18. Frän­ki­sche Schweiz-Mara­thon – Letz­ter Mara­thon für Lorenz Kaiser

Lorenz Kaiser

Lorenz Kai­ser

Aus­ge­rech­net in der letz­ten Dienst­wo­che wird es für Lorenz Kai­ser (65) noch ein­mal hek­tisch. Denn die Vor­be­rei­tun­gen für den 18. Frän­ki­sche Schweiz-Mara­thon lau­fen auf vol­len Tou­ren. Und der „Lenz“ ist mit­ten­drin. Er sorgt seit Jah­ren dafür, dass am Start- und Ziel­punkt in Eber­mann­stadt alle Sport­ler mit dem Nötig­sten ver­sorgt wer­den. Er küm­mert sich am Sonn­tag ab 5 Uhr früh dar­um, dass vor Ort alles auf den Start­schuss vor­be­rei­tet ist. Auch die zwölf vom THW besetz­ten Ver­pfle­gungs­sta­tio­nen zwi­schen Wei­lers­bach und Beh­rin­gers­müh­le sind sein pla­ne­ri­sches Métier.

Den aller­er­sten Frän­ki­sche Schweiz-Mara­thon erleb­te Lorenz Kai­ser noch aus der Per­spek­ti­ve des Zuschau­ers. „Damals war eine unge­heu­re Eupho­rie zu spü­ren.“ Davon ließ sich der „Lenz“, selbst ein Leben lang akti­ver Ball­sport­ler, denn auch anstecken. Bei der zwei­ten Auf­la­ge war er auf der 42,195 Kilo­me­ter lan­gen Strecke. „Das blieb aber das ein­zi­ge Mal in mei­nem Leben, dass ich einen Mara­thon gelau­fen bin.“ Gehol­fen habe ihm die Fit­ness sei­ner lan­gen und erfolg­rei­chen Fuß­bal­ler-Kar­rie­re mit 14 Jah­ren in der Lan­des­li­ga. Natür­lich bei der SpVgg Jahn Forch­heim, bei der er seit den spä­ten 60-er Jah­ren auch dem Ten­nis­ball hin­ter­her­sprin­te­te. Mit der Zeit von 4:24 Stun­den sei er zufrie­den gewe­sen, obwohl die Bedin­gun­gen bei Regen und rut­schi­gem Kopf­stein­pfla­ster am Ziel­ort Rat­haus­platz Forch­heim nicht ide­al gewe­sen wären. „Ich woll­te nur durch­kom­men, ohne danach einen Arzt zu brauchen.“

Im Jahr dar­auf aller­dings ereig­ne­ten sich im Ziel­be­reich eini­ge uner­freu­li­che Ska­ter-Unfäl­le. „Da hat mich Land­rat Rein­hardt Glau­ber beauf­tragt, mit Ände­run­gen im Ziel­ein­lauf für mehr Sicher­heit zu sor­gen.“ Anre­gun­gen hol­te sich Lorenz Kai­ser, der Sport in Erlan­gen stu­diert hat und seit 1984 als päd­ago­gi­scher Mit­ar­bei­ter der Volks­hoch­schu­le des Land­krei­ses Forch­heim arbei­tet, bei den Ver­ant­wort­li­chen des Ska­te­r­ei­ner Ska­ting-Ver­an­stal­tung in Nürn­berg. „Es hat seit­her glück­li­cher­wei­se kei­ne schlim­men Unfäl­le mehr gegeben.“

Mit der Ent­wick­lung des Frän­ki­sche Schweiz-Mara­thons ist er zufrie­den. „Es wur­den Dank der Initia­ti­ve Anton Eckerts immer neue Wett­be­wer­be wie der Halb­ma­ra­thon, die Kin­der­läu­fe oder das 10-Kilo­me­ter-Ren­nen hin­zu­ge­fügt.“ Das Sport­li­che sei das Eine, die Außen­wir­kung zugun­sten der Regi­on sei das Ande­re, schwärmt der Bald-Pen­sio­när. Dabei ist Lorenz Kai­ser gar kein ech­ter Fran­ke, son­dern ein Kind des Dor­fes Lan­gen­geisling, das heu­te zu Erding gehört. Durch den Besuch des Inter­nats des Redemp­to­ri­sten-Klo­sters St. Anton kam er 1968 nach Forch­heim – und blieb nach dem Abitur am Her­der-Gym­na­si­um der Lie­be wegen. „Im Lau­fe der Jah­re wur­de der Frän­ki­sche Schweiz-Mara­thon immer pro­fes­sio­nel­ler, bei den Teil­neh­mern und den Orga­ni­sa­to­ren. Das sieht man auch dar­an, dass es deut­lich weni­ger medi­zi­ni­sche Not­fäl­le gibt.“

Selbst noch ein­mal die Lauf­schu­he schnü­ren, das kann sich der „Lenz“ nicht wirk­lich vor­stel­len. „Höch­stens eine der kür­ze­ren Strecken, etwa die zehn Kilo­me­ter oder als Teil einer Staf­fel.“ Sei­ne Auf­ga­be sah er in der Unter­stüt­zung ande­rer. Etwa des afri­ka­ni­schen Läu­fers, der vor zwei Jah­ren das Kunst­stück geschafft hat­te, am Mara­thon zehn Minu­ten zu spät zu star­ten und den­noch zu gewin­nen. Mit Anton Eckert und Mari­on Ros­sa-Schu­ster bil­de­te Lorenz Kai­ser „ein Tri­um­vi­rat“, das ohne die vie­len frei­wil­li­gen Hel­fer nicht so vie­le Jah­re erfolg­reich hät­te sein kön­nen. „Ein sol­ches Groß­ereig­nis kann man nur im Team stem­men, und das mit vie­len Leu­ten, auf die man sich blind ver­las­sen kann.“ Das wird auch sein Nach­fol­ger Moritz Wen­nin­ger erle­ben, der ab Okto­ber im zwei­ten Stock des VHS-Zen­trums Platz nimmt. „Im näch­sten Jahr bin ich dann mit mei­ner Frau an der Strecke – an einer Ver­pfle­gungs­sta­ti­on.“ Man sieht den „Lenz“ also wie­der – beim 19. Frän­ki­sche Schweiz-Marathon.

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