Vortrag “Fränkische Dorfkirchen im konfessionellen Zeitalter” in Tüchersfeld

„Borkirche und Altartrias. Fränkische Dorfkirchen im konfessionellen Zeitalter“

In der zweiten Jahreshälfte befasst sich das Fränkische Schweiz-Museum mit der Reformation und besonders mit ihren Auswirkungen auf die Fränkische Schweiz.

Mit der Reformation veränderte sich für die evangelischen Gläubigen das christliche Heilsverständnis fundamental: auch ohne die Fürsprache der Heiligen oder Marias können Christen die Gnade Gottes erfahren, alleine durch ihren Glauben. Auch das Eucharistieverständnis erfuhr einen grundlegenden Wandel.

Die theologischen Veränderungen spiegelten sich folgerichtig auch in der Kirchenausstattung wider: Marien- und Heiligendarstellungen waren bei Neubauten oder Renovierungen verzichtbar. Dies beeinflusste insbesondere den Aufbau der Altäre. Die Bedeutung der Wortverkündigung führte zur Betonung der Kanzel im Kirchenraum. Der Wegfall von frommen Stiftungen an die Kirche erforderten Kompensationen zur Sicherstellung Finanzen. Dies konnte u.a. durch die Vermietung der Sitzplätze auf den nun Einzug in die Kirchen haltenden Bänken erreicht werden. Den dadurch auftretenden räumlichen Engpässe entgegnete man nun mit dem Einbau von z. T. mehrstöckigen Emporen, so dass wiederum ausreichend Platz für die Gläubigen erzielt werden konnte.

Der vormalige Leiter des Freilandmuseums in Bad Windsheim, Prof. Dr. Konrad Bedal, hat sich umfassend mit den Veränderungen im Kirchenraum auseinander gesetzt. In seinem Vortrag „Borkirche und Altartrias. Fränkische Dorfkirchen im konfessionellen Zeitalter“ stellt er die dabei gewonnenen Erkenntnisse im Begleitprogramm zur Ausstellung „Luthers langer Arm: Von Katholiken und Protestanten in der Fränkischen Schweiz“ im Fränkische Schweiz-Museum am Mittwoch, dem 25. Oktober vor. Deutlich wird dabei die wechselseitigen Beziehungen zwischen theologischem Programm und architektonischer Umsetzung.

Der Vortrag findet am Mittwoch, den 25. Oktober um 19:30 Uhr im Pfarrheim in Tüchersfeld statt. Als Unkostenbeitrag werden 2,50 € erhoben.