„Fair, fai­rer, Land­kreis Bam­berg!“

Kreis­aus­schuss ebnet ein­stim­mig den Weg zu einem „Fairtra­de-Land­kreis“

In der letz­ten Kreis­aus­schuss­sit­zung ebne­ten die Mit­glie­der ein­stim­mig den Weg zu einem „Fairtra­de-Land­kreis“ und beauf­trag­ten die Ver­wal­tung, die erfor­der­li­chen Vor­aus­set­zun­gen abzu­fra­gen sowie die wei­te­ren Schrit­te vor­zu­be­rei­ten. Land­rat Johann Kalb hat­te im Vor­feld als Mit­glied des Len­kungs­gre­mi­ums „Regio­nal­kam­pa­gne Ori­gi­nal Regio­nal“ der Euro­päi­schen Metro­pol­re­gi­on (EMN) ange­regt, dass die Grund­idee des Fai­ren Han­dels beim Land­kreis Bam­berg ver­an­kert und die Aus­zeich­nung als „Fairtra­de-Kom­mu­ne“ als Ziel gesetzt wer­den soll­te. „Der­zeit gibt es noch kei­ne „Fairtra­de-Kom­mu­ne“ im Land­kreis Bam­berg. Der Land­kreis kann und soll­te hier die Vor­rei­ter­rol­le über­neh­men“, so Land­rat Kalb.

Was ist fai­rer Han­del?

Doch was ist fai­rer Han­del? Fai­rer Han­del beruht auf Dia­log, gegen­sei­ti­gen Respekt und einer trans­pa­ren­ten Han­dels­be­zie­hung. Der Fai­re Han­del unter­stützt Erzeu­ge­rin­nen und Erzeu­ger in den Ent­wick­lungs­län­dern und ermög­licht ihnen eine men­schen­wür­di­ge Exi­stenz aus eige­ner Kraft. Fairtra­de garan­tiert den Pro­du­zen­ten einen höhe­ren Preis und ein festes Ein­kom­men. Es wird dar­auf geach­tet, dass Umwelt- und Sozi­al­stan­dards in der Pro­duk­ti­on ein­ge­hal­ten wer­den.

Vor­aus­set­zun­gen zum Titel „Fairtra­de-Land­kreis“

Hin­ter dem Titel „Fairtra­de-Land­kreis“ steckt der Ver­ein „Trans­fair e. V.“. Die­ser ist eine unab­hän­gi­ge Orga­ni­sa­ti­on aus kirch­li­chen und zivil­ge­sell­schaft­li­chen Akteu­ren, die seit 2009 Kom­mu­nen für ihr Enga­ge­ment im „Fai­ren Han­del“ aus­zeich­net. Vie­le Kom­mu­nen haben sich in den letz­ten Jah­ren um den Titel „Fairtra­de“ bewor­ben und konn­ten auch die vor­ge­ge­be­nen Kri­te­ri­en erfül­len.

„Für eine Aus­zeich­nung als „Fairtra­de-Land­kreis“ ist die Erfül­lung von fünf Kri­te­ri­en Vor­aus­set­zung, die das Enga­ge­ment für den fai­ren Han­del in allen Ebe­nen einer Kom­mu­ne wider­spie­gelt. Daher möch­te ich die Gemein­den, Ein­zel­händ­ler und auch die Bevöl­ke­rung auf­ru­fen, den Land­kreis hier­bei zu unter­stüt­zen und aktiv mit­zu­wir­ken“, so Land­rat Kalb. Im Detail bedeu­tet das, dass im Land­kreis Bam­berg, gemes­sen an der Ein­woh­ner­zahl, in 25 loka­len Ein­zel­han­dels­ge­schäf­ten sowie 13 Gastro­no­mie­be­trie­ben min­de­stens zwei Pro­duk­te aus fai­rem Han­del ange­bo­ten wer­den müs­sen. Zudem müs­sen Pro­duk­te aus fai­rem Han­del in öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen wie Schu­len, Ver­ei­nen und Kir­chen ver­wen­det wer­den. Dar­über hin­aus wer­den Bil­dungs­ak­ti­vi­tä­ten zum The­ma fai­rer Han­del umge­setzt. Hier­für müs­sen sich eine Schu­le, ein Ver­ein und eine Kir­che an einer Bil­dungs­ak­ti­vi­tät, die oft im Rah­men wei­te­rer Kam­pa­gnen von Trans­Fair statt­fin­det, betei­li­gen. Auch muss sei­tens des Kreis­ta­ges eine Grund­satz­ent­schei­dung getrof­fen wer­den, dass der Land­kreis Bam­berg den Titel „Fairtra­de-Land­kreis“ anstrebt. Des Wei­te­ren muss eine loka­le Steue­rungs­grup­pe gebil­det wer­den, die auf dem Weg zum „Fairtra­de-Land­kreis“ die Akti­vi­tä­ten vor Ort koor­di­niert. Die­se Grup­pe besteht aus min­de­stens drei Per­so­nen aus den Berei­chen Zivil­ge­sell­schaft, Poli­tik und Wirt­schaft. Um auch die Öffent­lich­keit auf alle Akti­vi­tä­ten auf­merk­sam zu machen, wer­den auch die ört­li­chen Medi­en „mit ins Boot geholt“. Bei­spiels­wei­se fin­det Mit­te Sep­tem­ber bun­des­weit die „Fai­re Woche“ mit zahl­rei­chen Ver­an­stal­tun­gen in allen Fairtra­de-Kom­mu­nen statt.

Erfüllt der Land­kreis Bam­berg die fünf Kri­te­ri­en, kann er sich bei Fairtra­de Deutsch­land um die Aus­zeich­nung als „Fairtra­de-Land­kreis“ bewer­ben. Nach einer posi­ti­ven Prü­fung der Bewer­bung durch das Prü­fungs­ko­mi­tee erhält die Kom­mu­ne den Titel „Fairtra­de-Land­kreis“. Die Aus­zeich­nung als „Fairtra­de-Land­kreis“ gilt für zwei Jah­re. Nach Ablauf die­ser Zeit muss ein Ver­län­ge­rungs­an­trag gestellt wer­den.

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