Sonn­tags­ge­dan­ken: Nicht nur eine Rechenaufgabe

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs

Eine ara­bi­sche Legen­de erzählt: Der Vater hin­ter­ließ sei­nen drei Söh­nen 17 Kame­le. Der älte­ste soll­te die Hälf­te bekom­men, der zwei­te ein Drit­tel, der jüng­ste ein Neun­tel. Kaum war der Vater gestor­ben, gerie­ten die Erben in hef­ti­gen Streit, denn die Zahl 17 lässt sich weder durch zwei noch durch drei und gar nicht durch neun tei­len. Da kam ein Frem­der daher, hör­te sich den Streit an und stell­te sein Kamel zu den übri­gen. Nun waren es 18 und die Rechen­auf­ga­be gelang: Der älte­ste Sohn bekam neun, der zwei­te sechs, der jüng­ste zwei. Der Frem­de aber konn­te sein Tier behalten.

Wer als Freund, Nach­bar oder Seel­sor­ger ande­ren hilft, muss sich voll ein­brin­gen. Hoch­gei­sti­ge oder from­me Sprü­che hel­fen nichts. Dann heißt es nur: “Der hat leicht reden!” Wer sich aber wirk­lich dar­um bemüht, ande­re zu ver­ste­hen, ihnen bei­zu­ste­hen, der ris­kiert zwar Miss­ver­ständ­nis­se, Zwei­fel und Ableh­nung, denn vie­le wol­len sich nichts sagen las­sen, wol­len kei­ne Schwä­che zuge­ben. Doch wer ein­fühl­sam, gedul­dig vor­geht, kann sei­nen Mit­men­schen hel­fen und ver­liert nichts dabei. Im Gegen­teil: Wie schön ist das Gefühl, ande­ren wirk­lich zu hel­fen, viel schö­ner als die dump­fe Trieb­be­frie­di­gung, die man heu­te als “Spaß” bezeich­net. Ich wün­sche mir offe­ne Sin­ne für die Nöte mei­ner Mit­men­schen. Seel­sor­ge ist nicht nur etwas für schwe­re Stun­den, etwas für Pro­fis. Jeder kann sei­nem Mit­men­schen zum Chri­stus wer­den, also zum Trö­ster, zum Hel­fer, aber auch zum Mahner.

Wei­te­re Sonn­tags­ge­dan­ken

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs, www​.neu​stadt​-aisch​-evan​ge​lisch​.de

Infos zu Chri­sti­an Karl Fuchs:

  • geb. 04.01.66 in Neustadt/​Aisch
  • Stu­di­um der evang. Theo­lo­gie 1985 – 1990 in Neuendettelsau
  • Vika­ri­at in Schorn­weiss­ach-Vesten­bergs­greuth 1993 – 1996
  • Pro­mo­ti­on zum Dr. theol. 1995
  • Ordi­na­ti­on zum ev. Pfar­rer 1996
  • Dienst in Nürnberg/​St. Johan­nis 1996 – 1999
  • seit­her in Neustadt/​Aisch
  • blind

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