Ern­te­aus­fall durch Frost­schä­den: Bay­ern will Obst­bau­ern unterstützen

Die Wein- und Obst­bau­ern kön­nen auf­at­men. „Wir haben im Kabi­nett ein Hilfs­pa­ket beschlos­sen, um die teils erheb­li­chen Frost­schä­den aus­zu­glei­chen“, berich­tet Staats­mi­ni­ste­rin Mela­nie Huml (CSU).

„Uns war wich­tig, dass wir die Obst­bau­ern und Win­zer in ihrer oft exi­stenz­be­dro­hen­den Not­si­tua­ti­on nicht allei­ne las­sen, zumal die Schä­den auch nicht zu annehm­ba­ren Bedin­gun­gen ver­si­cher­bar gewe­sen wären“, so Huml.

Land­wirt­schafts­mi­ni­ster Hel­mut Brun­ner (CSU) zufol­ge sol­len Betrie­be unter­stützt wer­den, die mehr als 30 Pro­zent ihrer durch­schnitt­li­chen Ern­te ver­lo­ren haben. Sie kön­nen mit einer Ent­schä­di­gung von bis zu 50 Pro­zent rech­nen, in extre­men Här­te­fäl­len will der Frei­staat bis zu 80 Pro­zent ausgleichen.

Schuld an der schlech­ten Obst­ern­te ist die Frost­nacht vom 19. auf den 20. April. Wegen des unge­wöhn­lich mil­den Früh­jahrs stan­den zu die­ser Zeit die Obst­bäu­me schon in vol­ler Blü­te und die Wein­re­ben hat­ten bereits Knos­pen gebildet.

Glück hat­te Lis­bergs Obst­bau­er Ulrich Gräb. Er ist der ein­zi­ge Voll­erwerbs­obst­bau­er im Land­kreis Bam­berg und sag­te über Fol­gen der Frost­nacht: „Wir haben zwar auch Ern­te­aus­fäl­le, sind aber mit einem blau­en Auge davon gekom­men. Unser Glück war, dass unser Obst etwas spä­ter dran war, außer­dem ist die Nacht auf den 20. April nicht ganz so knackig kalt gewe­sen wie in ande­ren Gebie­ten, bei uns dürf­ten die Tiefst­wer­te ‚nur‘ bei bis zu etwa Minus 4 Grad gele­gen haben.“

Das Hilfs­pro­gramm sieht fol­gen­des vor:

  • Nach­ge­wie­se­ne Schä­den wer­den bis zu maxi­mal 50 Pro­zent aus­ge­gli­chen, der Höchst­be­trag liegt bei 50.000 Euro.
  • In beson­de­ren Här­te­fäl­len, bei denen die Schä­den über 100.000 Euro betra­gen, die Fort­füh­rung des Betriebs bedroht ist und ein Dar­le­hen auf­ge­nom­men wer­den muss, wer­den auch die Schä­den über 100.000 Euro zu 50 Pro­zent aus­ge­gli­chen. Die Zuwen­dung ist aller­dings auf 150.000 Euro pro Antrag­stel­ler begrenzt.
  • Ins­be­son­de­re bei klei­ne­ren Betrie­ben, deren Exi­stenz grund­le­gend gefähr­det ist, kann der Ent­schä­di­gungs­satz auf bis zu 80 Pro­zent erhöht werden.

Vor­aus­set­zung ist in allen Fäl­len, dass auf­grund des Frosts die Ern­te­er­trä­ge min­de­stens 30 Pro­zent nied­ri­ger aus­fal­len als im mehr­jäh­ri­gen Schnitt der vor­an­ge­gan­ge­nen Jahre.

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