Säch­sisch-Baye­ri­sches Städ­te­netz for­dert Elek­tri­fi­zie­rungs­pro­gramm und ver­stärkt Zusam­men­ar­beit mit Tsche­chi­en

Rascher Lücken­schluss braucht mehr poli­ti­sches Gewicht

Um die voll­stän­di­ge Elek­tri­fi­zie­rung der Fran­ken-Sach­sen-Magi­stra­le von Nürn­berg nach Dres­den und Prag bald­mög­lichst zu errei­chen, ver­stärkt das Säch­sisch-Baye­ri­sche Städ­te­netz sei­ne Zusam­men­ar­beit mit den Anlie­gern die­ser wich­ti­gen inter­na­tio­na­len Schie­nen­ver­bin­dung. Dabei wur­de der Schul­ter­schluss mit dem tsche­chi­schen Nach­barn gesucht und gefun­den. Zudem for­dert das Städ­te­netz von der künf­ti­gen Bun­des­re­gie­rung ein Elek­tri­fi­zie­rungs­pro­gramm, um die im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan ver­an­ker­ten Aus­bau­maß­nah­men beschleu­ni­gen zu kön­nen.

Am jähr­li­chen Tref­fen der Ober­bür­ger­mei­ster der Städ­te Bay­reuth, Markt­red­witz, Hof, Plau­en, Zwickau und Chem­nitz nah­men erst­mals mit der ober­frän­ki­schen Regie­rungs­prä­si­den­tin Hei­drun Piwer­netz und ihrem stell­ver­tre­ten­den Amts­kol­le­gen aus Karls­bad, Mar­tin Hura­jcik, die Spit­zen der Bezir­ke teil. Die Stadt Eger war mit dem jüngst erneut gewähl­ten 2. Bür­ger­mei­ster Michal Pos­pi­sil ver­tre­ten. Gemein­sa­mes Ziel der Städ­te und Regio­nen ist der beschleu­nig­te Aus­bau der Bahn­strecke Nürn­berg – Markt­red­witz – Eger – Prag. Auf tsche­chi­scher Sei­te wird mit der Inbe­trieb­nah­me eines acht Kilo­me­ter lan­gen Tun­nels bei Pil­sen in die­sem Jahr ein wei­te­rer Mei­len­stein erreicht.

Dage­gen haben die Aus­bau­ar­bei­ten in Bay­ern noch gar nicht begon­nen. Zwar lau­fen die Vor­pla­nun­gen, die nach Anga­ben der Bahn bis 2019 dau­ern wer­den. Erst dann kön­nen sich die Aus­füh­rungs­pla­nun­gen anschlie­ßen. Vor­aus­set­zung ist, dass die Bun­des­re­gie­rung an die­sem Pro­jekt fest­hält. „Wir sehen die der­zei­ti­gen Wirt­schaft­lich­keits­kri­te­ri­en als viel zu eng gefasst, weil sie die Bedeu­tung für das trans­eu­ro­päi­sche Schie­nen­netz nicht aus­rei­chend berück­sich­ti­gen. Außer­dem wur­de in die­sem Jahr mit der Tras­se über Furth i. W. ein kon­kur­rie­ren­des baye­risch-tsche­chi­sches Schie­nen­pro­jekt in den vor­dring­li­chen Bedarf des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plans nach­ge­scho­ben, obwohl unser bereits 1995 zwi­schen­staat­lich ver­ein­bar­tes Pro­jekt noch gar nicht abge­schlos­sen ist“, sind sich die Teil­neh­mer der Sit­zung des Len­kungs­aus­schus­ses einig. Es sei daher von bei­der­sei­ti­gem Inter­es­se, dass die beson­de­re euro­päi­sche Zukunfts­be­deu­tung der Strecke Nürn­berg – Markt­red­witz – Eger – Prag bekräf­tigt wer­de und der Aus­bau ent­spre­chend unge­fähr­det und vor­dring­lich erfolgt. „Schließ­lich strebt auch Brüs­sel den Aus­bau die­ser Strecke im Rah­men des trans­eu­ro­päi­schen Schie­nen­net­zes an und stellt hier­für Pla­nungs- und Inve­sti­ti­ons­för­der­mit­tel zur Ver­fü­gung, um die sich die Natio­nal­staa­ten bemü­hen kön­nen“.

Auch wenn der poli­ti­sche Eini­gungs­pro­zess in Euro­pa ins Stocken gera­ten ist, so sind vor allem moder­ne Ver­kehrs­we­ge uner­läss­lich für enge wirt­schaft­li­che und gesell­schaft­li­che Bezie­hun­gen. Hin­zu kom­men die West­an­bin­dung der Ukrai­ne und die Bestre­bun­gen Chi­nas, Güter auf dem eura­si­schen Land­weg zu trans­por­tie­ren. „Doch klafft im euro­päi­schen Schie­nen­netz an der zen­tra­len Naht­stel­le von Ost und West bald 30 Jah­re nach den Grenz­öff­nun­gen noch immer eine gra­vie­ren­de Lücke“ kri­ti­sie­ren die Reprä­sen­tan­ten der unmit­tel­bar betrof­fe­nen kom­mu­na­len und regio­na­len Ebe­ne. „Wir wer­den uns daher künf­tig ver­stärkt gemein­sam für den Lücken­schluss in Fran­ken ein­set­zen – in allen erfor­der­li­chen Spra­chen“ bekräf­ti­gen die regio­na­len Bünd­nis­part­ner. Hier­zu steht mit dem grenz­über­grei­fen­den Koope­ra­ti­ons­pro­jekt CLA­RA 3 ein unter­stüt­zen­der Rah­men zur Ver­fü­gung.

Von ent­schei­den­der Bedeu­tung für die Moder­ni­sie­rung des Bahn­ver­kehrs in Fran­ken wer­den die Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen im Bun­des­tag sein. Nur wenn es gelingt, der Elek­tri­fi­zie­rung des Schie­nen­ver­kehrs mehr poli­ti­sche und finan­zi­el­le Bedeu­tung bei­zu­mes­sen, kön­nen die bereits beschlos­se­nen Vor­ha­ben in abseh­ba­rer Zeit ver­wirk­licht wer­den.

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