Was­ser­werk auf dem Bay­reu­ther Eichel­berg wird rund­um erneu­ert

Über 50 Jah­re ist das Was­ser­werk der Stadt­wer­ke Bay­reuth auf dem Eichel­berg alt. Jetzt bekommt es eine Frisch­zel­len­kur. Die Sanie­rung wird vor­aus­sicht­lich 4,5 Mil­lio­nen Euro Kosten und bis Ende 2018 dau­ern. Der­zeit lau­fen auf der Bau­stel­le im Bay­reu­ther Süd­osten Abbruch­ar­bei­ten.

Süd­öst­lich von Bay­reuth thront es über der Stadt: Das Was­ser­werk der Stadt­wer­ke Bay­reuth auf dem Eichel­berg. Etwa ein Vier­tel der fünf Mil­li­ar­den Liter Trink­was­ser, die Bay­reuth pro Jahr braucht, kommt von hier. Vor 50 Jah­ren wur­de es gebaut. Seit­dem erfüllt es vor allem eine Auf­ga­be: Dem Was­ser, das die Stadt­wer­ke Bay­reuth im öst­li­chen Land­kreis gewin­nen, die Koh­len­säu­re zu ent­zie­hen. Die wür­de sonst die Rohr­lei­tun­gen des Trink­was­ser­net­zes angrei­fen. Mehr müs­se mit dem Was­ser nicht gesche­hen, damit es Trink­was­ser­qua­li­tät erreicht, erklärt Klaus Mar­kolf, bei den Stadt­wer­ken zustän­dig für das Netz­ma­nage­ment. „In unse­rem Was­ser­werk war die erste Sta­ti­on des Was­sers, das aus unse­ren Tief­brun­nen bei Lehen und Sey­bo­then­reuth stammt, der Kas­ka­den­turm.“ Dort wur­de es noch bis vor Kur­zem kräf­tig durch­ge­schüt­telt. „Eigent­lich pas­siert hier das­sel­be, wie wenn man eine Fla­sche Mine­ral­was­ser schüt­telt – die Koh­len­säu­re ent­weicht in Gas­form“, erklärt Mar­kolf. Was dann immer noch zu viel im Trink­was­ser ist, dar­um küm­mern sich im Anschluss Kalk­fil­ter. „Sobald das Was­ser durch die­se Fil­ter ist, hat es Trink­was­ser­qua­li­tät, wird in unse­ren Hoch­be­häl­ter­kam­mern zwi­schen­ge­spei­chert und darf dann in Rich­tung Stadt flie­ßen.“

Damit das auch in Zukunft gut funk­tio­niert, inve­stie­ren die Stadt­wer­ke ins­ge­samt rund 4,5 Mil­lio­nen Euro in die Sanie­rung des Was­ser­werks auf dem Eichel­berg. War­um das nötig gewor­den war? Nichts hal­te ewig, betont Klaus Mar­kolf: Die kom­plet­te Anla­gen- und Elek­tro­tech­nik sei ver­al­tet, die Bau­sub­stanz des Gebäu­des sei ver­bes­se­rungs­wür­dig und die Tat­sa­che, dass Stadt­wer­ke-Mit­ar­bei­ter Kalk­säcke schlep­pen muss­ten, sei eben­falls nicht modern.

„Allein in Sachen Inve­sti­ti­ons­sum­me ein außer­ge­wöhn­li­ches Pro­jekt“

Los ging es vor Kur­zem mit dem Abbruch des zehn Meter hohen Turms, wo der erste Teil der Koh­len­säu­re aus dem Was­ser ent­fernt wur­de. „Wir haben ihn bau­lich von der rest­li­chen Anla­ge getrennt, weil kein Schmutz in das Was­ser kom­men darf.“ Denn: Wäh­rend des kom­plet­ten Umbaus lie­fert das Was­ser­werk wei­ter Trink­was­ser. Und das trotz der Tat­sa­che, dass das Was­ser­werk nahe­zu ent­kernt wird. „Wenn der Kas­ka­den­turm weg ist, bau­en wir einen Silo­turm für den Kalk an, den wir als Fil­ter­ma­te­ri­al ver­wen­den. Dann bau­en wir Flach­bett­be­lüf­ter ein, die künf­tig statt des Kas­ka­den­turms dafür sor­gen, dass der Koh­len­säu­re­ge­halt in unse­rem Was­ser sinkt.“ Was dann noch fehlt, sind zwei neue Fil­ter­be­häl­ter, mehr als vier Meter im Durch­mes­ser und etwa sechs Meter hoch, und die Elek­tro­tech­nik muss erneu­ert wer­den – eben­so wie rund 350 Meter Rohr­lei­tun­gen. „Zumin­dest gefühlt bleibt hier kein Stein auf dem ande­ren“, sagt Mar­kolf. Gegen Ende des kom­men­den Jah­res wol­len die Stadt­wer­ke mit der Sanie­rung fer­tig sein.

