BN wirbt für „Fai­re Chan­ce für den Stei­ger­wald“

Appell an Kom­mu­nal­po­li­tik: Ange­bot der Staats­re­gie­rung zur umfas­sen­den Infor­ma­ti­on über den Natio­nal­park ein­for­dern!

Bei der Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung „Fai­re Chan­ce für den Stei­ger­wald“ in Ober­schwarz­ach am 1. Juni kri­ti­sier­te Dr. Ralf Strauß­ber­ger, Wald- und Jagd­re­fe­rent des BUND Natur­schutz, dass die Staats­re­gie­rung den Stei­ger­wald wei­ter­hin aus der Natio­nal­park­su­che aus­schließt. Sogar beim Regio­na­len Dia­log­pro­zess darf künf­tig nicht mehr über den Natio­nal­park dis­ku­tiert wer­den, obwohl die­ses Forum extra wegen der Natio­nal­park­de­bat­te ins Leben geru­fen wur­de. Der BN wirbt dafür, dass der Stei­ger­wald eine fai­re Chan­ce erhält und dass die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der Stei­ger­wald­re­gi­on sich von der Staats­re­gie­rung nicht die her­vor­ra­gen­den Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten für die Regi­on neh­men lässt. „Die Staats­re­gie­rung wird 10 – 15 Mil­lio­nen € pro Jahr in die Regi­on inve­stie­ren, die den näch­sten Natio­nal­park bekommt und sie schafft etwa 100 direk­te Arbeits­plät­ze im Natio­nal­park“, so Strauß­ber­ger. „Für uns ist es völ­lig unver­ständ­lich, dass füh­ren­de Kom­mu­nal­po­li­ti­ker in den Land­krei­sen Bam­berg, Schwein­furt und Haß­ber­ge nicht bereit sind über die Opti­on „Natio­nal­park“ zu dis­ku­tie­ren und sich so die­se her­vor­ra­gen­de Ent­wick­lungs­mög­lich­keit für ihre Regi­on ent­ge­hen las­sen.“ Andern­orts set­zen sich Kom­mu­nal­po­li­ti­ker für ihre Regi­on ein und kämp­fen für ähn­li­che Inve­sti­tio­nen des Frei­staa­tes und neue Arbeits­plät­ze in ihren Regio­nen. Der BN bedau­ert es sehr, dass mehr Natur­schutz so aus­grenzt wird und dass der Dia­log dar­über ver­wei­gert wird, weil sich so kei­ne Befrie­dung der Regi­on errei­chen lässt. „Wir rufen des­halb die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in der Stei­ger­wald­re­gi­on auf, für ihre Regi­on bei der Peti­ti­on „Fai­re Chan­ce für den Stei­ger­wald“ zu unter­schrei­ben“, so Strauß­ber­ger. Dies geht bei Infor­ma­ti­ons­stän­den, online unter „www​.open​pe​ti​ti​on​.de/​!​s​t​e​i​g​e​r​w​ald“, und bei den regio­na­len Geschäfts­stel­len des Bund Natur­schut­zes und der Natur­schutz­ver­bän­de.

Auch Stei­ger­wald hat es ver­dient, fair behan­delt zu wer­den

Strauß­ber­ger mach­te für den BN deut­lich: „Eine fai­re Dis­kus­si­on zur Zukunft der Regi­on muss eine umfas­sen­de und trans­pa­ren­te Infor­mie­rung aller Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zum Natio­nal­park beinhal­ten. Hier und jetzt geht es dar­um, dass der Stei­ger­wald die­sel­be Chan­ce wie ande­re geeig­ne­te Regio­nen Bay­erns erhält und ergeb­nis­of­fen dis­ku­tiert wird. Der Aus­schluss der Opti­on „Natio­nal­park“ aus dem Regio­na­len Dia­log­pro­zess hat gegen sämt­li­che Kern­vor­ga­ben ver­sto­ßen: „trans­pa­rent“, „ergeb­nis­of­fen“ und „die Regi­on ent­schei­det“. Eine Befrie­dung der Regi­on kann es nur geben, wenn der Wunsch nach einem Natio­nal­park ernst genom­men und gleich­be­rech­tigt dis­ku­tiert wird – vor allem da über 2/3 der Ein­woh­ner in der Stei­ger­wald­re­gi­on sich für einen Natio­nal­park aus­spre­chen. Die Aus­klam­me­rung eines so wich­ti­gen The­mas mit weit­rei­chen­den Fol­gen für die Zukunft wie­der­spricht demo­kra­ti­schen Grund­sät­zen! Der Natio­nal­park ist eine Jahr­hun­dert­chan­ce, die die Regi­on auch wirt­schaft­lich stark vor­an bringt und eine wei­te Strahl­kraft auf das gesam­te Umfeld hat. Die­se Chan­ce kommt so schnell nicht wie­der und muss gut geprüft sein. Die Staats­re­gie­rung bie­tet ande­ren Regio­nen einen trans­pa­ren­ten und ergeb­nis­of­fe­nen Pro­zess mit umfas­sen­der Infor­mie­rung aller Bür­ger. „Wir appel­lie­ren auch an die Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rIn­nen, sich JETZT im Wett­be­werb der Regio­nen für ihre Stei­ger­wald-Regi­on ein­zu­set­zen und das Ange­bot einer umfas­sen­den Infor­mie­rung ihrer Bür­ger zu nut­zen“, so Strauß­ber­ger.

