Ergeb­nis der Jah­res­haupt­ver­samm­lung Bür­ger­initia­ti­ve BIWO

Das neue Transparent der BIWO
Das neue Transparent der BIWO

Mit einem Toten­ge­den­ken an Rein­hard Heid­ner, Wie­sent­hau, eröff­ne­te 1. Vor­sit­zen­der Hein­rich Kat­ten­beck der Bür­ger­initia­ti­ve pro Wie­sent­tal ohne Ost­span­ge (BIWO)die Jah­res­haupt­ver­samm­lung im Gast­haus Egel­seer, Wie­sent­hau.

Ergeb­nis­se:

  • BIWO beab­sich­tigt Plan­fest­stel­lungs­be­schluss für die Ost­span­ge zu bekla­gen.
  • BIWO hat kei­ne fun­da­men­ta­li­sti­sche Hal­tung. Sie ist offen für jeden Dia­log und für jede Idee zur Ver­bes­se­rung der Ver­kehrs­in­fra­struk­tur des öst­li­chen Land­kreis Forch­heim
  • BIWO appel­liert an Land­rat Her­mann Ulm sei­nen Kreis­tag zu moti­vie­ren, um ein Gut­ach­ten zur Ver­kehrs­in­fra­struk­tur des öst­li­chen Land­krei­ses Forch­heim in Auf­trag zu geben, weil es bes­se­re, wirt­schaft­li­che­re und natur­ver­träg­li­che­re Lösun­gen gibt als den unwirt­schaft­li­chen Bau der Ost­span­ge.
  • Ilja Eger Jugend­spre­cher, am 20.3.2018 gegrün­de­ten „Jun­ge BIWO“, begei­ster­te mit sei­nem ersten öffent­li­chen State­ment: „von uns hängt es ab, dass die Ost­span­ge Papier bleibt“. Sein Appell: Wal­ber­la-Wie­sent-Welt zu beschüt­zen und vor unan­sehn­li­cher Zer­stö­rung zu bewah­ren. Sei­ne Hoff­nung: …“Wir brau­chen eure Hil­fe, denn wir las­sen uns unse­re Schön­hei­ten nicht kaputt machen….“ Sei­ne Begrü­ßung mit „lie­be Bun­des­li­sa“ sorg­te für ange­neh­me Erhei­te­rung auch bei der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Lisa Badum (Bündnis90Die Grü­nen). Mit gro­ßem Lob nahm der Land­rat die Aus­sa­ge von Ilja wahr: …..“vor einer Woche war ich zum ersten Mal bei einer Gemein­de­rats­sit­zung. Ich habe mehr über das Leben gelernt als in einem Jahr Schu­le…..“

Kei­ne Chan­ce für Natur­räu­ber

In sei­nem ersten State­ment gegen die Ost­span­ge nahm der Jugend­spre­cher kein Blatt vor dem Mun­de. Ilja Eger und sei­ne gute Nach­richt: …“von uns hängt es ab, dass die Ost­span­ge Papier bleibt.“…..Seine Kri­tik: Bei der Ost­span­ge haben etli­che Bür­ger­mei­ster, Gemein­de­rä­te, Kreis­rä­te, Abge­ord­ne­te echt mies und unver­ant­wort­lich gedacht und ver­sagt“…… Aus­blick des Jugend­spre­chers: ….“ich sage euch, wer Schuld hat, wenn die Ost­span­ge kommt: Natür­lich zuerst die, die uns regie­ren, doch dazu noch jeder von uns, und unse­re Nach­barn und Ver­wand­ten, denn wir alle müs­sen den Poli­ti­kern sagen, dass die Ost­span­ge nicht sein darf, dass wir das Land für unser Essen, die Natur für unse­re Freu­de am Leben brau­chen, und dass es unser Land und unse­re Natur ist, die wir nicht fürs Geschäf­te­ma­chen hergeben“…….Anhaltender Bei­fall bestä­tig­te die Zustim­mung die Aus­füh­run­gen des Jugend­spre­chers.

