IG Bau: Bau­fir­men im Kreis Forch­heim droht ver­schärf­ter Fach­kräf­te­man­gel

Sta­ti­stik: Im letz­ten Jahr 45 Bau-Jobs über 90 Tage lang unbe­setzt

Beton­bau­er gesucht: Die Bau­wirt­schaft im Land­kreis Forch­heim steu­ert auf einen immer grö­ße­ren Fach­kräf­te-Eng­pass zu. 45 Stel­len in der Bran­che waren hier im ver­gan­ge­nen Jahr durch­schnitt­lich län­ger als drei Mona­te unbe­setzt – 51 Pro­zent mehr als noch im Vor­jahr. Das hat die Indu­strie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt mit­ge­teilt. Die IG BAU beruft sich dabei auf eine Son­der­aus­wer­tung der Bun­des­agen­tur für Arbeit. Ins­ge­samt waren im Kreis Forch­heim dem­nach im Jah­res­mit­tel 96 offe­ne Bau­ar­bei­ter- Jobs gemel­det.

„Wäh­rend die Bau­kon­junk­tur so gut dasteht wie zuletzt Ende der 1990er-Jah­re, fin­den hei­mi­sche Unter­neh­men oft kei­ne Fach­leu­te mehr“, sagt Gerald Nick­las. Der Bezirks­vor­sit­zen­de der IG BAU Ober­fran­ken nennt den Trend ein „Alarm­si­gnal“. Vom Zim­me­rer bis zum Est­ri­ch­le­ger fehl­ten in der Regi­on Spe­zia­li­sten in nahe­zu allen Bau­spar­ten.

Nick­las sieht hier­für einen dop­pel­ten Grund: „Einer­seits haben vie­le Fir­men trotz anzie­hen­der Auf­trags­la­ge ihre Per­so­nal­decke in den letz­ten Jah­ren nicht aus­rei­chend auf­ge­stockt. Ande­rer­seits hat der Bau mit einem gro­ßen Nach­wuchs­pro­blem zu kämp­fen. Zwar ver­die­nen Azu­bis hier mehr als in allen ande­ren Bran­chen – doch immer mehr Schul­ab­gän­ger zieht es an die Uni.“ Ende 2017 zähl­ten die Sozi­al­kas­sen der Bau­wirt­schaft (SOKA-BAU) im Kreis Forch­heim 10 neue Aus­bil­dungs­ver­trä­ge.

Die IG BAU schlägt vor, in Schu­len ver­stärkt für eine Hand­werks­aus­bil­dung zu wer­ben. „Vie­len gilt ein Stu­di­um als Non­plus­ul­tra – obwohl Kar­rie­re- und Ver­dienst­chan­cen in der Bau­wirt­schaft oft min­de­stens genau­so gut sind“, sagt Nick­las. Aber auch die Betrie­be sei­en gefor­dert: „Sie soll­ten auf Qua­li­tät und gute Arbeits­be­din­gun­gen set­zen. Sub­un­ter­neh­men und Bil­lig­hei­mer aus dem Aus­land kom­men die Bran­che am Ende teu­er zu ste­hen. Sie sen­ken letzt­lich die Stan­dards“, so der Bezirks­vor­sit­zen­de. Das beste Rezept gegen den Fach­kräf­te­man­gel sei dabei, den Beschäf­tig­ten ein ordent­li­ches Aus­kom­men und gute Arbeits­be­din­gun­gen zu bie­ten. So for­dert die IG BAU in der aktu­el­len Tarif­run­de sechs Pro­zent mehr Lohn und die Bezah­lung von Fahr­zei­ten.

Schreibe einen Kommentar