Die ober­frän­ki­schen Johan­ni­ter-Weih­nacht­strucker sind zurück

Ponorata, Rumänien. Foto: Bieber

Pono­ra­ta, Rumä­ni­en. Foto: Bie­ber

Die Lade­flä­chen sind leer, die Her­zen sind voll

Sie­ben beweg­te Tage und mehr als 10.000 gefah­re­ne Kilo­me­ter lie­gen hin­ter den mehr als hun­dert­zwan­zig haupt- und ehren­amt­li­chen Hel­fe­rin­nen und Hel­fern, die sich mit dem Johan­ni­ter-Weih­nacht­strucker am 26. Dezem­ber auf den Weg nach Alba­ni­en, Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na, Rumä­ni­en und in die Ukrai­ne auf­ge­macht hat­ten. Jetzt sind sämt­li­che Hel­fer und Fahr­zeu­ge wie­der wohl behal­ten zurück in der Hei­mat ange­kom­men. Alle 54.901 Pak­te sind über­ge­ben, die Lade­flä­chen sind leer und die Her­zen und Köp­fe der Teil­neh­mer sind voll von berüh­ren­den Begeg­nun­gen und unver­gess­li­chen Erfah­run­gen.

45 LKW mit 90 ehren­amt­li­chen Fah­rern waren in fünf lan­gen Kon­vois mit je zwei Kon­voi-Lei­tern sowie zahl­rei­chen Hel­fern und Foto­gra­fen am zwei­ten Weih­nachts­fei­er­tag Rich­tung Süd­ost­eu­ro­pa auf­ge­bro­chen. Auch aus unse­rer Regi­on waren zahl­rei­che Hel­fer und Fah­rer mit dabei, um über Auto­bah­nen, durch Städ­te und über unweg­sa­me Schot­ter­we­ge zu den Men­schen in den länd­li­chen Gegen­den der Ziel­re­gio­nen zu gelan­gen.

Vor Ort wur­den die mit 54.901 gespen­de­ten Hilfs­pa­ke­ten voll bela­de­nen LKWs sehn­süch­tig und vol­ler Vor­freu­de erwar­tet. Teil­wei­se fie­ber­ten die Kin­der schon seit Stun­den unse­rer Ankunft ent­ge­gen. Auch gan­ze Fami­li­en oder alte Leu­te waren teils mit Pfer­de­fuhr­wer­ken und Schlit­ten zu den Ver­teil­stel­len gekom­men. Die­se befin­den sich, je nach Regi­on, in Schu­len, Kir­chen­ge­mein­den, bei pri­va­ten Initia­ti­ven oder ande­ren Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen in Klein­städ­ten und Dör­fern.

„Wir haben wie jedes Jahr ver­sucht, alle Pake­te per­sön­lich an die vor­ab sorg­fäl­tig aus­ge­wähl­ten Emp­fän­ger oder an unse­re Part­ner vor Ort zu über­ge­ben“, ergänzt Lorand Szüsz­ner, der Lei­ter des Kon­vois in den Nor­den Rumä­ni­ens. „Uns ist wich­tig, dass tat­säch­lich die Per­so­nen ein Paket bekom­men, die dies auch wirk­lich brau­chen.“ Bei fast 20.000 Pake­ten, die allein sein Kon­voi nach Rumä­ni­en gela­den hat­te, kann man sich vor­stel­len, dass Szüsz­ner und sein Team aus Deutsch­land die Ver­tei­lung ganz allei­ne nie­mals in solch kur­zer Zeit geschafft hät­ten. „Wir waren sehr froh, wie­der tat­kräf­ti­ge Unter­stüt­zung von unse­ren Part­nern vor Ort erhal­ten zu haben“, sagt er.

