100 Jah­re Bam­ber­ger Ver­fas­sung: Erste demo­kra­ti­sche Ver­fas­sung wird geehrt und gefeiert

Gedenktafel in Bamberg

Gedenk­ta­fel in Bamberg

Bam­berg war im Jahr 1919 baye­ri­sche Lan­des­haupt­stadt „auf Zeit“ und Sitz sowohl der Staats­re­gie­rung als auch des Land­tags. Bei­de Ver­fas­sungs­or­ga­ne zogen sich aus dem von Atten­ta­ten und bür­ger­kriegs­ähn­li­chen Unru­hen erschüt­ter­ten Mün­chen in das ruhi­ge­re, aber gleich­wohl mit einer für die Regie­rungs­ar­beit und die Ver­fas­sungs­be­ra­tun­gen gün­sti­gen Infra­struk­tur ver­se­he­ne Bam­berg zurück. Im Spie­gel­saal der Har­mo­nie wur­de am 14. August 1919 daher die soge­nann­te „Bam­ber­ger Ver­fas­sung“ ver­ab­schie­det. Die­ses Jubi­lä­um soll zum Anlass genom­men wer­den soll­te, um die erste demo­kra­ti­sche Ver­fas­sung des Frei­staa­tes stär­ker in das Bewusst­sein der Öffent­lich­keit zu rufen.

Bür­ger­mei­ster Dr. Chri­sti­an Lan­ge und der Lei­ter des Stadt­ar­chivs Horst gehrin­ger­ha­ben des­we­gen schon vor einem Jahr Gesprä­che mit Bar­ba­ra Stamm, der Prä­si­den­tin des Baye­ri­schen Land­tags auf­ge­nom­men. Bereits im Juli 2017 wur­de im Stadt­ar­chiv in Koope­ra­ti­on mit der Gesell­schaft für baye­ri­sche Rechts­ge­schich­te, eine Tagung zum The­ma „100 Jah­re Bam­ber­ger Ver­fas­sung“ durch­ge­führt. Im Stadt­ar­chiv refe­rier­ten aus­ge­wie­se­ne Ken­ner der baye­ri­schen, Rechts‑, Lan­des- und Ver­fas­sungs­ge­schich­te zum The­ma. Die Vor­trä­ge der Tagung sol­len in Form eines Tagungs­ban­des des Stadt­ar­chivs ver­öf­fent­licht wer­den. Die Ver­öf­fent­li­chung ist für Dezem­ber 2018 geplant. Zugleich bestehen bei der Baye­ri­schen Lan­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dungs­ar­beit Über­le­gun­gen zur Über­nah­me die­ser Publi­ka­ti­on in ihr Veröffentlichungsangebot.

Zudem soll es 2019 in Bam­berg im Kai­ser­saal der Neu­en Resi­denz einen offi­zi­el­len Fest­akt von Land­tag und Staats­re­gie­rung zur Bam­ber­ger Ver­fas­sung geben. Am Abend des glei­chen Tages soll eine öffent­li­che Fest­ver­an­stal­tung in der Kon­zert- und Kon­gress­hal­le mit musi­ka­li­scher Gestal­tung durch die Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker fol­gen. Land­tags­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Stamm und Mini­ster­prä­si­dent Horst See­hofer kamen grund­sätz­lich über­ein, die­se bei­den Ver­an­stal­tun­gen in dem geplan­ten Zeit­raum in Bam­berg durch­zu­füh­ren. Fer­ner ist für das Jahr 2019 eine Aus­stel­lung im Stadt­ar­chiv in Koope­ra­ti­on mit dem Staats­ar­chiv geplant.

Das Stadt­ar­chiv unter­stützt, in Zusam­men­ar­beit mit dem Histo­ri­schen Ver­ein als Ansprech­part­ner, mög­li­che Schü­ler­pro­jek­te zur Geschich­te des Par­la­men­ta­ris­mus in Bay­ern, aus­ge­hend von der ersten baye­ri­schen Ver­fas­sung 1818 am Bei­spiel von Abge­ord­ne­ten­bio­gra­phien in den Jubi­lä­ums­jah­ren 2018 (200 Jah­re erste Ver­fas­sung Bay­erns, 100 Jah­re Frei­staat Bay­ern) und 2019 (100 Jah­re Bam­ber­ger Verfassung).

Im Gespräch ist fer­ner die Durch­füh­rung eines öffent­li­chen Podi­ums­ge­sprächs mit der Lan­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dungs­ar­beit im Spie­gel­saal der Har­mo­nie als Koope­ra­ti­on mit dem Stadt­ar­chiv sowie eine Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tung für Leh­re­rin­nen und Leh­rer im Stadtarchiv.

„Wir wür­den uns freu­en, wenn das Jubi­lä­um der Bam­ber­ger Ver­fas­sung die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu einer inten­si­ven Beschäf­ti­gung mit Demo­kra­tie und Wah­len anre­gen wür­de,“ bringt Bür­ger­mei­ster Chri­sti­an Lan­ge sei­ne Hoff­nung zum Ausdruck.

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