Bau­ar­bei­ter aus dem Kreis Kulm­bach neh­men Kurs auf Ber­lin – zum „Dampf­ab­las­sen“

Schei­tern der Tarif­ver­hand­lun­gen: Mie­se Stim­mung auf dem Bau

Bau­ar­bei­ter aus dem Land­kreis Kulm­bach las­sen Dampf ab in Ber­lin: Auf den hei­mi­schen Bau­stel­len herrscht „dicke Luft“, so die Bau-Gewerk­schaft. Die Stim­mung unter den rund 820 Bau­ar­bei­tern im Land­kreis Kulm­bach sei „denk­bar mies“: „Vom Mau­rer bis zum Kran­füh­rer – alle sind stink­sauer. Die Arbeit­ge­ber haben die Tarif­ver­hand­lun­gen zum Schei­tern geführt. Das bringt den Bau zum Bro­deln“, sagt der IG BAU-Bezirks­vor­sit­zen­de Gerald Nick­las. Aus dem Kreis Kulm­bach wer­de sich des­halb am kom­men­den Mon­tag (7. Mai) eine Bau­ar­bei­ter-Dele­ga­ti­on auf den Weg nach Ber­lin machen, um beim zen­tra­len Bau-Pro­test in der Haupt­stadt „ordent­lich Frust abzulassen“.

Und das direkt da, wo sich die Schlich­tungs­run­de trifft: „Drin­nen wird Ex-Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Wolf­gang Cle­ment als Schlich­ter ver­su­chen, die Arbeit­ge­ber zu einem fai­ren Ange­bot zu bewe­gen. Drau­ßen wird die Bau-Dele­ga­ti­on aus dem Land­kreis Kulm­bach laut und deut­lich sagen, was sie will. Da ist mäch­tig Druck auf dem Kes­sel. Und den Druck las­sen die Bau­ar­bei­ter in Ber­lin ab“, so Gerald Nick­las. Für den Bezirks­vor­sit­zen­den ist es ohne­hin ein „star­kes Stück“, dass es so weit gekom­men ist: „In ande­ren Bran­chen drum her­um gibt es Tarif­ab­schlüs­se. Nur im Bau­ge­wer­be blo­ckie­ren die Arbeit­ge­ber. Und das, obwohl der Bau boomt und die Auf­trags­bü­cher voll sind.“ Zudem sei die Lohn­for­de­rung der IG BAU ver­gleich­bar mit der ande­rer Bran­chen: 6 Pro­zent bei einer Lauf­zeit von zwölf Monaten.

„Dass ein Monats­lohn als Weih­nachts­geld für alle Bau­ar­bei­ter mit in den Tarif­ver­trag gehört, will den Arbeit­ge­bern par­tout nicht in den Kopf. Aber dar­an arbei­ten wir …“, so Gerald Nick­las. Er setzt auf die Schlich­tung am Mon­tag und auf den Pro­test der hei­mi­schen Bau­ar­bei­ter. Immer­hin gehe es auch dar­um, den Bau für den Nach­wuchs attrak­tiv zu machen: In Zukunft will die IG BAU errei­chen, dass Azu­bis die vol­len Aus­bil­dungs­kos­ten ersetzt bekom­men. „Dazu gehö­ren dann auch die Kos­ten für die Fahrt zur Berufs­schu­le“, for­dert Gerald Nicklas.

Dar­über hin­aus kom­me es künf­tig dar­auf an, dass Bau­ar­bei­ter den Weg zur Bau­stel­le bezahlt bekom­men. „Wenn ein Bau­un­ter­neh­men Auf­trä­ge für eine Bau­stel­le annimmt, die eine Stun­de mit dem Auto vom Betrieb ent­fernt ist, dann ist das o.k. Aber der Chef darf dann nicht erwar­ten, dass sei­ne Bau­ar­bei­ter den Wecker mor­gens eine Stun­de frü­her stel­len, ohne dass sie davon etwas haben“, macht der IG BAU-Bezirks­vor­sit­zen­de deutlich.