Julian Neise aus Bayreuth ist Landessieger im Leistungswettbewerb des Handwerks

Vielseitig, abwechslungsreich und mit direktem Kontakt zum Kunden

Für Technik hat er sich schon immer interessiert, ein Praktikum und Ferienjobs haben das Interesse noch verstärkt. Jetzt hat Julian Neise aus Bayreuth seine dreieinhalbjährige Lehrzeit bei Euronics XXL Baumann in Bayreuth mit dem Landessieg im Leistungswettbewerb des Handwerks gekrönt. Der 21-Jährige ist damit Bayerns bester Informationselektroniker für Geräte und Systeme.

Der Beruf hat sich gewandelt. Was früher der Radio- und Fernsehtechniker war, ist heute wesentlich vielschichtiger und umfassender geworden. „Der Wandel vom Analogen zum Digitalen gehört dazu, ebenso von Kupfer auf Glasfaser“, erläutert Julian Neise. Seinen Beruf beschreibt er so: „Ich verhelfe den Menschen zu Fernsehen, Telefon und Internet.“

Nach dem Besuch der Johannes-Kepler-Realschule in Bayreuth und dem Realschulabschluss hatte Julian Neise gleich seine Lehre bei Euronics XXL Baumann begonnen. Dienstleistungen für Privatkunden gehören hier genauso zum Alltagsgeschäft, wie die Verdrahtung ganzer Neubaugebiete oder öffentliche Aufträge, wie der Anschluss großer Studentenwohnheime. „Die Arbeit ist sehr vielseitig, abwechslungsreich und macht einfach Spaß“, so Julian Neise, der ganz besonders den direkten Kontakt zum Kunden schätzt. Deshalb wird er auch weiterhin bei Euronics XXL Baumann bleiben und irgendwann wahrscheinlich die Meisterprüfung ins Visier nehmen.

Julian Neise ist aufgrund seiner herausragenden Leistungen Landessieger geworden. Als Gesellenstück musste er eine Unicable Sat-Anlage in der Bayreuther Berufsschule aufbauen. Dabei sei ihm ganz besonders zu Gute gekommen, dass er das auch schon in der Firma gemacht hat.

Wenn es einmal nicht um Technik geht, dann kann es durchaus vorkommen, dass der Landessieger seine Freizeit trotzdem zusammen mit seinen Arbeitskollegen aus der Abteilung verbringt. Ganze Wandertouren unternehmen die Kollegen miteinander, Kegeln gehört auch zu den bevorzugten Freizeitbeschäftigungen, genauso wie das Angeln.

Euronics XXL Baumann hat 70 Beschäftigte. „Das Thema Ausbildung ist bei uns traditionell hoch angesiedelt“, sagt Andreas Baumann, Chef und Ausbilder von Julian Neise. Acht Informationselektroniker stehen derzeit in einem Ausbildungsverhältnis, dazu kommen ein Fachinformatiker und zwei Verkäufer. Mit selbst angelernten Leuten arbeitet man besser als mit fremd eingekauften, lautet die Devise. Allerdings werde es immer schwieriger, die richtigen Azubis zu finden.

Andreas Baumann begrüßt das Angebot der Berufsmessen der Kammer. Darüber hinaus halten er und auch schon Landessieger Julian Neise Vorträge in den Real- und Wirtschaftsschulen in Bayreuth und Umgebung. „Es ist schwierig geworden, die jungen Leute zu motivieren und für einen Handwerksberuf zu begeistern“, sagt Baumann. Ideal sei es, potentielle Interessenten für ein einwöchiges Praktikum zu gewinnen, bei dem die jungen Leute mehrere verschiedene Stationen durchlaufen können. Dann werde schnell klar, ob sie sich eignen und für eine Ausbildung in Frage kommen.

Bei Euronics XXL Baumann haben sie auf jeden Fall eine vielversprechende Zukunft vor sich, denn das Traditionsunternehmen weiß sich trotz scheinbar übermächtiger Konkurrenz hervorragend am Markt zu behaupten. „Wir machen viele Spezialaufträge bei den Kunden, die andere nicht machen“, so Andreas Baumann. Sein Haus sieht sich als „Problemlöser, den es im Internet nicht gibt“. Dazu kommt das Thema Beratung: „Wir zeigen den Kunden nicht nur vernünftige Lösungen, sondern auch, welche Bandbreite es an Möglichkeiten gibt.“

HWK-Präsident Thomas Zimmer, Hauptgeschäftsführer Thomas Koller und der Obermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik Bayreuth, Bernd Zeilmann, haben am14. November dem Landessieger und seinem Ausbildungsbetrieb persönlich die Glückwünsche des oberfränkischen Handwerks überbracht.