Kaba­ret­tist Rai­ner Schmidt in Bam­berg

Rai­ner Schmidt – “Däum­chen Dre­hen – kei­ne Hän­de, kei­ne Lan­ge­wei­le”

Durch­gän­gig kurz­wei­lig, ger­ne auch spitz­zün­gig und punk­tu­ell anre­gend grenz­gän­ge­risch prä­sen­tiert der Kaba­ret­tist Rai­ner Schmidt sein Pro­gramm „Däum­chen dre­hen – Kei­ne Hän­de, kei­ne Lan­ge­wei­le“ am Don­ners­tag, 11. Mai um 20 Uhr im Saal der VHS-Bam­berg, Tränk­gas­se 4.

Darf man das, fragt sich der Zuschau­er, darf der da oben auf der Büh­ne so über Behin­de­rung spre­chen? Und darf man selbst dar­über lachen? Er darf – und das liegt in erster Linie nicht dar­an, dass Rai­ner Schmidt ohne Unter­ar­me und mit ver­kürz­tem, rech­tem Ober­schen­kel auf die Welt kam. Viel­mehr ist der Rhein­län­der, der im Tisch­ten­nis bereits paralym­pi­sches Gold hol­te, ein rich­tig guter Kaba­ret­tist. Sei­ne aus­ge­feil­ten Attacken auf die Lach­mus­keln begin­nen meist ganz harm­los, bevor Schmidt sie genüss­lich ins Iro­ni­sche stei­gert, um sie schließ­lich in einer kaum vor­her­seh­ba­ren Poin­te gip­feln zu las­sen. Lachen ver­eint eben, und aus dem Lachen her­aus erwach­sen oft­mals nach­hal­ti­ge Ein­sich­ten. Und wer da gera­de über wen lacht – „Behin­dert über Nicht-Behin­dert“ – ist nicht immer klar, und soll es auch nicht sein. Rai­ner Schmidt ver­steht es außer­or­dent­lich gut, über das Lachen das The­ma “Inklu­si­on” erfahr­bar zu machen. Das aller­dings nie mit dem erho­be­nen Zei­ge­fin­ger. Nicht nur, dass er das wirk­lich nicht kann – nein, das will er nicht. Viel­mehr steht am Ende des Abends ein Leit­satz im Raum: “Inklu­si­on heißt: Men­schen sind Exper­ten für sich sel­ber.”

Die­ser Kaba­rett­abend fin­det im Rah­men des OBA-Kul­tur­fe­sti­vals 2017 anläss­lich von 30 Jah­ren Offe­ne Behin­der­ten­ar­beit der Lebens­hil­fe Bam­berg e.V. statt. Kar­ten gibt es beim bvd in der Lan­gen Stra­ße oder online unter www​.bvd​-ticket​.de

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