Johan­ni­ter raten: Bei Ver­dacht auf Pilz­ver­gif­tung sofort Not­ruf wählen

Der wohl bekannteste und schönste unter den Giftpilzen: der Fliegenpilz
Der wohl bekannteste und schönste unter den Giftpilzen: der Fliegenpilz

Vor­sicht, gif­tig! Nicht nur Gift­pil­ze sind gefährlich

Pas­sio­nier­te Pilz­samm­ler kön­nen zur­zeit wie­der ihrer Lei­den­schaft nach­ge­hen und mit Korb und Mes­ser bewaff­net durch die Wäl­der zie­hen. Doch nicht jeder Pilz ist ess­bar – der Ver­zehr eines gif­ti­gen Pil­zes kann fol­gen­schwer sein. Die Johan­ni­ter erklä­ren, wel­che Sym­pto­me auf eine Ver­gif­tung hin­wei­sen, was im Ver­dachts­fall zu tun ist und was die häu­fig­sten Ursa­chen von Pilz­ver­gif­tun­gen sind.

Nur neh­men, was man genau kennt – das ist die wich­tig­ste Regel beim Pil­ze­sam­meln. Besteht auch nur Zwei­fel an der Genieß­bar­keit, soll­te ein Pilz auf kei­nen Fall geges­sen wer­den. Kommt es trotz aller Vor­sicht zu einer Ver­wechs­lung, ist rasches Han­deln gebo­ten. Bereits gering­ste Men­gen von Pilz­gif­ten kön­nen schwe­re Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen her­vor­ru­fen, bis hin zu töd­li­chem Aus­gang. „Typi­sche Sym­pto­me, die auch erst Stun­den oder sogar Tage nach der Mahl­zeit auf­tre­ten kön­nen, sind Bauch­schmer­zen, Übel­keit, Erbre­chen, Durch­fall, Schweiß­aus­brü­che oder eine Gelb­fär­bung der Haut“, erklärt Frank Rei­se, Fach­aus­bil­der Erste-Hil­fe der Johan­ni­ter in Ober­fran­ken. „Bei Ver­dacht auf eine Ver­gif­tung soll­te man sofort den Ret­tungs­dienst rufen sowie alle Pilz­re­ste und gege­be­nen­falls Erbro­che­nes auf­be­wah­ren“, emp­fiehlt der Exper­te. Ärz­te kön­nen so die Art des Gif­tes fest­stel­len las­sen und die geeig­ne­ten Gegen­maß­nah­men einleiten.

Von Eigen­be­hand­lun­gen raten die Johan­ni­ter drin­gend ab. Es gibt kei­ne Haus­mit­tel gegen Pilz­ver­gif­tung, die ohne ärzt­li­chen Rat ein­ge­setzt wer­den soll­ten. Auf kei­nen Fall dür­fen die Betrof­fe­nen Milch oder Salz­was­ser trin­ken, um Erbre­chen zu för­dern. Auch Koh­leta­blet­ten, um Durch­fäl­le zu lin­dern, kön­nen gefähr­li­che Fol­gen haben. „Ruhe bewah­ren und unter der Not­ruf­num­mer 112 pro­fes­sio­nel­le Hil­fe rufen, das sind die besten Hilfs­mit­tel. Wer nach einem Pil­zes­sen bewusst­los wird, soll­te sofort in die sta­bi­le Sei­ten­la­ge gebracht wer­den“, emp­fiehlt Rei­se. Da sich der Zustand von Men­schen mit Ver­gif­tun­gen jeder­zeit ver­schlech­tern kön­ne, soll­ten Betrof­fe­ne nicht selbst ins Kran­ken­haus oder zum Arzt fah­ren, son­dern trans­por­tiert werden.

Nicht nur Gift­pil­ze sind gefähr­lich, Gefahr lau­ert ins­be­son­de­re auch bei der Lage­rung und Zube­rei­tung: Zu Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen kommt es laut der Deut­schen Gesell­schaft für Myko­lo­gie sogar am häu­fig­sten dann, wenn Spei­se­pil­ze zu lan­ge auf­ge­ho­ben, falsch gela­gert oder nicht rich­tig zube­rei­tet wur­den. Denn auch genieß­ba­re Pil­ze sind im rohen Zustand mei­stens gif­tig. Aus­nah­men bil­den Zucht­cham­pi­gnons und Stein­pil­ze. „Ach­ten Sie auch bei Spei­se­pil­zen auf Fri­sche und ein appe­tit­li­ches Aus­se­hen. Sicher­heit geht in jedem Fall vor“, rät Frank Reise

Die Johan­ni­ter emp­feh­len eine regel­mä­ßi­ge Auf­fri­schung von Erste-Hil­fe-Kennt­nis­sen, um im Ernst­fall rich­tig hel­fen zu kön­nen. Infos zum Kurs­an­ge­bot der Johan­ni­ter gibt es im Inter­net unter www​.johan​ni​ter​.de/​e​r​s​t​e​h​i​lfe oder tele­fo­nisch unter 0951 208533–26.

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