Tag der E‑Mobilität an der HWK für Ober­fran­ken in Bayreuth

Begeisterung für den E-Roller: Die Ehrengäste und Mitveranstalter des Tags der Elektromobilität beim Rundgang durch die Ausstellung.

Begei­ste­rung für den E‑Roller: Die Ehren­gä­ste und Mit­ver­an­stal­ter des Tags der Elek­tro­mo­bi­li­tät beim Rund­gang durch die Ausstellung.

Umfas­sen­der Ansatz von Ener­gie­er­zeu­gung, ‑spei­che­rung, Lade­struk­tur und E‑Fahrzeuge überzeugte

Der 1. Tag der Elek­tro­mo­bi­li­tät, den die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken gemein­sam mit ihren Part­nern Stadt und Land­kreis Bay­reuth, die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth, die Innung für Elek­tro- und Infor­ma­ti­ons­tech­nik Bay­reuth und das Kom­pe­tenz­zen­trum Digi­ta­les Hand­werk ver­an­stal­tet hat, hat über­zeugt: Rund 2000 Besu­cher infor­mier­ten sich auf dem Gelän­de der HWK für Ober­fran­ken über das Gesamt­kon­zept E‑Mobilität, das aus rege­ne­ra­tiv erzeug­ter Ener­gie, den Mög­lich­kei­ten der Ener­gie­spei­che­rung, der Ladein­fra­struk­tur und den E‑Fahrzeugen besteht.

„Ich bin davon über­zeugt, dass wir mit unse­rem umfas­sen­den Ansatz für den Tag der E‑Mobilität abso­lu­ter Vor­rei­ter auf kom­mu­na­ler und regio­na­ler Ebe­ne sind. Eine der­art kom­ple­xe Ver­an­stal­tung hat es über die Fach­gre­mi­en hin­aus sicher noch nicht gege­ben“, zeig­te sich der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Tho­mas Kol­ler, dem­nach auch zufrie­den. Den Tag hat­ten die Ver­an­stal­ter unter das Mot­to „Elek­tro­mo­bi­li­tät Erler­nen, Erle­ben, Er-Fah­ren“ gestellt. Aus gutem Grund, denn erst­mals soll­ten Mobi­li­tät und erneu­er­bar erzeug­te, elek­tri­sche Ener­gie als zusam­men­hän­gen­des System dar­ge­stellt und die dar­aus resul­tie­ren­den öko­lo­gi­schen und öko­no­mi­schen Vor­tei­le kon­kret benannt wer­den. Da neben den Aspek­ten Erler­nen und Erle­ben auch Er-Fah­ren auf dem Pro­gramm stand, stan­den für die Besu­cher zehn ver­schie­de­ne E‑Autos für Pro­be­fahr­ten und zahl­rei­che wei­te­re E‑Mobile zu Test­zwecken zur Verfügung.

