12. Ober­frän­ki­sches Bio­gas-Fort­bil­dungs­se­mi­nar in Klo­ster Banz

Seminarteilnehmer
Seminarteilnehmer

Bio­gas – Aktu­el­le Her­aus­for­de­run­gen und Neue­run­gen für eine erfolg­rei­che Zukunft der Bio­gas­bran­che

Zum 12. ober­frän­ki­schen Bio­gas Fort­bil­dungs­se­mi­nar am 07.02.2018 kamen 175 Teil­neh­mer ins male­risch gele­ge­ne Klo­ster Banz bei Bad Staf­fel­stein. Dort fand man zusam­men, um sich über aktu­el­le Rechts­fra­gen beim Betrieb von Bio­gas­an­la­gen zu infor­mie­ren und mit den vor­tra­gen­den Exper­ten über aktu­el­le Her­aus­for­de­run­gen rund um das The­ma Bio­gas zu dis­ku­tie­ren. Neben den drei Refe­ren­ten des Tages, gehör­ten vor allem Frau Ker­stin Iken­mey­er vom Baye­ri­schen Staats­mi­ni­ste­ri­um für Wirt­schaft und Medi­en, Ener­gie und Tech­no­lo­gie (StMWi), Herr Regie­rungs­rat Andre­as Schil­cher vom Baye­ri­schen Staats­mi­ni­ste­ri­um für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und For­sten (StMELF) und Herr Bernd Anger­mann von der Regie­rung von Ober­fran­ken zur inter­es­sier­ten Zuhö­rer­schaft der Ent­schei­dungs-trä­ger. Als Haupt­the­men der Ver­an­stal­tung wur­den pri­mär rechts­ver­bind­li­che Ter­mi­ne für Bio­gas­an­la­gen­be­trei­ber im Jahr 2018, Anla­gen­si­cher­heit und die 2017 neu in Kraft getre­te­ne Dün­ge­ver­ord­nung beleuch­tet. Ver­an­stal­ter war das Bera­ter­netz­werk Land­Schafft­Ener­gie des Fach­zen­trums für Diver­si­fi­zie­rung und Struk­tur­ent­wick­lung am Amt für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und For­sten Münch­berg (AELF). Eröff­net und mode­riert wur­de die Ver­an­stal­tung durch den Land­tech­nik­be­ra­ter Herrn Rai­ner Schu­bert.

Erster Refe­rent am Red­ner­pult war Herr Dr. Hel­mut Loibl, Rechts­an­walt und Gesell­schaf­ter der Kanz­lei Pal­uka Sobo­la Loibl & Part­ner aus Regens­burg. Bei den von ihm vor­ge­stell­ten Ter­mi­nen für das Jahr 2018 stan­den vor allem die neu­en Vor­schrif­ten bei den Form­alde­hyd- Grenz­wer­ten im Mit­tel­punkt sei­ner Aus­füh­run­gen. Zu unter­schei­den sei­en dabei auf der einen Sei­te geneh­mi­gungs­recht­li­che Vor­ga­ben, die bereits seit 05. Febru­ar 2018 durch den Betrei­ber zu beach­ten sind und Vor­ga­ben aus dem EEG. Die Grenz­wer­te für den Form­alde­hyd­bo­nus sin­ken zum 01. Juli 2018. Auch die Abga­be der Kon­for­mi­täts­er­klä­rung zum 28.02.2018 hin­sicht­lich der EEG-Ver­gü­tung stand im Fokus sei­nes Vor­trags. Herr Dr. Loibl ging neben den genann­ten Ter­mi­nen im Jahr 2018 auf eine Viel­zahl wei­te­rer wich­ti­ger Ter­mi­ne ein. Die­se soll­ten von den Bio­gas­an­la­gen­be­trei­bern aus recht­li­cher Sicht unbe­dingt ein­ge­hal­ten wer­den.

