Bam­ber­ger SPD-Frak­ti­on von Mela­nie Huml ent­täuscht

Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit sind euro­päi­sche Grund­rech­te

Die SPD Stadt­rats­frak­ti­on zeigt sich von der Baye­ri­schen Staats­mi­ni­ste­rin Mela­nie Huml schwer ent­täuscht, weil sie als Ver­tre­te­rin der Stadt Bam­berg dem unga­ri­schen Regie­rungs­chef Vik­tor Orban nicht an die Ein­hal­tung der Men­schen­rech­te, wie Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit, sowie an sei­ne Pflich­ten in der EU-Flücht­lings­po­li­tik erin­nert hat. “Wir hät­ten erwar­tet, dass Frau Huml dem unga­ri­schen Regie­rungs­chef bei die­sen The­men ganz kla­re Gren­zen auf­zeigt”, sag­te Heinz Kunt­ke von der SPD Stadt­rats­frak­ti­on.

(Anmer­kung der Redak­ti­on: Ungarns Mini­ster­prä­si­dent Vik­tor Orbán war Gast bei der Klau­sur­ta­gung der CSU-Lan­des­grup­pe im Deut­schen Bun­des­tag vom 4. bis 6. Janu­ar 2018 in Klo­ster See­on. Staats­mi­ni­ste­rin Mela­nie Huml MdL hat NICHT an der Ver­an­stal­tung teil­ge­nom­men. )

Die SPD Frak­ti­on erin­nert die CSU Land­tags­ab­ge­ord­ne­te der Stadt Bam­berg dar­an, dass die erste freie Baye­ri­sche Ver­fas­sung im März 1919 in Bam­berg beschlos­sen wur­de. „Im Staats­grund­ge­setz des Frei­staa­tes Bay­ern von 1919 wur­de bereits die Frei­heit des Glau­bens und der Mei­nung in Rede und Schrift fest­ge­schrie­ben. Des­halb trägt eine Ver­tre­te­rin der Stadt Bam­berg, ins­be­son­de­re als Mit­glied der Staats­re­gie­rung hier auch eine ganz beson­de­re Ver­ant­wor­tung“, so der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Klaus Stie­rin­ger. Die SPD Stadt­rats­frak­ti­on erwar­tet des­halb, dass sich die Staats­mi­ni­ste­rin und stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der CSU klar von der Poli­tik des unga­ri­schen Regie­rungs­chefs distan­ziert, anstatt ihn als Star­gast zu umju­beln.

Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit sind für die SPD kein ver­han­del­ba­res Gut, son­dern wesent­li­cher Bestand­teil der Char­ta der Grund­rech­te der Euro­päi­schen Uni­on. „Der Rechts­po­pu­list Vik­tor Orban hat in weni­gen Jah­ren die Pres­se- und Nach­rich­ten­land­schaft eines gan­zen Lan­des zer­schla­gen und die öffent­lich-recht­li­chen Medi­en gleich­ge­schal­tet“, so Klaus Stie­rin­ger. „Spä­te­stens nach­dem die EU-Kom­mis­si­on in bei­spiel­los schar­fer Form gegen die neu­en Medi­en­ge­set­ze in Ungarn pro­te­stiert hat und immer mehr unab­hän­gi­ge Jour­na­li­sten bedroht wer­den, hät­te man sich eine kla­re Posi­ti­on gegen und nicht für den Euro­päi­schen Nach­barn und sei­nen Umgang mit den Grund­rech­ten erwar­tet. Anstatt Vik­tor Orban als Freund und Vor­bild für Bay­ern zu fei­ern, wäre eine Erin­ne­rung an die Ideen der Bam­ber­ger Ver­fas­sung wich­tig gewe­sen“, betont Heinz Kunt­ke. Die SPD Stadt­rats­frak­ti­on warn­te die CSU davor, sich aus wahl­tak­ti­schen Grün­den zum Hand­lan­ger einer Poli­tik Orb­ans machen, die sich weder an gel­ten­des deut­sches noch euro­päi­sches Recht hält. „Wir war­nen davor die­se uner­träg­li­che Hal­tung Ungarns auch noch zu hofie­ren“, so Klaus Stie­rin­ger.

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