AOK Bam­berg: Azu­bis häu­fi­ger, aber kür­zer krank

Für die mei­sten Betrie­be ist am 1. Sep­tem­ber Aus­bil­dungs­start. Inter­ne Aus­wer­tun­gen der AOK Bay­ern zei­gen, dass der Kran­ken­stand der Aus­zu­bil­den­den im Frei­staat in 2016 mit 3,6 Pro­zent deut­lich nied­ri­ger war als der aller baye­ri­schen erwerbs­tä­ti­gen AOK-Ver­si­cher­ten. Hier lag der Kran­ken­stand bei 4,6 Pro­zent. Die Gesund­heits­kas­se ver­si­cher­te im ver­gan­ge­nen Jahr mit mehr als 146.000 Azu­bis 53 Pro­zent aller baye­ri­schen Auszubildenden.

Zwar erkrank­ten Aus­zu­bil­den­de mit 2,42 Fäl­len je Ver­si­cher­ten deut­lich häu­fi­ger als alle baye­ri­schen erwerbs­tä­ti­gen AOK-Ver­si­cher­ten (1,4 Fäl­le). „Dafür sind die baye­ri­schen Azu­bis wesent­lich kür­zer krank“, erklärt Chri­sti­an Kon­stan­ti­ni­dis, AOK-Exper­te für Betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment (BGM) bei der AOK in Bam­berg. 13 Tage Arbeits­un­fä­hig­keit (AU) waren es 2016 bei den Aus­zu­bil­den­den, 16,9 AU-Tage bei allen Erwerbs­tä­ti­gen. Dem­entspre­chend liegt die durch­schnitt­li­che Krank­heits­dau­er pro Fall bei den Berufs­an­fän­gern nur bei 5,4 Tagen gegen­über 11,9 Tagen pro Fall bei allen Beschäftigten.

Dop­pelt so vie­le Arbeits­un­fäl­le bei männ­li­chen Azubis

Unter­schie­de zwi­schen Jun­gen und Mäd­chen gab es indes kaum. Sowohl die Erkran­kungs­häu­fig­keit als auch die Krank­heits­dau­er unter­schie­den sich nur wenig. Aller­dings wie­sen männ­li­che Azu­bis dop­pelt so vie­le Arbeits­un­fäl­le auf: 4,62 Pro­zent ihrer Erkran­kungs­fäl­le waren durch einen Arbeits­un­fall ver­ur­sacht, dage­gen waren es nur 2,03 Pro­zent bei den Mäd­chen. „Das liegt dar­an, dass Jun­gen meist gefahr­ge­neig­te­re Beru­fe aus­üben, etwa in der ver­ar­bei­ten­den Indu­strie“, so Kon­stan­ti­ni­dis. In Ver­wal­tun­gen und Büros sind Arbeits­un­fäl­le weni­ger wahr­schein­lich. Dem­entspre­chend wie­sen die höch­sten Kran­ken­stän­de mit 5,22 Pro­zent die Azu­bis im Hoch- und Tief­bau­ge­wer­be auf, gefolgt von denen in Ver­kehrs- und Logi­stik­be­ru­fen (4,47 Pro­zent). Die nied­rig­sten Kran­ken­stän­de hat­ten die Azu­bis in der Infor­ma­tik­bran­che (2,6 Pro­zent) und im Ban­ken­ge­wer­be (2,5 Prozent).

„Der Ein­tritt in das Berufs­le­ben bringt eine erheb­li­che Ver­än­de­rung der Lebens­um­stän­de für die jun­gen Men­schen mit sich“, erklärt Kon­stan­ti­ni­dis dazu. „Es ist daher sinn­voll, jun­ge Men­schen im Rah­men des Betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ments bei der Ent­wick­lung eines posi­ti­ven Gesund­heits­ver­hal­tens zu unter­stüt­zen.“ Dies hat die AOK Bay­ern erkannt: Allein im ver­gan­ge­nen Jahr haben sich 51 BGM-Pro­jek­te der Gesund­heits­kas­se an Aus­zu­bil­den­de gerichtet.

Schreibe einen Kommentar