Erlan­ger CICE­RO CI-Cen­trum infor­miert erst­mals in Bay­reuth über „Hil­fen bei Schwerhörigkeit“

Der Bedarf an Aufklärung ist auch in Bayreuth groß: Cochlea Implantat. Foto: Fabian Birke
Der Bedarf an Aufklärung ist auch in Bayreuth groß: Cochlea Implantat. Foto: Fabian Birke

Über 80 Teil­neh­mer beim 1. Bay­reu­ther Hör­tag der HNO-Kli­nik Erlangen

Das Rau­schen der Blät­ter, das Sum­men der Bie­nen, das Plät­schern des Baches – für immer mehr Men­schen ist die Wahr­neh­mung die­ser klei­nen Geräu­sche kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit mehr. Auch im All­tag fin­den sich Men­schen mit Schwer­hö­rig­keit immer schlech­ter zurecht und füh­len sich – trotz Hör­ge­rät – oft von gesell­schaft­li­chen Vor­gän­gen iso­liert. Fakt ist: Die Zahl der zum Teil hoch­gra­dig schwer­hö­ri­gen Men­schen in Deutsch­land steigt wei­ter. Genau­so der Bedarf an Aufklärung.

Grund genug für die HNO-Kli­nik, Kopf- und Halschir­ur­gie des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Erlan­gen, das Coch­le­ar-Implant-Cen­trum CICE­RO und den Ver­ein „Hören schen­ken e. V.“ ihre Exper­ti­se gemein­sam unter der Schirm­herr­schaft von Mini­ster­prä­si­dent a. D. Dr. Gün­ther Beck­stein aktiv auch außer­halb Erlan­gens wei­ter­zu­ge­ben. „Hil­fe bei Schwer­hö­rig­keit“ – unter die­sem Leit­spruch infor­mier­ten die Ver­an­stal­ter des 1. Bay­reu­ther Hör­tags im ARVE­NA KON­GRESS Hotel in Fach­vor­trä­gen und Erfah­rungs­be­rich­ten Betrof­fe­ne, Ange­hö­ri­ge und Inter­es­sier­te über die Chan­cen einer Ver­sor­gung mit CI oder Hör­ge­rät. Sie ermög­lich­ten zudem den Aus­tausch mit ande­ren Betrof­fe­nen. „Vie­le unter Schwer­hö­rig­keit lei­den­de Men­schen wis­sen nicht, wel­che medi­zi­ni­schen Mög­lich­kei­ten ihnen zur Ver­fü­gung ste­hen, die sowohl das Hör­ver­mö­gen als auch das Sprach­ver­ste­hen ver­bes­sern und damit auch die Lebens­qua­li­tät stei­gern kön­nen“, erläu­ter­te Pro­fes­sor Dr. Dr. Ulrich Hop­pe, Lei­ter des CICE­RO. Für Pro­fes­sor Dr. Dr. Hein­rich Iro, Direk­tor der HNO-Kli­nik in Erlan­gen, ist es eine essen­ti­el­le Auf­ga­be sei­ner Kli­nik, Fach­wis­sen umfas­send wei­ter­zu­ge­ben: „Natür­lich ist es am Ende nicht die Tech­nik, son­dern der Pati­ent, der hier Behand­lungs­we­ge vor­gibt. Wir kön­nen ihm die Hil­fe­stel­lung anbie­ten, sich im Aus­tausch mit Ärz­ten und ande­ren Betrof­fe­nen zu infor­mie­ren und her­aus­zu­fin­den, wel­che Behand­lungs­me­tho­de für ihn infra­ge kom­men könn­te.“ Die Chan­ce, fun­diert mehr über die Ver­sor­gungs­me­tho­de CI zu erfah­ren, nah­men in Bay­reuth über 80 Men­schen wahr. In einem HÖR­Mo­bil des Deut­schen Schwer­hö­ri­gen­bun­des e.V. (DSB) konn­ten vor Ort direkt ori­en­tie­ren­de Hör­prü­fun­gen durch­ge­führt wer­den. In Erlan­gen ist der Hör­tag bereits eine feste Insti­tu­ti­on. In die­sem Jahr geht er in der Huge­not­ten­stadt in die ach­te Run­de. 2016 besuch­ten über 200 Men­schen die Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung der HNO-Kli­nik Erlangen.

Viel Eigen­in­itia­ti­ve und Ausdauer

In Fach­vor­trä­gen beant­wor­te­ten die Exper­ten aus Erlan­gen zen­tra­le medi­zi­ni­sche Fra­gen: Wel­che Mög­lich­kei­ten gibt es, wenn Hör­ge­rä­te nicht mehr hel­fen? Wel­che Vor­aus­set­zun­gen brau­chen Pati­en­ten für ein CI? Infor­ma­tio­nen aus erster Hand gab es auch zu den aktu­ell­sten CI-Ope­ra­ti­ons­me­tho­den, die immer weni­ger inva­siv und somit pati­en­ten­freund­li­cher wer­den. Mit der OP allein sei es jedoch nicht getan. Beson­ders die Nach­sor­ge spie­le eine wich­ti­ge Rol­le bei der erfolg­rei­chen Gewöh­nung an ein CI. Nur sie führ­ten im Ver­bund mit Maß­nah­men aus Hör­the­ra­pie und tech­ni­scher Anpas­sung lang­fri­stig zum Erfolg, beton­te Pro­fes­sor Dr. Dr. Ulrich Hop­pe auch in sei­nem Vor­trag. „Unse­re Pati­en­ten müs­sen auch immer ein hohes Maß an Eigen­in­itia­ti­ve und Aus­dau­er an den Tag legen. Sie müs­sen das Hören und Sprach­ver­ste­hen nach der OP erst wie­der erler­nen und rich­tig trai­nie­ren. Nur dann stellt sich ein ech­ter Hör­erfolg ein. Bei jedem gestal­tet sich die­ser Weg anders.“ Dass sich die­ser Ein­satz lohnt, zeig­te an die­sem Tag der ehe­ma­li­ge Baye­ri­sche Mini­ster­prä­si­dent Dr. Gün­ther Beck­stein, selbst CI-Trä­ger, höchst­per­sön­lich. In sei­nem Gast­vor­trag „Hören mit Hör­ge­rät und CI“ skiz­zier­te er sei­nen Weg zum und mit dem CI und ver­si­cher­te: „Mein Coch­lea-Implan­tat hat mir mei­ne Lebens­qua­li­tät wiedergebracht.“

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