Ober­frän­ki­sche Johan­ni­ter geben Tipps zum Umgang mit Zecken

Ach­tung: Gefähr­li­che Blut­sauger unter­wegs!

Die gefähr­li­chen klei­nen Blut­sauger wer­den aktiv, sobald es warm genug ist: Zecken begin­nen bereits ab einer Tem­pe­ra­tur von 8 Grad Cel­si­us, sich auf die Wirts­su­che zu machen. Je wär­mer es ist, desto grö­ßer wird das Risi­ko, eine Zecke auf­zu­sam­meln. Das kann gefähr­lich wer­den, denn die Spin­nen­tie­re kön­nen ris­kan­te Krank­hei­ten über­tra­gen: die soge­nann­te Früh­som­mer-Menin­go­en­ze­pha­li­tis (FSME) und die Gelenk- und Mus­kel­ent­zün­dung Lyme-Bor­re­lio­se. Die Johan­ni­ter geben Tipps zum wirk­sa­men Zecken­schutz.

Kon­takt mit Zecken mög­lichst ver­mei­den

Zecken hal­ten sich vor allem in Wäl­dern, hohem Gras, Gebüsch oder feuch­tem Laub auf. Anders als vie­le Men­schen glau­ben, las­sen sie sich nicht von Bäu­men fal­len, son­dern wer­den abge­streift oder klet­tern von unten auf Tie­re oder Men­schen. Dann suchen sie nach einer geeig­ne­ten dünn­häu­ti­gen Stel­le, um sich mit ihrem Mund­werk­zeug fest zu boh­ren. Zum Schutz gegen einen Zecken­stich soll­te man Gebüsch und hohes Gras mei­den. Geschlos­se­ne, lan­ge Klei­dung kann ver­hin­dern, dass eine Zecke an den Kör­per gelangt.

Gründ­li­che Kon­trol­le nach Auf­ent­halt im Grü­nen

Nicht immer lässt sich der mög­li­che Kon­takt mit den spin­nen­ar­ti­gen Para­si­ten ver­mei­den – etwa bei einem Pick­nick im Grü­nen oder bei einem Aus­flug zum Bade­see. Nach dem Auf­ent­halt in der Natur soll­te man die Klei­dung kom­plett able­gen und den Kör­per gründ­lich absu­chen. Das gilt ins­be­son­de­re für Kin­der, die sich bevor­zugt drau­ßen auf­hal­ten. Zecken bevor­zu­gen war­me Kör­per­re­gio­nen wie Ach­sel­höh­len, Knie­keh­len, den Hals oder den Kopf.

Wenn es pas­siert ist: Zecke so schnell wie mög­lich ent­fer­nen

Ein Zecken­stich ist kein Grund zur Panik. Vor Bor­re­lio­se schützt man sich am besten, indem man die Zecke zügig ent­fernt. Die Erre­ger sit­zen im Magen-Darm-Trakt der Spin­nen­tie­re und gelan­gen 12 bis 24 Stun­den nach dem ersten Sau­gen in die Wun­de. Idea­ler­wei­se hebelt man die unge­be­te­nen Gäste mit einer Pin­zet­te oder mit einem spe­zi­el­len Instru­ment zur Zecken­ent­fer­nung her­aus. Hier­zu fasst man die Zecke mög­lichst nah der Haut im Kopf­be­reich und zieht sie vor­sich­tig und gera­de her­aus. Im Anschluss muss die klei­ne Wun­de an der Stich­stel­le des­in­fi­ziert wer­den. In kei­nem Fall soll­te man ver­su­chen, die Zecke mit Kleb­stoff, Öl oder ande­ren Mit­teln zu ersticken, da das Tier im Todes­kampf ver­mehrt Flüs­sig­keit abson­dert und die Gefahr einer Infek­ti­on dadurch nur steigt.

Hin­wei­se auf Bor­re­lio­se erken­nen

Haben es die Bor­re­lio­se-Erre­ger doch in den mensch­li­chen Kör­per geschafft, bil­det sich meist ein röt­li­cher Hof an der Ein­stich­stel­le, der sich lang­sam aus­brei­tet. Dann soll­te man unbe­dingt einen Arzt auf­su­chen. Häu­fig tritt die Rötung erst ein paar Tage nach dem Stich­zeit­punkt auf. Die Dia­gno­se ist nicht immer ein­fach. Manch­mal bleibt die Rötung aus. Auch bei grip­pe­ähn­li­chen Sym­pto­men wie Fie­ber, Mus­kel- und Gelenk­schmer­zen oder geschwol­le­nen Lymph­kno­ten soll­te man einen Arzt kon­sul­tie­ren. Unbe­han­delt kann Lyme-Bor­re­lio­se zu Ner­ven­läh­mun­gen, Gelenk- oder Herz­mus­kel­ent­zün­dun­gen füh­ren.

Imp­fung schützt vor FSME

Das zügi­ge Ent­fer­nen der Zecke schützt jedoch nicht vor den Erre­gern für FSME, einer fie­ber­haf­ten Erkran­kung, bei der es zu einer Ent­zün­dung von Gehirn und Hirn­häu­ten kom­men kann. Die­se tra­gen Zecken in eini­gen Regio­nen Deutsch­lands in den Spei­chel­drü­sen und über­tra­gen sie daher bei einem Stich sofort. Die Johan­ni­ter emp­feh­len Men­schen, die in Risi­ko­ge­bie­ten woh­nen oder Urlaub machen, ihren Impf­schutz schon jetzt zum Sai­son­auf­takt zu über­prü­fen. Für den Auf­bau des Impf­schut­zes gegen FSME sind drei Imp­fun­gen nötig. Die zwei­te Imp­fung erfolgt ein bis drei Mona­te nach der ersten. Etwa zwei Wochen danach besteht für eini­ge Mona­te der Schutz. Um die Immu­ni­sie­rung abzu­schlie­ßen, ist eine drit­te Imp­fung nach neun bis zwölf Mona­ten nötig. Der Schutz besteht dann für min­de­stens drei Jah­re.

Ab sofort gibt es bei den Johan­ni­tern eine Kar­te zum Ent­fer­nen von Zecken. Die­se kann kosten­los in der Regio­nal­ge­schäfts­stel­le Bam­berg, Guten­berg­stra­ße 2a abge­holt wer­den. Nur solan­ge der Vor­rat reicht.

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