Erz­bi­schof Schick: „St. Mar­tin mahnt: Glau­be nicht zum Tabu­the­ma machen“

Erz­bi­schof Schick zum Abschluss des Jubi­lä­ums­jah­res zum 1700. Geburts­tag des Hei­li­gen Mar­tin im Jahr 316/317: Umbe­nen­nung in Later­nen­fest geschieht aus falsch ver­stan­de­ner Toleranz

Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat den hei­li­gen Mar­tin als Vor­bild für Gewalt­lo­sig­keit, Beschei­den­heit, Barm­her­zig­keit und reli­giö­se Tole­ranz gewür­digt. Des­halb kön­ne man zu St. Mar­tin auch 1700 Jah­re nach sei­ner Geburt immer noch auf­schau­en und ihn am Mar­tins­fest ver­eh­ren. „Es ist wich­tig, dass wir nicht nur ein Later­nen­fest fei­ern, son­dern auch den hei­li­gen Mar­tin ver­eh­ren und das Mar­tins­lied sin­gen“, beton­te Schick. Die Tugen­den und Wer­te, für die St. Mar­tin ste­he, sei­en auch über das Chri­sten­tum hin­aus unstrit­tig. Daher sei das Mar­tins­fest mit sei­nen belieb­ten Fei­ern rund um den 11. Novem­ber kei­ne Pro­vo­ka­ti­on für ande­re Reli­gio­nen oder für Men­schen ohne Reli­gi­on, son­dern Ein­la­dung an alle, dar­über nach­zu­den­ken, wel­che Wer­te und Tugen­den die Gesell­schaft bestim­men sollen.

Eine Umbe­nen­nung des tra­di­tio­nel­len Mar­tins­zu­ges in Lich­ter- oder Later­nen­fest gesche­he aus falsch ver­stan­de­ner Tole­ranz, so Schick. Der hei­li­ge Mar­tin mah­ne auch heu­te jeden Chri­sten, Reli­gi­on, Glau­be und reli­giö­ses Leben nicht zu Tabu­the­men zu machen. „Mar­tin war ein Beken­ner sei­nes Glau­bens und zugleich ein Vor­bild an Tole­ranz. Auch lehn­te er Bekeh­run­gen zum Chri­sten­tum durch Gewalt ent­schie­den ab. Mit Wort und Bei­spiel woll­te er vom Evan­ge­li­um über­zeu­gen. Er kann alle Reli­gio­nen zum respekt­vol­len und tole­ran­ten Umgang mit­ein­an­der und zum inter­re­li­giö­sen Dia­log füh­ren“, sag­te der Bam­ber­ger Erzbischof.

Mar­tin sei auch ein Euro­pä­er gewe­sen, von römi­schen Eltern gebo­ren, in Ungarn auf­ge­wach­sen, in Gal­li­en Hee­res­dienst gelei­stet, hat­te er Bezie­hun­gen zu Ita­li­en und Ost­eu­ro­pa, er besuch­te das heu­ti­ge Deutsch­land, Frank­reich und Spa­ni­en. „Er wuss­te, dass Euro­pa zusam­men­ge­hört, und mahnt uns heu­te, ein Euro­pa der Soli­da­ri­tät und des Frie­dens auf­zu­bau­en und nicht mit Popu­lis­mus und Natio­na­lis­mus neue Gefah­ren des Gegen­ein­an­ders, von Kon­flik­ten und Krie­gen her­vor­zu­ru­fen“, sag­te Schick. Mar­tin sei vom Glau­ben über­zeugt gewe­sen und ste­he für das, was heu­te als christ­li­ches Abend­land bezeich­net werde.

Er habe auch Kai­ser und Heer­füh­rer sowie auch die Bischö­fe sei­ner Zeit kri­ti­siert, die ihre Inter­es­sen mit Gewalt durch­set­zen woll­ten. Mar­tin lehn­te eine Kar­rie­re als Sol­dat ab und woll­te sich auch davor drücken, Bischof zu wer­den. Auf­se­hen um sei­ne Per­son zu machen, lehn­te er zeit­le­bens ab, in allen Dien­sten und Ämtern woll­te er hel­fen und die­nen. Damit sei er heu­te auch Vor­bild für alle Per­so­nen, die öffent­li­che Ämter und Ver­ant­wor­tung tra­gen, so Schick.

„Lasst uns den hei­li­gen Mar­tin ver­eh­ren und zu ihm auf­schau­en, damit wir ler­nen, auch zuein­an­der auf­zu­schau­en und den Wert eines jeden Men­schen, sei­ne Rech­te und Bedürf­nis­se zu erken­nen, damit wir eine men­schen­freund­li­che Gesell­schaft in ganz Euro­pa bil­den“, beton­te Schick. Der hei­li­ge Mar­tin sol­le hel­fen, zu Jesus Chri­stus auf­zu­schau­en und nach dem Evan­ge­li­um zu leben.

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