Pre­mie­ren­ver­an­stal­tung „Der Boxer“ an der Stu­dio­büh­ne Bayreuth

Szenenfoto: Thomas Eberlein
Szenenfoto: Thomas Eberlein

Pre­miè­re am 27. Okto­ber 2017 um 20.00 Uhr | Stu­dio­büh­ne Bayreuth

Am 9. Juni 1933 wird in Ber­lin um den deut­schen Mei­ster­ti­tel im Halb­schwer­ge­wicht gekämpft. Der Her­aus­for­de­rer ist Johann „Ruke­li“ Troll­mann, der einer Sin­ti-Fami­lie ent­stammt. Ruke­li hat einen Box­stil wie Jahr­zehn­te spä­ter Muham­mad Ali – er tanzt durch den Ring, spielt mit dem schwer­fäl­li­gen Geg­ner, wird durch sei­ne blitz­schnel­len Pen­del­be­we­gun­gen kaum getrof­fen. Ruke­li punk­tet in jeder Run­de. Eine Woche spä­ter wird ihm von den Nazis der Mei­ster­ti­tel wegen „undeut­schen Boxens“ aberkannt.

Was folgt, ist ein Akt des Wider­stands: Sei­nen näch­sten Kampf absol­viert Ruke­li Troll­mann mit weiß­ge­schmink­ter Haut und was­ser­stoff­blond gefärb­ten Haa­ren als Par­odie des ari­schen Her­ren­men­schen. Durch die „Ras­sen­hy­gie­ni­sche For­schungs­stel­le” wer­den alle „Zigeu­ner” im Reichs­ge­biet erfasst und als rein­ras­sig oder als Misch­ling ein­ge­stuft. Von sei­ner deut­schen Frau Olga muss er sich tren­nen. Schließ­lich wird er ver­haf­tet und ins KZ ein­ge­lie­fert, wo man ihn zwingt, ein letz­tes Mal zu boxen – gegen sei­nen Erz­feind Lager­kom­man­dant Wolf. Die Spiel­re­gel lau­tet: Wer ver­liert, stirbt.
Es gab ihn wirk­lich, die­sen tan­zen­den, boxen­den Zigeuner.

Unge­fähr eine hal­be Mil­li­on Roma und Sin­ti aus dem Deut­schen Reich und den besetz­ten Län­dern wur­den ermor­det. Nach dem Krieg wur­den sie sehr schnell zu den „ver­ges­se­nen Opfern“.

„ ‚DER BOXER erin­nert an die ermor­de­ten Sin­ti und Roma und gibt ihnen und uns einen Hel­den, der sich vor den Nazis nie­mals unter­krie­gen ließ, auch wenn sie ihn am Ende töte­ten. Ruke­li lebt.“ Felix Mit­te­rer

Spiel­dau­er 2 Stun­den. Eine Pause.

DER BOXER

Ein Thea­ter­stück von Felix Mitterer

Frei nach dem Schick­sal des Sin­to-Boxers Johann „Ruke­li“ Trollmann

  • Pre­miè­re: 27. Okto­ber 2017 um 20.00 Uhr | Stu­dio­büh­ne Bayreuth
  • Ter­mi­ne:
    • 4., 7., 15., 18., 25., 30. Novem­ber 7., 8., 13., 16. Dezem­ber um 20.00 Uhr
    • 5. und 26. Novem­ber um 17.00 Uhr
  • Regie: Bir­git Franz
  • Büh­ne: Michel Bövers
  • Kostü­me: Hei­ke Betz
  • Licht und Ton: Ronald Kropf
  • Mas­ke: Lore Maßler
  • Es spie­len: Frank Ammon, Hei­ke Hart­mann, Flo­ri­an Kolb, Anja Kraus, Toni Reim­lin­ger, Mar­kus Schmitt, Hans Striedl, Lukas Stühle
  • Es singt: Scar­lett Rani Adler

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