Immis­si­ons­schutz und Anla­gen­si­cher­heit waren die Schwer­punkt­the­men des zwei­ten Gast­vor­tra­ges, erläu­tert durch Herrn Ralf Block vom Inge­nieur­bü­ro BIGA­TEC®. Ein beson­de­res Augen­merk erfuhr dabei die neue “Tech­ni­sche Regel für Anla­gen­si­cher­heit für Bio­gas­an­la­gen (TRAS 120)”, wel­che Ende 2017 zur Stel­lung­nah­me ver­öf­fent­licht wur­de und vor­aus­sicht­lich Ende die­ses Jah­res in Kraft tre­ten wird. So sind es vor allem wie­der­keh­ren­de Prü­fun­gen und die Anla­gen­do­ku­men­ta­ti­on, wel­che den Bio­gas­an­la­gen­be­trei­ber zukünf­tig noch stär­ker in die Pflicht neh­men wer­den, kon­sta­tier­te Herr Block. Wei­te­re Schlag­wor­te sei­nes Vor­trags waren die Stör­fall­ver­ord­nung, das Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren nach Bun­des­im­mis­si­ons­schutz­ge­setz, die Tech­ni­sche Anlei­tung zur Rein­hal­tung der Luft (TA-Luft), Ver­ord­nung über Anla­gen zum Umgang mit was­ser­ge­fähr­den­den Stof­fen (AwSV) und die Tech­ni­schen Regeln für was­ser­ge­fähr­den­de Stof­fe TRwS 792 und TRwS 793. Ins­ge­samt gibt es vie­le geneh­mi­gungs­recht­li­che Vor­ga­ben, die schon heu­te von außen auf Bio­gas­an­la­gen ein­wir­ken.

Inhalt­lich bezog sich Herr Dr. Ste­fan Rauh vom Fach­ver­band Bio­gas e.V. im ersten Teil sei­nes Vor­tra­ges auf die im Jahr 2017 statt­ge­fun­de­ne erste Aus­schrei­bung für Bio­gas­an­la­gen nach dem neu­en EEG 2017. Des Wei­te­ren stie­ßen die Neue­run­gen, wie bei­spiels­wei­se die neue Ober­gren­ze von 170 kg N/​ha bei der Aus­brin­gung von orga­ni­schen Dün­gern oder die umfang­rei­che­ren Sperr­fri­sten der 2017 in Kraft getre­te­nen neu­en Dün­ge­ver­ord­nung bei den Zuhö­rern auf reges Inter­es­se. Zum Abschluss beleuch­te­te Herr Dr. Rauh aktu­el­le Ände­run­gen bei Gree­ning- Maß­nah­men auf öko­lo­gi­schen Vor­rang­flä­chen durch Legu­mi­no­sen, Honig­pflan­zen oder die Durch­wach­se­ne Sil­phie. Beson­de­re Beach­tung fand in die­sem Zusam­men­hang auch das “Demon­stra­ti­ons­pro­jekt Sil­phie- Anbau im Pro­jekt­ge­biet Nörd­li­che Fran­ken­alb“, wel­ches durch die Initia­ti­ve von Herrn Staats­mi­ni­ster Hel­mut Brun­ner und Frau Staats­mi­ni­ste­rin Ulri­ke Scharf zustan­de kam und jeweils hälf­tig von bei­den Mini­ste­ri­en finan­ziert wird. Hier­bei fin­det wie im Pro­jekt­ziel ver­an­kert, seit 2017 bis Ende 2018 die Eta­blie­rung der Durch­wach­se­nen Sil­phie auf rund 100 Hekt­ar Anbau­flä­che statt. Die nach­fol­gen­de Nut­zungs­dau­er soll min­de­stens fünf Jah­re betra­gen. So soll für die Pro­jekt­re­gi­on die Anbau­wür­dig­keit der Sil­phie als Bio­gas­sub­strat mit lang­fri­sti­gen Umwelt­vor­tei­len zum Schutz des Grund- und Ober­flä­chen­was­sers als Alter­na­ti­ve zu Silo­mais auf­ge­zeigt wer­den. Feder­füh­rend liegt die agrar­fach­li­che Beglei­tung beim Tech­no­lo­gie und För­der­zen­trum in Strau­bing und sieht die Anla­ge von Schau­flä­chen mit ver­schie­de­nen Eta­blie­rungs­va­ri­an­ten vor, um die Anla­ge von Sil­phie- Flä­chen in die brei­te land­wirt­schaft­li­che Pra­xis zu über­füh­ren. Die Mit­ar­bei­ter des Bera­ter­netz­werks Land­Schafft­Ener­gie am Amt für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und For­sten in Münch­berg sind an der Umset­zung des Pro­jekts eben­falls betei­ligt.

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