Land­rat Her­mann Ulm erläu­ter­te in sei­nem Gruß­wort: …in der Ver­kehrs­in­fra­struk­tur für die Frän­ki­sche Schweiz läuft schon Etwas“… . Er zeig­te unter ande­rem an Bei­spie­len auf, was bis­her schon zur Ver­bes­se­rung des ÖPNV getan wur­de und ange­dacht ist. Bür­ger­mei­ster Bernd Drum­mer begrün­de­te war­um der Wie­sent­hau­er Gemein­de­rat bereits 2013 gegen die bis­her bekann­te Pla­nung der Ost­span­ge und gegen die Ver­sie­ge­lung der wert­vol­len Acker­land­flä­chen stimm­te: „So gese­hen sind wir eng bei­sam­men und unse­re Hei­mat ist uns wich­tig…..“

Wald Sig­ritzau (heu­ti­ger Ver­kehrs­übungs­platz) ver­schwin­det

Lida Badum, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te der Grü­nen, kli­ma­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen im Bun­des­tag, Grün­dung­mit­glied der BIWO, infor­mier­te aus der Bun­des­po­li­tik zum BVWP 2030. Sie begei­ster­te mit ihren detail­lier­ten Aus­füh­run­gen zur Ableh­nung der Ost­span­ge und moti­vier­te die BIWO-Mit­glie­der zum wei­ter machen gegen die Ost­span­ge.

„Auf 1000 Ein­woh­ner kom­men 555 Autos, ein Fahr­zeug­hoch­stand, wie es ihn noch nie gab“. War­um ändert sich bei einem solch beäng­sti­gen­den Zuwachs der PKW‘s nichts? Sie kri­ti­sier­te die Mil­li­ar­den Euro Hin­ter­las­sen­schaf­ten des ehe­ma­li­gen Ver­kehrs­mi­ni­ster Dob­rindt. 6,8 Mil­li­ar­den Euro hat Dob­rindt in Stra­ßen­bau­pro­jek­te bun­des­weit inve­stiert. Und für Bay­ern wur­de ein Finan­zie­rungs­an­teil für Neu-und Aus­bau­pro­jek­ten in 2017 mit 249 Mio € fest­ge­legt, für 2018 mit 408 Mio € und für 2019 sind wei­te­re 313 Mio € vor­ge­se­hen. Es gilt jetzt für Bay­ern eine Prio­ri­tä­ten­rei­hung der ange­stau­ten Bau­pro­jek­te zu bil­den. Dring­lich­keit, ver­kehr­li­che Nut­zung und Kosten­vo­lu­men sind dafür die Kri­te­ri­en. „Für die Ost­span­ge ist so gese­hen gar kein Bedarf gege­ben“ , so der BIWO Vor­sit­zen­der Hein­rich Kat­ten­beck. Applaus gab es für das State­ment der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Frau Lisa Badum (Bündnis90 Die Grü­nen). Es war ein ein­deu­ti­ges Bekennt­nis zur Hei­mat und bestä­tig­te, dass die BIWO auf dem rich­ti­gen Weg ist mit: Kei­ne Stim­me für Hei­matz­er­stö­rer und Natur­fein­de! Dabei ver­wies er auf den neu­en BIWO Fly­er: Empört Euch! Enga­giert Euch! Der Bau der Ost­span­ge B 470 zer­stört unser Wie­sent­tal.

Wie geht es mit der Ost­span­ge wei­ter?

Wann ist mit dem Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren zu rech­nen, war eine der vie­len BIWO Fra­gen: „Der Abschluss eines Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­rens ist auch davon abhän­gig, ob der Plan­fest­stel­lungs­be­schluss beklagt wird. „Bevor es zum Plan­fest­stel­lungs­be­schluss kommt, beab­sich­tigt die BIWO durch Kla­ge ihre Ein­sprü­che gel­tend zu machen“, so der BIWO-Vor­sit­zen­de. Der­zeit lau­fen bereits 9 Kla­gen gegen ande­re plan­fest­ge­stell­te Vor­ha­ben. BIWO Vor­sit­zen­der stellt fest: „Auch wenn die OU (Orts­um­fah­rung) Forch­heims im BVWP 2030 (Bun­de­ver­kehrs­we­ge­plan) im vor­dring­li­chen Bedarf ste­he, ist noch ein wei­ter Weg bis zum Bau­be­ginn, da es bis dato nur gro­be Ver­laufs­li­ni­en des Bau­pro­jek­tes gibt.

