Huml setzt auf digi­ta­le Tech­nik in der Pfle­ge

Bay­erns Pfle­ge­mi­ni­ste­rin: Ver­bleib in den eige­nen vier Wän­den auch bei Pfle­ge­be­dürf­tig­keit ermög­li­chen – Pro­jekt “9 x Selbst­be­stimmt Woh­nen in Ober­fran­ken” in Bam­berg vor­ge­stellt

Bay­erns Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­ni­ste­rin Mela­nie Huml will mit Hil­fe moder­ner Tech­nik errei­chen, dass mehr Pfle­ge­be­dürf­ti­ge als bis­her zu Hau­se woh­nen blei­ben kön­nen. Huml beton­te am Mon­tag in Bam­berg anläss­lich der Vor­stel­lung des Pro­jek­tes “9 x Selbst­be­stimmt Woh­nen in Ober­fran­ken”: “Die Digi­ta­li­sie­rung kann dabei hel­fen, älte­ren Men­schen und Pfle­ge­be­dürf­ti­gen mehr Sicher­heit zu geben und den All­tag zu erleich­tern. Mein Ziel ist, die­se Chan­ce kon­se­quent zu nut­zen.”

Das baye­ri­sche Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­ni­ste­ri­um unter­stützt das Pro­jekt “9 x Selbst­be­stimmt Woh­nen in Ober­fran­ken” des Woh­nungs­un­ter­neh­mens Joseph-Stif­tung in den kom­men­den drei Jah­ren mit rund 580.000 Euro. Dabei wer­den unter ande­rem die Mög­lich­kei­ten zur Ein­füh­rung und Akzep­tanz digi­ta­ler Tech­nik in der ambu­lan­ten Pfle­ge unter­sucht. Des Wei­te­ren geht es um das Ver­ste­hen von Ent­schei­dungs­pro­zes­sen inner­halb von Fami­li­en und das Eva­lu­ie­ren wei­te­rer Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten.

Huml unter­strich: “Vie­le Men­schen haben den Wunsch, auch im Alter oder bei Pfle­ge­be­dürf­tig­keit in den eige­nen vier Wän­den blei­ben zu kön­nen. Die moder­ne digi­ta­le Tech­nik eröff­net hier neue Mög­lich­kei­ten. Das Pro­jekt ‘9 x Selbst­be­stimmt Woh­nen in Ober­fran­ken’ unter­sucht zum einen den sinn­vol­len Ein­satz digi­ta­ler Lösun­gen daheim. Zum ande­ren ist es Ziel des Pro­jekts her­aus­zu­fin­den, wie die Akzep­tanz für tech­ni­sche und digi­ta­le Assi­stenz erhöht wer­den kann.”

Die Mini­ste­rin erläu­ter­te: “Es ist wich­tig, dass der Ein­satz von Tech­nik über klas­si­sche Hilfs­mit­tel wie Roll­stüh­le oder Rol­la­to­ren hin­aus­geht. Ein Bei­spiel dafür sind soge­nann­te Smart-Home-Lösun­gen wie etwa die auto­ma­ti­sche Abschal­tung aller elek­tro­ni­schen Gerä­te beim Ver­las­sen der Woh­nung oder auto­ma­ti­sche Roll­laden- und Beleuch­tungs­steue­rung.”

Huml füg­te hin­zu: “Es ist mir ein Anlie­gen, Vor­be­hal­te in der Bevöl­ke­rung gegen­über der moder­nen Tech­nik abzu­bau­en. Wir wol­len die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger von den Vor­tei­len der digi­ta­len Anwen­dun­gen über­zeu­gen. Klar ist dabei: Der Ein­satz von moder­ner Tech­nik bedeu­tet nicht, dass tech­ni­sche und digi­ta­le Anwen­dun­gen die Mensch­lich­keit ver­drän­gen sol­len. Ganz im Gegen­teil: Es sol­len Frei­räu­me für mehr mensch­li­che Zuwen­dung geschaf­fen wer­den!“

Die Mini­ste­rin ergänz­te: “Bei aller Begei­ste­rung für digi­ta­le Tech­nik gilt: Der ver­ant­wor­tungs­vol­le Umgang mit den Daten der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen und der Schutz der Pri­vat­sphä­re haben ober­ste Prio­ri­tät! Die Bür­ger müs­sen auch wei­ter­hin die Selbst­be­stim­mung über ihre Daten behal­ten.”

Die För­de­rung des Pro­jekts “9 x Selbst­be­stimmt Woh­nen in Ober­fran­ken” durch das baye­ri­sche Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­ni­ste­ri­um ist im Okto­ber 2017 gestar­tet. Die vor­be­rei­ten­den Arbei­ten (Kon­zept der Eva­lua­ti­on, Akqui­se der Mul­ti­pli­ka­to­ren und der Fami­li­en) sind so gut wie abge­schlos­sen. Ab Janu­ar 2018 beginnt die tat­säch­li­che wis­sen­schaft­li­che For­schung.

Neben dem Pro­jekt­trä­ger der Joseph-Stif­tung aus Bam­berg sind als wei­te­re Part­ner die Sozi­al­stif­tung Bam­berg, das Insti­tut für Psy­cho­ge­ron­to­lo­gie an der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg sowie die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken an dem Pro­jekt betei­ligt.

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