3D-Druck für indu­stri­el­le End­pro­duk­te: Uni­ver­si­tät Bay­reuth ver­netzt inno­va­ti­ve Unter­neh­men

Klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men in die Lage zu ver­set­zen, modern­ste 3D-Druck­tech­ni­ken für die Her­stel­lung von End­pro­duk­ten zu nut­zen, ist das Ziel des Koope­ra­ti­ons­netz­werks ‚3D Com­po­si­te Print‘. Die Uni­ver­si­tät Bay­reuth, die Fraun­ho­fer-Pro­jekt­grup­pe Rege­ne­ra­ti­ve Pro­duk­ti­on in Bay­reuth und Unter­neh­men aus ver­schie­de­nen Regio­nen Deutsch­lands wol­len gemein­sam Inno­va­tio­nen auf dem Gebiet des indu­stri­el­len 3D-Drucks vor­an­trei­ben und an die Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen des Mit­tel­stands anpas­sen. Wei­te­re Unter­neh­men kön­nen sich jeder­zeit dem Netz­werk anschlie­ßen. Vor kur­zem star­te­te die zwei­te Pha­se des vom Bun­des­wirt­schafts­mi­ni­ste­ri­um mit 139.000 Euro geför­der­ten Pro­jekts.

3D-Druck­tech­ni­ken set­zen sich immer stär­ker auch bei der Fer­ti­gung von End­pro­duk­ten durch. Frü­her waren noch Werk­zeu­ge und auf­wän­di­ge For­men nötig, um Bau­tei­le durch Gie­ßen, Frä­sen oder Dre­hen her­zu­stel­len. Heu­te dage­gen kön­nen die­se Pro­duk­te Schicht für Schicht aus Pul­vern, Flüs­sig­kei­ten und Fila­men­ten im 3D-Druck auf­ge­baut wer­den. „Eine sol­che addi­ti­ve Fer­ti­gung ist beson­ders für klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men inter­es­sant, die häu­fig nur klei­ne Stück­zah­len benö­ti­gen. Eine Her­stel­lung mit kon­ven­tio­nel­len Ver­fah­ren und Werk­zeu­gen wäre in sol­chen Fäl­len oft zu zeit- und kosten­auf­wän­dig“, erklärt Dipl.-Ing. Mar­kus Kafa­ra, Fach­ge­biets­lei­ter am Lehr­stuhl für Umwelt­ge­rech­te Pro­duk­ti­ons­tech­nik der Uni­ver­si­tät Bay­reuth. „Mit Tech­no­lo­gien der addi­ti­ven Fer­ti­gung ist es dage­gen grund­sätz­lich mög­lich, Bau­tei­le in Klein­se­ri­en und auch indi­vi­du­el­le Werk­zeu­ge sehr schnell und funk­ti­ons­ge­recht her­stel­len. Aller­dings bedarf es hier­für eines umfang­rei­chen Know-hows – bei­spiels­wei­se auf dem Gebiet der Mate­ri­al­wis­sen­schaft, der Steue­rungs- und Antriebs­tech­nik, der Pro­gram­mie­rung und der Qua­li­täts­si­che­rung.“

Ein ein­zel­ner mit­tel­stän­di­scher Betrieb wäre damit über­for­dert, sich die­se umfas­sen­de Exper­ti­se allein anzu­eig­nen. Hier setzt das Netz­werk ‚3D Com­po­si­te Print‘ – kurz: ‚3D-CP‘ – an, das aus dem Zen­tra­len Inve­sti­ti­ons­pro­gramm Mit­tel­stand (ZIM) des Bun­des­wirt­schafts­mi­ni­ste­ri­ums geför­dert wird. Zusam­men mit dem Lehr­stuhl für Umwelt­ge­rech­te Pro­duk­ti­ons­tech­nik und der Fraun­ho­fer-Pro­jekt­grup­pe Rege­ne­ra­ti­ve Pro­duk­ti­on arbei­ten mitt­ler­wei­le neun Unter­neh­men dar­an, die Indu­stria­li­sie­rung des 3D-Drucks vor­an­zu­brin­gen und die dafür nöti­gen Kom­pe­ten­zen zu ent­wickeln. „Seit das Netz­werk im Novem­ber 2015 an den Start ging, haben wir wei­te­re inno­va­ti­ve Unter­neh­men für eine Mit­ar­beit gewin­nen kön­nen, wie etwa robo­tif, 3dk​.ber​lin, Rhe­ne­on Mate­ri­als und Mai­er Tools. Unter­neh­men, die sich unse­rem Netz­werk anschlie­ßen wol­len, sind jeder­zeit will­kom­men“, betont Kafa­ra, der zugleich Fach­ge­biets­lei­ter bei der Fraun­ho­fer-Pro­jekt­grup­pe ist. Nach­dem grund­le­gen­de tech­ni­sche Her­aus­for­de­run­gen iden­ti­fi­ziert und Qua­li­täts­nor­men prä­zi­siert wer­den konn­ten, wol­len die Netz­werk-Part­ner nun in der zwei­ten För­der­pha­se eini­ge kon­kre­te For­schungs- und Ent­wick­lungs­pro­jek­te auf den Weg brin­gen. Die Ergeb­nis­se sol­len dann in neue Pro­duk­te und Ver­fah­ren ein­flie­ßen, die den betei­lig­ten Unter­neh­men Wett­be­werbs­vor­tei­le auch auf inter­na­tio­na­len Märk­ten ver­schaf­fen.

Home­page des Koope­ra­ti­ons­netz­werks ‚3D Com­po­si­te Print‘: www​.3d​-cp​.de

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