha­fen Bam­berg: „Krea­ti­ver Umgang mit der Res­sour­ce Fläche“

bayernhafen Bamberg: Schiffsgüterumschlag Walzdraht

bay­ern­ha­fen Bam­berg: Schiffs­gü­ter­um­schlag Walzdraht

Geschäfts­jahr 2017 im bay­ern­ha­fen Bam­berg: Güter­um­schlag per Bin­nen­schiff und Bahn 592.083 t – ein Rück­gang von 6,5 %; eige­ne Inves­ti­tio­nen von 4,6 Mio. Euro; Con­tai­ner­ver­kehr +0,5 %

Der bay­ern­ha­fen Bam­berg, der zusam­men mit den Hafen-Stand­or­ten Aschaf­fen­burg, Nürn­berg, Roth, Regens­burg und Pas­sau zur bay­ern­ha­fen Grup­pe gehört, setz­te auch 2017 sei­ne Stra­te­gie fort, dem Güter­trans­port per Schiff und Bahn best­mög­li­che Rah­men­be­din­gun­gen zu bie­ten. So stieß die bay­ern­ha­fen Grup­pe 2017 im bay­ern­ha­fen Bam­berg Inves­ti­tio­nen in Höhe von 4,6 Mio. Euro an. 2017 wur­den im bay­ern­ha­fen Bam­berg 592.083 t Güter über die umwelt­freund­li­che­ren Ver­kehrs­trä­ger Schiff und Bahn umge­schla­gen, 6,5 % weni­ger als im Vor­jahr. Ein Plus von 0,5 % gab es beim Containerverkehr.

Der Janu­ar 2017 war in Tei­len Süd­deutsch­lands der käl­tes­te seit drei­ßig Jah­ren: 3½ Wochen lang, bis Mit­te Febru­ar, muss­te die Schiff­fahrt auf dem Main-Donau-Kanal und der baye­ri­schen Donau wegen der Eis­la­ge ein­ge­stellt wer­den. Ent­spre­chend ging der Schiffs­gü­ter­um­schlag im ers­ten Quar­tal 2017 deut­lich gegen­über 2016 zurück. Dies konn­te im bay­ern­ha­fen Bam­berg übers Jahr nicht wie­der auf­ge­holt wer­den. So erreich­te der bay­ern­ha­fen Bam­berg 2017 beim Schiffs­gü­ter­um­schlag 270.230 t, ein Rück­gang um 16,4 % (53.160 t) gegen­über 2016. Maß­geb­lich dafür waren ins­be­son­de­re Rück­gän­ge im Bereich der Güter­klas­sen Dün­ge­mit­tel und Ande­re Nah­rungs- und Fut­ter­mit­tel, wobei letz­te­re zusam­men mit land‑, forst­wirt­schaft­li­chen Erzeug­nis­sen knapp zwei Drit­tel des Schiffs­gü­ter­um­schlags ausmachen.

Per Bahn wur­den 2017 im bay­ern­ha­fen Bam­berg 321.853 t umge­schla­gen, ein Plus von 3,9 % (11.957 t) gegen­über 2016.
Wei­ter­hin sta­bil ent­wi­ckelt sich der Con­tai­ner­um­schlag: Mit 25.089 TEU (*twen­ty foot equi­va­lent unit – 1 TEU ent­spricht einem 20-Fuß-Con­tai­ner) im Geschäfts­jahr 2017 liegt die Men­ge auf Vor­jah­res­ni­veau (24.962 TEU in 2016).

Der bay­ern­ha­fen Bam­berg ist per Con­tai­ner­zug vier­mal die Woche ver­bun­den mit den deut­schen Nord­see­hä­fen Ham­burg und Bre­mer­ha­ven und bie­tet ober­frän­ki­schen Unter­neh­men Zugang zu den inter­na­tio­na­len Märk­ten. Der Groß­teil des Trans­ports fin­det auf der Schie­ne statt. Der LKW sorgt für die regio­na­le Ver­tei­lung, den sogen. Vor- und Nach­lauf. Im bay­ern­ha­fen Bam­berg wer­den außer­dem spe­zi­el­le Con­tai­ner umge­schla­gen, in denen Haus­müll für das Müll­heiz­kraft­werk per Bahn von Erlan­gen nach Bam­berg trans­por­tiert wird – ein Bei­spiel für die Leis­tungs­fä­hig­keit der Schie­ne als Ver­kehrs­trä­ger auch auf kür­ze­ren Strecken.

Michaela Wöhrl, Niederlassungsleiterin

Michae­la Wöhrl, Niederlassungsleiterin

”Für Lang­stre­cken­gü­ter­ver­keh­re sind die umwelt­freund­li­che­ren Ver­kehrs­trä­ger Bin­nen­schiff und Bahn prä­de­sti­niert”, sagt Michae­la Wöhrl, Nie­der­las­sungs­lei­te­rin des bay­ern­ha­fen Bam­berg, ”wir ver­fol­gen nach­hal­tig das Ziel, dass Ent­schei­der aus Indus­trie und Logis­tik bei der Pla­nung logis­ti­scher Ket­ten Was­ser­stra­ße und Schie­ne mit­ein­be­zie­hen – und dies im Export wie im Import. Der bay­ern­ha­fen Bam­berg bie­tet dafür eine leis­tungs­fä­hi­ge Infra­struk­tur und fahr­plan­mä­ßi­ge Ver­bin­dun­gen zu den Seehäfen.”

