Rich­tig mie­se Akti­on in Bam­berg: Spen­den­do­se geklaut

So sieht die Spendendose aus

So sieht die Spen­den­do­se aus

Mut­maß­lich irgend­wann zwi­schen dem 24. und 29. Juni wur­de von der The­ke des Eis­ca­fé Bassa­no in der Obe­ren Königstrasse 2 eine gela­bel­te und ver­plomb­te Spen­den­do­se des ohne jed­we­de finan­zi­el­le Ent­schä­di­gung für Obdach­lo­se und Flücht­lin­ge täti­gen Ver­eins „Ret­ten und Tei­len“ ent­wen­det. Das Team des Cafés bemerk­te lei­der nicht, wie ein offen­bar ganz beson­ders fei­ster Bam­ber­ger eine sehr betrieb­sa­me Minu­te aus­ge­nutzt und die rund 15 cm hohe Dose ein­ge­steckt hat, so dass der Täter lei­der nicht ver­folgt wer­den konn­te und es auch kei­ne Beschrei­bung von ihm oder ihr gibt.

Rund vier­zehn Tage vor die­sem rich­tig mie­sen Klau hat­te eine Ver­tre­te­rin des gemein­nüt­zi­gen Ver­eins tur­nus­mä­ßig den Füll­stand der Dose mit­tels kur­zem Blick in den Münz- und Schein­schlitz über­prüft und dabei fest­ge­stellt, dass min­de­stens drei Geld­schei­ne und Klein­geld rund ein Drit­tel der Spen­den­büch­se aus­füll­ten. Mit dem Ware­wert der pro­fes­sio­nell mit dem Ver­eins­lo­go bedruck­ten Dose und den geschätz­ten Spen­den, auch jenen, die seit Mit­te Juni dazu­ge­kom­men sein dürf­ten, beläuft sich der Ver­lust auf wohl aller­we­nig­stens 50 Euro. Auf den ersten Blick kei­ne Rie­sen­sum­me, aber wenn man bedenkt, dass es für die Poli­zei der Dom­stadt mit Her­kunft und Alter des Delin­quen­ten ver­mel­dens­wert ist, dass „in einem Super­markt Tabak und Kau­gum­mi im Wert von 9,29 Euro“ geklaut, obgleich der mut­maß­li­che Täter bereits haft­bar gemacht wer­den konn­te und wir hier einen Fall haben, wo nicht ein ver­si­cher­tes Unter­neh­men Opfer eines Dieb­stahls wur­de, son­dern ehren­amt­lich für ande­re Men­schen Täti­ge, bit­ten wir unse­re Leser, die zur frag­li­chen Zeit in besag­tem Eis­ca­fe waren, an die Mail­adres­se bamberg@​rettenundteilen.​de Mit­tei­lung zu machen, wenn ihnen etwas Ent­spre­chen­des auf­ge­fal­len ist. Gleich­zei­tig appel­liert „Ret­ten und Tei­len“ an den Lang­fin­ger, wenig­stens die Dose ordent­lich ver­packt und aus­rei­chend fran­kiert anonym an den Ver­eins­sitz (Unt. Dorf­str. 16, 96138 Burgebrach/​OT Stap­pen­bach) zurück­zu­sen­den.

Mit den gestoh­le­nen und an ande­rer Stel­le gesam­mel­ten Spen­den­gel­dern soll­te übri­gens kon­kret dem­nächst ein Ser­vice bei einem Bam­ber­ger Rei­se­bus­un­ter­neh­men gemie­tet wer­den, um Kin­dern in Bam­ber­ger Flücht­lings­un­ter­künf­ten einen Tages­aus­flug in einen nahe gele­ge­nen Frei­zeit­park zu ermög­li­chen. Auch für sei­ne son­sti­ge Arbeit, die unter ande­rem im Ret­ten und Fair-Tei­len von Lebens­mit­teln an unter ande­rem auch Obdach­lo­se sowie finan­zi­ell bedürf­ti­ge Bam­ber­ger Rent­ner und kin­der­rei­che Fami­li­en besteht, ist der in Bay­ern seit 2013 und in Bam­berg seit Spät­herbst 2015 täti­ge Ver­ein auf Spen­den­gel­der ange­wie­sen. Da die frän­ki­sche Sek­ti­on von Ret­ten und Tei­len als gemein­nüt­zig aner­kannt ist, sind Zuwen­dun­gen auf das Kon­to bei der Skat­bank (DE91830654080004951131 – BIC: GENODEF1SLR) im gesetz­li­chen Rah­men auch steu­er­lich absetz­bar. Bei höhe­ren Spen­den stellt der Ver­ein nach Hin­weis per Post oder e‑mail selbst­re­dend ger­ne auch eine Spen­den­be­schei­ni­gung aus.

Der Ver­ein sucht aber kei­nes­wegs „nur“ Geld, son­dern – da das Auf­ga­ben­feld wei­ter wächst – auch Men­schen, die in ihrer Frei­zeit min­de­stens 3–4 Stun­den pro Monat ehren­amt­lich aktiv bei Abho­lun­gen und Fair-Tei­lun­gen mit­hel­fen wol­len. Inter­es­sier­te nut­zen ein­fach die o.g. Kon­takt­we­ge. „Ret­ten & Tei­len“ freut sich im übri­gen über­dies auch über Ange­bo­te von Unter­neh­mern in Bam­berg Stadt und Land, die ape­ri­odisch oder regel­mä­ßig Lebens­mit­tel über haben und die­se einem sozia­len Zweck zufüh­ren las­sen möch­ten, oder auch auf Ein­la­dun­gen von Pri­vat­haus­hal­ten, die etwa Obst­bäu­me im eige­nen Gar­ten haben, die sie nicht mehr sel­ber abern­ten und die Früch­te der Natur in bedürf­ti­ge Hän­de geben möch­ten.

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