Berufliche Weiterbildung in Oberfranken stärken: Erneute Förderung für das Projekt QuoRO der Universität Bayreuth

Das Forschungs- und Weiterbildungsprojekt „QuoRO – Konzertierte Qualifizierungsoffensive der Region Oberfranken zur Weiterbildung von Fachkräften für die Zukunft“ geht in seine zweite Förderphase. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat für das 2014 gestartete Vorhaben der Universität Bayreuth jetzt weitere 700.000 Euro bewilligt.

Berufliche Weiterbildung als zentraler Baustein der Regionalentwicklung

Die Wirtschaftsleistung und Wettbewerbsfähigkeit Oberfrankens durch die berufliche Weiterbildung von Fachkräften langfristig zu stärken, ist das übergeordnete Ziel von QuoRO. Es will einigen negativen Folgen des demografischen Wandels entgegenwirken und dazu beitragen, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Oberfranken nachhaltig zu fördern. “Hierfür ist die Weiterbildung ein wesentlicher Baustein. Sie verhilft Innovationen schneller zum Erfolg und ist zugleich für Unternehmen ein immer wichtiger werdendes Instrument, um in nahezu allen Berufsfeldern Fachkräfte zu gewinnen und zu halten“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Dieter Brüggemann, der an der Universität Bayreuth die Campus-Akademie für Weiterbildung leitet und QuoRO initiiert hat. Er koordiniert das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Manfred Miosga von der Abteilung Stadt- und Regionalentwicklung der Universität Bayreuth. In der ersten Förderphase von QuoRO wurde bereits eine Reihe von Weiterbildungsprogrammen entwickelt und überdies ein neuartiges Netzwerk regionaler Weiterbildungsträger geschaffen, in dem auch die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammer in Oberfranken mitwirken. Dieses Netzwerk ist darauf ausgerichtet, ein aufeinander abgestimmtes, verzahntes und transparentes Weiterbildungsangebot für die Region Oberfranken zu schaffen und alle Zielgruppen fortlaufend darüber zu informieren.

Neue regionale und bundesweite Vernetzungen

Das BMBF fördert das Projekt QuoRO im Rahmen des Bund-Länder Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen“. Die erste Förderphase, die im Januar 2018 endet, wurde vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) in Hannover so positiv evaluiert, dass die Universität Bayreuth eine Fortsetzung beantragen konnte. Hierfür wurden nun für die nächsten zweieinhalb Jahre insgesamt 700.000 Euro bewilligt, um auf der Basis des bisher Erreichten weitere inhaltliche Konzepte und organisatorische Strukturen für die berufliche Weiterbildung in Oberfranken voranzubringen. “Umfangreiche Regional- und Bedarfsanalysen haben ergeben, dass in Oberfranken ein erhöhter Bedarf an spezialisierten, praxisorientierten und kompakten Weiterbildungsprogrammen besteht. Zugleich mussten wir aber feststellen, dass es nicht leicht ist, für solche Programme hochqualifizierte Lehrende aus Wissenschaft und Praxis zu gewinnen. Umso wichtiger ist es, dass akademische und nicht-akademische Weiterbildungseinrichtungen in Oberfranken ihre Kompetenzen bündeln“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Dieter Brüggemann.

In der zweiten Förderphase wird diese regionale Vernetzung weiter ausgebaut und intensiviert. Darüber hinaus sind auch überregionale Kooperationen beabsichtigt: So wurden im Bundesprogramm „Offene Hochschulen“ bereits Kontakte zu anderen deutschen Universitäten und Hochschulen in Regionen außerhalb Bayerns geknüpft, in denen die demografischen Herausforderungen vergleichbar mit denen in Oberfranken sind. Auch wird die Campus-Akademie das Projekt QuoRO in die bayerische Landesgruppe der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF) einbringen.

In Planung: Flexible Zertifikatsprogramme und eine Konferenz in Bayreuth

Um den in Oberfranken festgestellten Weiterbildungsbedarf möglichst optimal zu decken, sollen vor allem neue Zertifikatsprogramme entwickelt werden. Diese Programme lassen sich hinsichtlich ihrer Dauer und Struktur, der zu erwerbenden Leistungspunkte und der beteiligten Weiterbildungsträger unterschiedlich und flexibel ausgestalten. Welche Ausgestaltung für welche Anforderungen und Rahmenbedingungen besonders geeignet ist, will die Campus-Akademie gemeinsam mit Kooperationspartnern systematisch untersuchen.

Eine Weiterbildungskonferenz an der Universität Bayreuth wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 die Ergebnisse der ersten Förderphase präsentieren sowie die Inhalte und Ziele der neuen Förderphase vorstellen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in interaktiven Workshops die Gelegenheit erhalten, eigene Ideen und Anregungen in die Gestaltung künftiger Weiterbildungsangebote einzubringen. Weitere Informationen zu QuoRO und demnächst auch zu dieser Konferenz sind auf der Projektwebsite www.quoro.de zu finden.

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