Auf die Fra­ge zur Stei­ge­rung der Kosten ange­spro­chen erklär­te Lisa Badum: „Der Pla­nungs­stand 2012/2013 war mit 37,1 Mio € für die Anmel­dung zum BVWP 2030 ver­an­schlagt wor­den. Der­zeit kann man von einer Kosten­stei­ge­rung von min­de­stens 50 Mio € aus­ge­hen. Hono­rar­ko­sten für die zu ver­ge­ben­den Pla­nungs­lei­stun­gen betra­gen ca. 10 Pro­zent der Bau­ko­sten“…. Zur Fra­ge: Aktu­el­ler Pla­nungs­stand? „Der­zeit wer­den die Ver­kehrs­un­ter­su­chun­gen aus den Jah­ren 2000 und 2011 fort­ge­schrie­ben. Aktu­el­le Ver­kehrs­er­he­bun­gen wur­den im Herbst 2017 durch­ge­führt (wir berich­te­ten aus­führ­lich dar­über). Das Ergeb­nis der Unter­su­chung wird bis Mit­te 2018 erwar­tet.“ Erfreu­lich für die BIWO ist, dass in Abstim­mung mit der Höhe­ren Natur­schutz­be­hör­de für die Ost­span­ge auch eine Umwelt­ver­träg­lich­keits­prü­fung fest­ge­stellt wur­de. So wird im näch­sten Schritt die Erar­bei­tung einer Umwelt­ver­träg­lich­keits­stu­die an ein Fach­bü­ro ver­ge­ben“. Wie sind die Zufahrts­fahrt­we­ge zu den land­wirt­schaft­li­chen Grund­stücken in der Pla­nung berück­sich­tigt? „Das land­wirt­schaft­li­che Wege­netz muss im Zuge der Pla­nung neu geord­net wer­den, damit die Erschlie­ßung der land­wirt­schaft­li­chen Grund­stücke gewähr­lei­stet bleibt. Details erge­ben sich dann erst aus den fol­gen­den wei­te­ren Pla­nungs­schrit­ten. Was der BIWO bis­her immer ein Rät­sel blieb, konn­te die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te auf­klä­ren: „Eine gege­be­nen­falls erfor­der­li­che Que­rung der Bahn­li­nie, an der Gabe­lung nach dem Wie­sent­hau­er Bahn­hof, Rich­tung Wie­sent­hau Mit­te­l­eh­ren­bach einer­seits und Kir­cheh­ren­bach ande­rer­seits, wird eben­falls in ca. 7 m Höhe erfol­gen. Bun­des­po­li­ti­sche Rele­vanz der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Lisa Badum: „Es ist noch ein lang­jäh­ri­ger Pro­zess ob über­haupt, und wenn ja, bis das Bau­vor­ha­ben Ost­span­ge, rea­li­siert wer­den kann.

Erfolg­rei­che BIWO Arbeit

Der Tätig­keits­be­richt des Vor­sit­zen­den Hein­rich Kat­ten­beck zeig­te die Viel­falt sei­ner BIWO Akti­vi­tä­ten auf. Sein beson­de­rer Dank galt den Akti­ven in den vier Arbeits­krei­sen, Pra­xis Stra­te­gie-Öffent­lich­keits­ar­beit-Mensch und Natur. Sie bespra­chen sich sechs Mal. Die BIWO Vor­stän­de tag­ten regel­mä­ßig vier­tel­jähr­lich.

Hed­wig Eis­mann leg­te kurz aber knackig einen posi­ti­ven Finanz­be­richt vor, der in 2017 mit schwar­zen Zah­len abschloss. Aktu­ell hat die BIWO 109 Mit­glie­der, Ten­denz stei­gend. In der JHV gab es zwei neue Mit­glieds­bei­trit­te. Die Kas­sen­prü­fer Ger­hard Koch und Roland Kraus testier­ten lücken­lo­se, ein­wand­freie Buch­hal­tung und emp­fah­len der Mit­glie­der­ver­samm­lung die Ent­la­stung der gesam­ten BIWO Vor­stand­schaft.

Lob und Applaus gab es für den ehren­amt­li­chen Ein­satz der Schrift­füh­re­rin Maria Greif. Eben­so für Lud­wig Stöhr und Ger­hard Koch, für alle Bei­sit­zer und die bei­den stell­ver­tre­ten­den BIWO Vor­sit­zen­den Ernst Drum­mer und Alfons Eger. Für Rüdi­ger Wil­helm und Hol­ger Stöhr für die aktu­el­le Gestal­tung der BIWO Web­sei­te: www​.bi​-wie​sent​tal​.de und für alle, die an den öffent­li­chen Aktio­nen der BIWO sich betei­lig­ten.

Ergeb­nis: Wir waren auch im Jah­re 2017 sehr erfolg­reich und haben das Gefühl, dass wir im Ein­satz gegen das dra­stisch über­di­men­sio­nier­te zer­stö­re­ri­sche Neu­bau­pro­jekt der Ost­span­ge mit der die unwie­der­bring­li­che Zer­stö­rung unse­res Wie­sent­ta­les ein­her­geht, durch­aus eine Chan­ce haben, wie es der Jugend­spre­cher for­mu­lier­te: dass die Ost­span­ge Papier bleibt.