Bam­ber­ger VCD zum Bahn­aus­bau: „Das alles bei offe­ner Baugrube“

Der VCD emp­fiehlt einen zwei­ten Blick auf den Antrag „Neu­bau Güterb3ahnhof, Ein­gra­bung des Bahn­hofs, Tunnel“

„Alle 4 Glei­se unter die Erde!“ – das war einer der ersten Vor­schlä­ge zum Bahn­aus­bau, und auf den ersten Blick ist er auch lukra­tiv. Bei genaue­rem Hin­schau­en fällt er aber durch. Jetzt trom­melt N. Tscher­ner zusätz­lich für einen Neu­bau des Güter­bahn­hofs und für die Ein­gra­bung des gesam­ten Bahn­hofs. Ein zwei­ter Blick emp­fiehlt sich.

Für den Güter­bahn­hof ist die Reg­nitz-/Main­aue zwi­schen B 26, A 70 und Reg­nitz aus­ge­sucht. Doch für das gesam­te Gebiet gilt ein strik­tes Bau­ver­bot. Mit gutem Grund: Es wird als Hoch­was­ser­rück­hal­te­ge­biet gebraucht. Durch Bebau­ung wür­den Bisch­berg, Viereth, Trun­stadt, … unmit­tel­bar in Gefahr gebracht. Hat N. Tscher­ner die Bür­ger mainab­wärts gefragt, ob sie das wol­len? Die Unter­schrif­ten­li­ste lockt mit „Bahn­hof zukünf­ti­ge Park­an­la­ge“. Was nicht da steht: Zum Bahn­hof gehö­ren die 7 oder 8 Bahn­stei­ge, die Ran­gier- und Neben­glei­se, das gan­ze Wei­chen­feld. Von der Stricker­stra­ße bis zur Mem­mels­dor­fer müss­te aus­ge­bag­gert wer­den: mehr als einen Kilo­me­ter lang, bis 100 Meter breit, mehr als 10 Meter tief. Bombastisch.

„Alle 4 Glei­se“ sol­len „im Tun­nel­bau ver­legt“ wer­den. Doch es geht nicht nur um 4 Glei­se, und im Bahn­hofs­be­reich gibt’s kei­nen Tun­nel, son­dern einen rie­si­gen Hal­len­bau. Von der Mem­mels­dor­fer bis zur Kro­nacher gibt’s auch kei­nen Tun­nel, nur eine Ram­pe. Bleibt vom Tän­nig bis zur Stricker, rund zwei­ein­halb Kilo­me­ter, ent­lang an Gereuth und Wun­der­burg: 4 Röh­ren, aus­zu­bag­gern auf einer Brei­te von rund 50 Metern. Was ist mit der Abzwei­gung nach Schwein­furt? Sie ist einer der umstrit­ten­sten Punk­te. Wo die­se West­an­bin­dung lau­fen soll, ist in der Unter­schrif­ten­li­ste nicht erwähnt und nicht ein­mal eingezeichnet.

In offe­ner Bauweise

Von 10 Meter Tie­fe ist die Rede. Da wür­de, aus tech­ni­schen und geo­lo­gi­schen Grün­den, in offe­ner Bau­wei­se gebaut. Also müss­te die Bau­gru­be durch Spund­wän­de oder Bohr­pfahl­wän­de gefasst wer­den. Kilo­me­ter­lang wür­den die Stahl­trä­ger in den Boden gerammt oder gebohrt, eng an der Bebau­ung. Die­ser Tun­nel kann auch nicht in einem Zug gebaut wer­den, son­dern erst eine lin­ke Hälf­te, dann eine rech­te Hälf­te. Also müss­te zwei­mal gebag­gert und zwei­mal gespun­det wer­den, im Bahn­hofs­be­reich drei- oder vier­mal. Jedes Mal kilometerlang.

Vom Tän­nig bis zur Kro­nacher wür­de gebag­gert, Mil­lio­nen Kubik­me­ter Sand und Geröll. Die müss­ten alle abtrans­por­tiert wer­den. Das gäbe zig-tau­sen­de Lkw-Fahr­ten, auf Haupt­ver­kehrs­ach­sen der Stadt. Anschlie­ßend müss­te der Boden wie­der auf­ge­füllt wer­den. Eine gro­ße Mas­se müss­te ein zwei­tes Mal trans­por­tiert, gebag­gert und ver­dich­tet wer­den. Sper­run­gen und Staus wären sicher, quer durch die Stadt, für Jah­re. Für wie vie­le Jah­re? Die Schät­zun­gen begin­nen bei 15 Jah­ren und gehen in Rich­tung 20 Jahre.

Grund­was­ser und Unterführungen

Der gan­ze Strecken­ver­lauf liegt im Bereich star­ker Grund­was­ser­strö­me. Tun­nel, Tief­hal­le und Ram­pe wären eine kilo­me­ter­lan­ge Bar­rie­re für das Was­ser, mit ewig anhal­ten­dem Auf­wand für auf­wän­di­ge tech­ni­sche Anla­gen. Das Was­ser­wirt­schafts­amt könn­te gar nicht anders, als die Geneh­mi­gung zu ver­wei­gern. „Kei­ne 4 Unter­füh­run­gen“ sind in Aus­sicht gestellt. Rich­tig: Bei offe­ner Bau­wei­se könn­ten die Unter­füh­run­gen nicht eine nach der ande­ren, sie müss­ten alle gleich­zei­tig gesperrt wer­den. Dann wären alle 4 Unter­füh­run­gen wirk­lich weg, ohne Ersatz – für vie­le Jahre.

Stadt­ver­kehr, Bahn, Anwohner

Für die Bau­zeit ver­spricht N. Tscher­ner „kei­ne mas­si­ven Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen“ und „gerin­ge Beein­träch­ti­gung des Bahn­ver­kehrs“. Von Aus­wir­kun­gen auf die meh­re­ren Tau­send Anwoh­ner ist nicht ein­mal die Rede. Doch es käme ganz anders: Der Stadt­ver­kehr wür­de mas­siv gestört, der Bahn­ver­kehr wür­de mas­siv gestört, die Anwoh­ner wür­den mas­siv gestört. Über 15 oder 20 Jahre.

Muss man sich über die Bau­ko­sten über­haupt noch unter­hal­ten? Auch die­se Kosten kann man sich sparen

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