„Turbo-Bauen“: IG Bau Oberfranken warnt vor steigendem Unfallrisiko

Kreis Forchheim baute 351 Wohnungen im letzten Jahr

Bauarbeiter aus dem Kreis Forchheim haben alle Hände voll zu tun: Die Branche brummt. Allein im vergangenen Jahr wurden im Landkreis 351 neue Wohnungen gebaut, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG BAU beruft sich hierbei auf Zahlen des Statistischen Bundesamts. Nach Beobachtung der Gewerkschaft steigt mit der Zahl der Aufträge aber häufig auch die Unfallgefahr. „Gerade jetzt zum Winteranfang müssen viele Projekte fertig werden. Dieses ,Turbo-Bauen‘ führt zu enormem Stress für die Beschäftigten“, berichtet Gewerkschafter Gerald Nicklas. Allzu oft drohe der Arbeitsschutz dem Termindruck zum Opfer zu fallen.

Die IG BAU Oberfranken fordert die heimischen Bauunternehmen auf, die Arbeitssicherheit nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wer in einer Höhe von fünf Metern oder mehr auf einer Leiter arbeitet, der riskiert eine Menge. Besser ist da ein Gerüst – auch wenn es den Chef mehr kostet“, macht Nicklas deutlich. Die Unfallzahlen in der Branche seien nach wie vor zu hoch, sagt der IG BAU-Bezirksvorsitzende: Rund 22.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle auf bayerischen Baustellen registrierte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung im letzten Jahr.

Ein weiteres Problem: Auf vielen Baustellen fehlt es nach IG BAU-Angaben an Fachkräften, die sich um den Arbeitsschutz kümmern – obwohl dies die Baustellenverordnung vorschreibt. Gerade bei Subunternehmern, die Bauarbeiter aus dem Ausland beschäftigen, suche man in der Regel vergebens nach qualifiziertem Personal.

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