E‑Mobilität: Durch­bruch bis 2025

Dazu gab es neben der Aus­stel­lung mit mehr als 30 Sta­tio­nen im Show­room des KDH ganz­tä­gig ein straf­fes Vor­trags­pro­gramm. Das Haupt­re­fe­rat über­nahm dabei Prof. Dipl.-Ing. Micha­el Dan­zer, der an der Fakul­tät für Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Bay­reuth den erst im April 2016 ins Leben geru­fe­nen Lehr­stuhl Elek­tri­sche Ener­gie­sy­ste­me inne­hat. Er forscht mit sei­nem Team am dyna­mi­schen, lang­le­bi­gen und zuver­läs­si­gen Ein­satz von Bat­te­rien und Brenn­stoff­zel­len. Ein­satz unter ande­rem für die Elek­tro­mo­bi­li­tät. Und gab auch einen Aus­blick, wie die künf­ti­gen Ent­wick­lun­gen aus­se­hen wer­den. „Der näch­ste Schritt wird eine Fest­stoff­bat­te­rie sein, bei der der Elek­tro­lyt nicht mehr flüs­sig ist, son­dern ein Fest­stoff. Damit geht vor allem auch ein Gewinn bei der Sicher­heit ein­her“, zeig­te sich der Lehr­stuhl­in­ha­ber über­zeugt. Dan­zer hat­te auch inter­es­san­te Ergeb­nis­se aus sei­ner For­schung rund um die schnel­le Alte­rung von Bat­te­rien bei häu­fi­gen Schnell­la­de-Ein­sät­zen mit­ge­bracht. „Wir haben zei­gen kön­nen, dass schon adap­ti­ves Laden – also dem Zustand der Bat­te­rie ange­pass­tes Laden – die Zyklen­fä­hig­keit der Bat­te­rie ver­dop­peln kann.“ Der Lehr­stuhl­in­ha­ber gab auch eine Ein­schät­zung ab, wie sich der aktu­ell als Ver­drän­gungs­kampf emp­fun­de­ne Wett­be­werb zwi­schen Ver­bren­nungs­mo­to­ren und E‑Mobilität ent­wickeln wird. „E‑Mobilität wird bis 2025 zwei­fel­los einen Durch­bruch errei­chen.“ Nichts­de­sto­trotz wer­den sich bei­de Antrie­be eher ergän­zen als ein­an­der ersetzen.

Dass die Betrie­be in Ober­fran­ken für die Elek­tro­mo­bi­li­tät gerü­stet sind, zeig­te die Kam­mer exem­pla­risch mit der Über­ga­be des Zer­ti­fi­kats „Elek­tro­mo­bi­li­tät Fach­be­trieb“ an Elek­tro­tech­nik-Innungs­be­trie­be, die das neue, gleich­na­mi­ge Semi­nar der HWK für Ober­fran­ken und der Innung für Elek­tro- und Infor­ma­ti­ons­tech­nik absol­viert haben. „Damit wer­den Betrie­be aus dem Elek­tro­tech­ni­ker-hand­werk gezielt in die Lage ver­setzt, Lade­sy­ste­me für Elek­tro­au­tos mit allen not­wen­di­gen Infra­struk­tu­ren und Ver­net­zun­gen zu pla­nen und zu instal­lie­ren“, erklär­te HWK-Prä­si­dent Tho­mas Zim­mer in sei­ner Begrüßung.

Ober­frän­ki­sches Kfz-Hand­werk für E‑Mobilität gerüstet

Dabei ist das E‑Handwerk natür­lich nicht das ein­zi­ge Hand­werk, das die HWK gezielt auf E‑Mobilität vor­be­rei­tet. Für das Kfz-Hand­werk gibt es seit Jah­ren ent­spre­chen­de Hoch­volt­tech­nik-Schu­lun­gen. Und inzwi­schen sind die tech­ni­schen Facet­ten der E‑Mobilität feste Bestand­tei­le der Aus­bil­dung bei Kfz-Mecha­tro­ni­kern. Tho­mas Zim­mer: „Das Kfz-Hand­werk ist also vor­be­rei­tet auf das The­ma Elektromobilität.“

Der Prä­si­dent beton­te eben­so wie Haupt­ge­schäfts­füh­rer Kol­ler im Forum der Ver­an­stal­ter, dass die HWK bereits seit dem Jahr 2000 E‑Mobile im Ange­bot hat – sowohl als Schu­lungs­fahr­zeu­ge, als auch im Fahr­zeug­pool. Dar­über hin­aus gebe es – mit Unter­stüt­zung der Bay­reu­ther Stadt­wer­ke – eine eige­ne Strom­tank­stel­le. „Es ist ein Grund­prin­zip der Kam­mer, für neue Tech­no­lo­gien offen zu sein, deren erste Schrit­te zu beob­ach­ten und unse­re Betrie­be dann bei der Ein­füh­rung zu beglei­ten und zu unter­stüt­zen. Das haben wir natür­lich auch bei der E‑Mobilität so gehal­ten“, sag­te Tho­mas Kol­ler. „Daher ist das ober­frän­ki­sche Hand­werk für Elek­tro­mo­bi­li­tät gewappnet.“

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