Bam­ber­ger Kli­nik am Hein­richs­damm eta­bliert neu­es Behand­lungs­kon­zept

Dr. Jens Flottemesch, Dr. Franz Ertl und Dr. Hans Fünfgelder. Foto: Sozialstiftung Bamberg
Dr. Jens Flottemesch, Dr. Franz Ertl und Dr. Hans Fünfgelder. Foto: Sozialstiftung Bamberg

„Fast Reco­very Pro­gramm“ för­dert schnel­le­re Gene­sung und beugt Infek­tio­nen vor

Bam­berg. Schon weni­ge Stun­den nach der Ope­ra­ti­on ste­hen sie wie­der auf den Bei­nen – und das, obwohl sie gera­de ein neu­es Hüft- oder Knie­ge­lenk bekom­men haben. Die Pati­en­ten gehen, beglei­tet vom Phy­sio­the­ra­peu­ten oder der Fach­kran­ken­schwe­ster, vom Bett ins Bad oder sogar bis auf den Flur. Vor weni­gen Jah­ren war das noch undenk­bar: Damals galt eini­ge Tage lang strik­te Bett­ru­he für frisch Ope­rier­te. Oft mit fata­len Fol­gen für die Betrof­fe­nen wie Mus­kel­ab­bau, Lun­gen­ent­zün­dung oder Throm­bo­se. Mit dem „Fast Reco­very Pro­gramm“, auf gut deutsch „Pro­gramm zur schnel­len Gene­sung“, gehen Dr. Hans Fünf­gel­der, Dr. Franz Ertl und Dr. Jens Flot­te­mesch in der Kli­nik am Hein­richs­damm neue Wege. Ihr gemein­sa­mes Ziel: Pati­en­ten zügig auf die Bei­ne, in Bewe­gung und zurück in ihren All­tag brin­gen. An der Erstel­lung des neu­en Kon­zep­tes waren Ortho­pä­den, Anäs­the­si­sten, Phy­sio­the­ra­peu­ten und Pfle­ge­kräf­te betei­ligt, denn schließ­lich sei der Gene­sungs­pro­zess Team­ar­beit, so Dr. Fünf­gel­der.

Scho­nen­de Nar­ko­se­ver­fah­ren und Ope­ra­ti­ons­tech­ni­ken

Eine wich­ti­ge Rol­le spielt dabei die Schmerz­the­ra­pie. „In Nar­ko­se wer­den schon vor und auch wäh­rend der Ope­ra­ti­on sowohl eine ört­li­che Betäu­bung, als auch ein Medi­ka­ment zur Unter­stüt­zung der Blut­ge­rin­nung in und um das OP-Gebiet ein­ge­bracht“, erklärt Anäs­the­sist Dr. Peter Gör­litz. Dies bewir­ke, dass der Pati­ent noch am OP-Tag nahe­zu schmerz­frei auf­ste­hen kön­ne und der Blut­ver­lust mini­miert wer­de. Damit wer­den Fremd­blut­ga­ben sehr sel­ten erfor­der­lich. Zudem ope­riert das Team um Dr. Fünf­gel­der mit mög­lichst klei­nen Schnit­ten, wann immer es tech­nisch mach­bar ist. OP-Wun­den hei­len dadurch schnel­ler, Schläu­che sind nicht nötig. Das ver­kürzt auch den Kli­nik­auf­ent­halt: Er beträgt im Durch­schnitt bei Hüft- und Knie-OPs nur noch acht bis zehn Tage.

Aber das ist noch nicht alles.

Um die Pati­en­ten vor Infek­tio­nen zu schüt­zen, emp­fiehlt Dr. Fünf­gel­der die Anwen­dung eines spe­zi­el­len Wasch-Sets schon vor der Ope­ra­ti­on. „Beson­ders beim Ein­satz künst­li­cher Knie- und Hüft­ge­len­ke hat sich die­ses Vor­ge­hen bewährt“, erklärt Dr. Fünf­gel­der. Denn jeder Mensch habe Kei­me auf der Haut und in der Nase. „Zum Zeit­punkt der Ope­ra­ti­on sol­len die­se so weit redu­ziert wer­den, dass die Wahr­schein­lich­keit einer Wund­in­fek­ti­on mini­miert wird.“ Bereits zuhau­se, noch vor der Ope­ra­ti­on, beginnt der Pati­ent mit der täg­li­chen Anwen­dung der spe­zi­el­len, anti­mi­kro­biel­len Wasch­lo­tion am gan­zen Kör­per. Ein Auf­wand, der sich lohnt, ist doch gera­de die Endo­pro­the­tik ein beson­ders sen­si­bler Bereich, was Infek­tio­nen betrifft.

Pati­ent als akti­ver Part­ner

Was dem Ärz­te­team beson­ders am Her­zen liegt, ist die Ein­be­zie­hung des Pati­en­ten in den Behand­lungs­pro­zess. Eine wich­ti­ge Auf­ga­be des Behand­lungs­teams sei es daher, den Pati­en­ten best­mög­lich auf die Behand­lung vor­zu­be­rei­ten. Dies schlie­ße auch Pati­en­ten­schu­lung und phy­sio­the­ra­peu­ti­sche Übun­gen vor der Ope­ra­ti­on mit ein. Dr. Fünf­gel­der: „Je fit­ter – sowohl psy­chisch als auch phy­sisch – sich der Pati­ent in die Behand­lung begibt, desto fit­ter ist er auch danach.“

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