Auf­nah­me­ein­rich­tung Ober­fran­ken: Bam­ber­ger OB Star­ke ver­langt Eva­lua­ti­on ohne Ver­zö­ge­rungs­tak­tik

Stadt will alle Akteu­re ein­bin­den und warnt vor „Zeit­lu­pen­tem­po“

Der Betrieb der Auf­nah­me­ein­rich­tung Ober­fran­ken (AEO) im Bam­ber­ger Osten ver­ur­sacht für die Stadt Bam­berg und dabei vor allem für die direk­te Nach­bar­schaft zahl­rei­che Bela­stun­gen. In der Erklä­rung vom 14. August sowie dem Nach­trag vom 17. Novem­ber 2015 zwi­schen dem Frei­staat Bay­ern und der Stadt Bam­berg, wur­de unter ande­rem auch zuge­si­chert, dass es eine regel­mä­ßi­ge Eva­lua­ti­on der Ein­rich­tung durch das Sozi­al­mi­ni­ste­ri­um geben soll. Die­se ist nun von der Staats­re­gie­rung ange­kün­digt wor­den, aller­dings ohne kon­kre­ten Zeit­plan. „Das wirkt stark nach Ver­zö­ge­rungs­tak­tik.“ Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Star­ke for­dert, dass alle Akteu­re ein­ge­bun­den wer­den und bean­stan­det das dro­hen­de „Zeit­lu­pen­tem­po“ im Ver­fah­ren. Im Schrei­ben an die zustän­di­ge Staats­mi­ni­ste­rin Emi­lia Mül­ler hat Star­ke die städ­ti­schen For­de­run­gen nach Mün­chen adres­siert.

„Eine Eva­lua­ti­on erfor­dert die voll­stän­di­ge Gesamt­schau sämt­li­cher Aus­wir­kun­gen der AEO, ins­be­son­de­re auf das Wohn­ge­biet im Bam­ber­ger Osten. Dies bedeu­tet, dass alle rele­van­ten Akteu­re der Stadt­ge­sell­schaft in den Pro­zess mit ein­ge­bun­den wer­den müs­sen,“ so Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Star­ke. Dazu zähl­ten min­de­stens die in der AEO die Asyl­so­zi­al­ar­beit lei­sten­den Bam­ber­ger Wohl­fahrts­ver­bän­de (Cari­tas, Arbei­ter­wohl­fahrt und Dia­ko­ni­sches Werk), die Poli­zei­in­spek­ti­on Bam­berg-Stadt, die Ret­tungs­dien­ste und Feu­er­wehr, die Ver­tre­ter aus dem Wohn­ge­biet direkt neben der AEO (Kapel­len­schlag und NATO-Sied­lung), die Ver­tre­ter der Bür­ger­ver­ei­ne Bam­berg Ost und Gar­ten­stadt, die städ­ti­schen Behör­den (ins­be­son­de­re: Ord­nungs­amt, Amt für sozia­le Ange­le­gen­hei­ten und Jugend­amt der Stadt Bam­berg), die Initia­ti­ve „Freund statt fremd“, das städ­ti­sche Ombuds­team, das staat­li­che Schul­amt, das Land­rats­amt Bam­berg, Gesund­heits­we­sen, die Ver­tre­ter der in der AEO täti­gen pri­va­ten Sicher­heits­dien­ste sowie die Ver­tre­ter des BRK Kreis­ver­band Bam­berg (Betrieb der Klei­der­kam­mer).

Ober­bür­ger­mei­ster Star­ke for­dert, dass der Eva­lua­ti­ons­pro­zess sowohl zeit­lich als auch inhalt­lich klar defi­niert wer­den müs­se. „Wir müs­sen die Ent­wick­lung der Kri­mi­na­li­tät in und außer­halb der AEO ana­ly­sie­ren, die Erfah­run­gen zur Asyl­so­zi­al­ar­beit, die Sicher­heits­vor­keh­run­gen, die Ange­bo­te zur Kin­der­be­treu­ung, die schu­li­schen Ein­rich­tun­gen, die Bele­gungs­zah­len sowie die Auf­glie­de­rung der Natio­na­li­tä­ten und Her­kunfts­län­der, um nur eini­ge Aspek­te zu nen­nen.“ Ange­sichts der zuneh­men­den Pro­ble­me soll­ten die Ergeb­nis­se spä­te­stens bis 30. April 2018 vor­lie­gen, so Star­ke, um „die rich­ti­gen Kon­se­quen­zen zeit­nah umset­zen zu kön­nen.“

Zudem mach­te der Ober­bür­ger­mei­ster deut­lich: „Die Stadt­ge­sell­schaft hat die Erwar­tung und For­de­rung, dass eine Ober­gren­ze von 1500 Per­so­nen nicht über­schrit­ten wird. Ange­sichts der inzwi­schen dra­stisch gesun­ke­nen Zahl von Asyl­be­wer­bern for­dert die Stadt Bam­berg, dass die Kapa­zi­tät der Ein­rich­tung in Bam­berg deut­lich redu­ziert wird und die hier­durch frei wer­den­den Flä­chen für die Schaf­fung von bezahl­ba­rem Wohn­raum für alle genutzt wer­den kön­nen.“

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