Inves­ti­tio­nen 2017 und Aus­blick Pro­jek­te 2018

„Wir ver­knüp­fen die Ver­kehrs­trä­ger und brau­chen dafür eine funk­tio­nie­ren­de Infra­struk­tur”, sagt Michae­la Wöhrl, ”wir inves­tie­ren daher kon­ti­nu­ier­lich in Erhalt und Aus­bau unse­rer Infra­struk­tur und in die Dienst­leis­tun­gen an unse­ren Standorten.“

So wur­den 2017 durch die bay­ern­ha­fen Grup­pe 2017 rund 4,6 Mio. Euro am Stand­ort Bam­berg ange­sto­ßen, ins­be­son­de­re in die Hafen­in­fra­struk­tur. In 2017 wur­de an Kai 4 mit der Umwand­lung eines Schräg- in ein Senk­recht-Ufer begon­nen, dadurch wird der Umschlag von und aufs Bin­nen­schiff opti­miert. Durch den Ein­satz von Stütz­pfäh­len unterm Kai muss kein zusätz­li­cher Reten­ti­ons­raum ver­braucht wer­den. ”Unse­re Flä­che ist begrenzt”, sagt Michae­la Wöhrl, ”wir set­zen daher krea­ti­ve Inge­nieur­leis­tung ein, um effi­zi­ent mit die­ser begrenz­ten Res­sour­ce umzu­ge­hen. Ent­schei­dend dafür sind nach­hal­ti­ges Flä­chen­ma­nage­ment und unse­re eige­ne Bauherren-Fähigkeit.”

Inves­ti­tio­nen flos­sen 2017 zudem in die Opti­mie­rung der Stra­ßen­an­bin­dung von Kai 4, in eine Ver­bin­dung von Kai 3 und Kai 4 sowie in den Erwerb eines wei­te­ren Reach­sta­ckers für das Con­tai­ner-Ter­mi­nal. Für 2018 sind im bay­ern­ha­fen Bam­berg Inves­ti­tio­nen in Höhe von ca. 1,9 Mio. Euro geplant, u.a. in eine Moder­ni­sie­rung des Kranparks.

Für 2018 plant die bay­ern­ha­fen Grup­pe über all ihre Stand­or­te zusätz­lich zu den 2017 bereits ange­sto­ße­nen Inves­ti­tio­nen von 30 Mil­lio­nen Euro wei­te­re Inves­ti­tio­nen in Höhe von rund 32 Mil­lio­nen Euro – dazu gehört die Vor­be­rei­tung von Ansied­lungs­flä­chen sowie über meh­re­re Jah­re lau­fen­de Opti­mie­rungs­maß­nah­men an der schie­nen- und was­ser­be­zo­ge­nen Infrastruktur.

Flä­chen­re­cy­cling statt Flächenverbrauch

Die bay­ern­ha­fen Grup­pe bie­tet an ihren sechs Stand­or­ten für ihre Kun­den Eigen­tum auf Zeit, über Erb­bau­rechts- und Miet­ver­trä­ge. Dies stellt eine nach­hal­ti­ge Nut­zung sicher, redu­ziert Leer­stand und ermög­licht den Nut­zer­wech­sel auf ein und der­sel­ben Flä­che. Flä­chen­re­cy­cling geht bei bay­ern­ha­fen vor Bau­en auf grü­ner Wie­se. So haben in 2017 ver­schie­de­ne Hafen­un­ter­neh­men ihren Betrieb opti­miert oder modernisiert.

Balan­ce der Inter­es­sen zwi­schen Tou­ris­ten­grup­pen und Bam­ber­ger Bürgern

Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe im bayernhafen Bamberg

Anle­ge­stel­le für Kreuz­fahrt­schif­fe im bay­ern­ha­fen Bamberg

Nach den Tagen des offe­nen Kreuz­fahrt­schiffs Ende 2016 am neu­en Anle­ger im bay­ern­ha­fen Bam­berg ent­wi­ckel­te die Stadt Bam­berg zusam­men mit den Ver­ant­wort­li­chen der „wei­ßen Flot­te“ Lösun­gen, wie die Inter­es­sen der Fluss­kreuz­fahrt-Tou­ris­ten auf der einen und der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auf der ande­ren Sei­te noch bes­ser unter einen Hut zu brin­gen sind. Dazu gehö­ren u.a. klei­ne­re Grup­pen, ver­schie­de­ne Rou­ten, die Nut­zung loka­ler Pro­duk­te auf den Schif­fen und man­ches mehr. „Wir sind jeder­zeit in einem engen Dia­log mit der Stadt, damit die Balan­ce der Inter­es­sen gewähr­leis­tet ist, „sagt Michae­la Wöhrl.

2017 leg­ten im bay­ern­ha­fen Bam­berg 804 Kreuz­fahrt­schif­fe mit einer Kapa­zi­tät von über 130.000 Pas­sa­gie­ren an. Auch für 2018 lie­gen Anmel­dun­gen für rund 800 Hotel­schif­fe vor.