Natio­nal­park ist ein Jack­pot für die Regi­on!

Der Refe­rent stell­te im Vor­trag das Ange­bot der Staats­re­gie­rung vor, dass aktu­ell Spes­sart, Rhön, Donau­ge­biet und Fran­ken­wald erhal­ten. Auf dem Tisch lie­gen u.a.: eine dau­er­haf­te Finan­zie­rung von 10–15 Mio. Euro jähr­lich durch Haus­halts­mit­tel des Frei­staa­tes sowie eine mil­lio­nen­ho­he Wert­schöp­fung durch den Tou­ris­mus. Fer­ner wird in den Aus­bau des öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs inve­stiert und Kom­mu­nen wer­den ent­la­stet, weil der Staat in Ein­rich­tun­gen wie Tier­ge­he­ge und Natio­nal­park­zen­tren inve­stiert. Ca. 100 neue Arbeits­plät­ze sol­len ent­ste­hen, loka­le Betrie­be pro­fi­tie­ren von bes­se­rer Auf­trags­la­ge und die Holz­ver­sor­gung für loka­le Unter­neh­men und Brenn­holz­kun­den wird durch zuge­schnit­te­ne Nut­zungs­kon­zep­te gesi­chert! Die Gemein­de­ent­wick­lung wird durch einen Natio­nal­park nicht ein­ge­schränkt, da es sich nur um Staats­wald han­delt.

Alle deut­schen Natio­nal­park­re­gio­nen zie­hen ein posi­ti­ves Fazit

Es gibt in Deutsch­land kei­ne ein­zi­ge Natio­nal­park­re­gi­on, die ihren Natio­nal­park wie­der her­ge­ben wür­de. Wäh­rend es vor der Natio­nal­park­aus­wei­sung über­all ähn­li­che Beden­ken gab wie im Stei­ger­wald, ist die Akzep­tanz nach der Aus­wei­sung in allen Natio­nal­parken immer hoch, weil die Regi­on auch wirt­schaft­lich stark pro­fi­tiert.

Regi­on will den Natio­nal­park

Eine EMNID-Umfra­ge 2016 hat eine Zwei­drit­tel-Mehr­heit in der Stei­ger­wald­re­gi­on für den Natio­nal­park erge­ben. Selbst in den direk­ten Anrai­ner­ge­mein­den ist die Zustim­mung deut­lich gestie­gen: hier gibt es mehr Zustim­mung (50 %) als Kri­tik (43 %), bei 7 % Unent­schlos­se­nen. Die Mehr­heit der Befrag­ten fin­det den Aus­schluss aus dem Natio­nal­park­such­pro­zess falsch. Über 200 Wirt­schafts­ver­tre­ter und Kom­mu­nal­po­li­ti­ker haben mitt­ler­wei­le die Alli­anz „Fai­re Chan­ce für den Stei­ger­wald“ um Ebrachs Bür­ger­mei­ster Schnei­der unter­zeich­net. Die Natur­schutz­ver­bän­de und der Ver­ein Natio­nal­park Nord­stei­ger­wald wer­den sich auch wei­ter­hin für einen bes­se­ren Schutz der Buchen­wäl­der mit Prä­di­kats­aus­zeich­nung ein­setz­ten.

Wei­te­re Ter­mi­ne von Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen:

Ver­ein Natio­nal­park Nord­stei­ger­wald lädt ein, mit Kom­mu­nal­po­li­ti­kern aus der Regi­on:

  • 12. Juni (Mo), Haß­furt – Augs­feld: Hotel Goger, Bam­berg­stra­ße 22, um 19.00 Uhr
  • 13. Juni (Di) Senn­feld, Senn­trum, Haupt­stra­ße 6, um 19.30 Uhr,

BUND Natur­schutz lädt ein, mit Dr. Ralf Strauß­ber­ger:

  • 22. Juni (Do), Volkach, Katho­li­sches Pfarr­heim, Engert­str. 9, um 19.30 Uhr

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