„Vie­le davon ken­nen wir bereits seit Jah­ren, da haben sich ech­te Freund­schaf­ten ent­wickelt.“ Alle sei­en mit gan­zem Her­zen bei der Sache gewe­sen und hät­ten vie­le beson­de­re Erleb­nis­se mit nach Hau­se genom­men. „Man­che der Kin­der kom­men in Bade­schlap­pen und für die kal­te Jah­res­zeit viel zu dün­ner Klei­dung, ande­re sind mit ihren besten Anzieh­sa­chen her­aus­ge­putzt“, schil­dert Szüsz­ner sei­ne Ein­drücke. „Vie­le zei­gen ihre Auf­re­gung und Freu­de ganz offen, lachen uns an, schen­ken uns selbst gemal­te Bil­der und spre­chen mit uns – dabei sind auf bei­den Sei­ten Hän­de und Füße im Ein­satz“, schmun­zelt er. „Ande­re sind uns gegen­über eher scheu, aber sobald sie mit dem Paket in den Armen wie­der zu ihren war­ten­den Fami­li­en gehen, strah­len sie von einem Ohr zum ande­ren“ Eins ist wich­tig, da sind sich alle Betei­lig­ten einig: Die Men­schen füh­len sich in ihrer schwie­ri­gen Lebens­si­tua­ti­on gese­hen und mer­ken, dass wir dar­an Anteil neh­men und sie nicht im Stich las­sen. „Die­ser per­sön­li­che Aspekt ist ihnen genau­so wich­tig wie die Lebens­mit­tel, die sie in Hän­den hal­ten.“

Auch die Anteil­nah­me der daheim geblie­be­nen Fami­li­en, Freun­de, Kol­le­gen und Unter­stüt­zer sei wie­der phä­no­me­nal gewe­sen, so Pro­jekt­lei­tung Miri­am Wolf, die die Bericht­erstat­tung des Medi­en­teams koor­di­nier­te mit der die vie­len inter­es­sier­ten Fans der Akti­on die Rei­se per Face­book mit­ver­fol­gen konn­ten. „Ganz herz­li­chen Dank an alle für die fan­ta­sti­sche Anteil­nah­me, das Mit­fie­bern und die vie­len, vie­len unter­stüt­zen­den Kom­men­ta­re und nach oben gestreck­ten Dau­men!“

Jetzt heißt es für die Hel­fer erst­mal ankom­men, ent­span­nen und die Ein­drücke ver­ar­bei­ten. Hört man sich in ihren Rei­hen um, so wird schnell klar: Vie­le sind auch näch­stes Mal wie­der mit dabei. „Der Johan­ni­ter-Weih­nacht­strucker macht süch­tig“, bestä­tigt auch Lorand Szüsz­ner. „Für die mei­sten der Betei­lig­ten heißt es: Ein­mal Weih­nacht­strucker, immer Weih­nacht­strucker!“

Umfang­ei­che Infor­ma­tio­nen, Bil­der und Berich­te zum Johan­ni­ter-Weih­nacht­strucker gibt es im Inter­net unter www​.johan​ni​ter​.de/​w​e​i​h​n​a​c​h​t​s​t​r​u​c​ker und auf der Face­book-Sei­te der Johan­ni­ter-Weih­nacht­strucker https://​de​-de​.face​book​.com/​J​o​h​a​n​n​i​t​e​r​W​e​i​h​n​a​c​h​t​s​t​r​u​c​k​er/

Die Johan­ni­ter-Unfall-Hil­fe e.V. steht in der Tra­di­ti­on des evan­ge­li­schen Johan­ni­ter­or­dens und enga­giert sich seit mehr als 60 Jah­ren in den unter­schied­lich­sten kari­ta­ti­ven und sozia­len Berei­chen. Mit mehr als 14 000 Beschäf­tig­ten, rund 30 000 ehren­amt­li­chen Hel­fe­rin­nen und Hel­fern und über 1,4 Mil­lio­nen För­der­mit­glie­dern zählt der gemein­nüt­zi­ge Ver­ein mitt­ler­wei­le zu einer der größ­ten Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen in Euro­pa. Zu den Auf­ga­ben­fel­dern der Johan­ni­ter-Unfall-Hil­fe zäh­len unter ande­rem Erste Hil­fe, Sani­täts- und Ret­tungs­dienst, die Arbeit mit Kin­dern und Jugend­li­chen sowie die Betreu­ung und Pfle­ge von alten und kran­ken Men­schen. Inter­na­tio­nal lei­stet der Ver­ein huma­ni­tä­re Hil­fe bei Hun­ger- und Natur­ka­ta­stro­phen.

Die Johan­ni­ter-Unfall-Hil­fe ist mit knapp 300 Regional‑, Kreis- und Orts­ver­bän­den im gesam­ten Bun­des­ge­biet ver­tre­ten.

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