Eine Mam­mut-Auf­ga­be für die Stadt­wer­ke Bay­reuth, bestä­tigt auch Geschäfts­füh­rer Jür­gen Bay­er: „Allein in Sachen Inve­sti­ti­ons­sum­me ist das ein außer­ge­wöhn­li­ches Pro­jekt.“ Kei­nen Zwei­fel hat er dar­an, dass sich die Aus­ga­be lohnt. „Als Was­ser­ver­sor­ger ver­trau­en uns die Men­schen, dass unser Trink­was­ser qua­li­ta­tiv immer top ist“, sagt Bay­er. „Die­ses Ver­trau­en wol­len und wer­den wir nicht ent­täu­schen, wes­we­gen es not­wen­dig ist, dass wir in unse­re Anla­gen und in unser Netz inve­stie­ren.“ Beson­ders freue er sich dar­auf, dass Besu­cher­grup­pen das sanier­te Was­ser­werk am Eichel­berg besu­chen kön­nen. „Wir zei­gen dort ger­ne, wor­auf es bei der Was­ser­ver­sor­gung ankommt. Der Weg von der Quel­le bis zum Was­ser­hahn, Trink­was­ser­schutz – all die­se The­men wer­den wir Inter­es­sier­ten dort näher brin­gen.“

Vor­schlag BU: Der zehn Meter hohe Turm des Was­ser­werks auf dem Eichel­berg ist bereits abge­ris­sen. Ende 2018 wol­len die Stadt­wer­ke Bay­reuth mit der Sanie­rung fer­tig sein.

Über die Was­ser­ver­sor­gung Bay­reuths:

Die Stadt­wer­ke Bay­reuth ver­sor­gen das gesam­te Stadt­ge­biet mit Was­ser. Und Bay­reuth hat Durst: Fünf Mil­li­ar­den Liter Was­ser braucht die Stadt pro Jahr. Die stam­men zu einem Teil aus der Ködel­tal­sper­re der Fern­was­ser­ver­sor­gung Ober­fran­ken, aus Quell­fas­sun­gen im Fich­tel­ge­bir­ge und aus ins­ge­samt vier öst­lich von Bay­reuth gele­ge­nen Brun­nen­fel­dern mit ins­ge­samt 15 Tief­brun­nen. In den Was­ser­wer­ken auf dem Eichel­berg und Löch­le­ins­tal berei­ten die Stadt­wer­ke das Roh­was­ser auf, indem es gefil­tert und über­schüs­si­ge Koh­len­säu­re ent­fernt wird, und lei­ten es zu ins­ge­samt drei Hoch­be­häl­tern. Sie lie­gen auf den Anhö­hen der Hohen War­te und dem Eichel­berg. Dort kön­nen die Stadt­wer­ke gut 24 Mil­lio­nen Liter Trink­was­ser zwi­schen­spei­chern. Durch den Höhen­un­ter­schied ent­steht ein natür­li­cher Druck, der das Was­ser ohne wei­te­re Pum­pen zu den Men­schen in der Stadt flie­ßen lässt. Ledig­lich für die höhe­ren Lagen Bay­reuths benö­ti­gen die Stadt­wer­ke Bay­reuth Pump­sta­tio­nen. Ins­ge­samt betreut das Unter­neh­men ein Rohr­lei­tungs­netz mit einer Län­ge von 340 Kilo­me­tern. Die Qua­li­tät des Trink­was­sers über­prü­fen zum einen Exper­ten der Stadt­wer­ke und zum ande­ren exter­ne und spe­zi­ell hier­für zuge­las­se­ne Labo­re.

Über die Stadt­wer­ke Bay­reuth:

Die Stadt­wer­ke Bay­reuth lie­fern 100 Pro­zent Öko­strom und Öko­gas – auto­ma­tisch, ohne Auf­preis und TÜV-zer­ti­fi­ziert. Dar­über hin­aus bie­ten die Stadt­wer­ke Fern­wär­me und Ener­gie-Con­trac­ting an. Außer­dem belie­fern die Stadt­wer­ke ihre Kun­den in und um Bay­reuth jedes Jahr mit rund fünf Mil­li­ar­den Litern Trink­was­ser und beför­dern all­jähr­lich etwa sechs Mil­lio­nen Fahr­gä­ste durch den Bus­ver­kehr im Stadt­ge­biet. Zudem betreibt das Unter­neh­men meh­re­re Tief­ga­ra­gen, Park­plät­ze sowie ein Park­haus. Die Lohen­grin Ther­me, das Stadt­bad, das Kreuz­stein­bad und das Frei­luft­bad Bür­ger­reuth gehö­ren eben­falls zum Port­fo­lio. Die Stadt­wer­ke Bay­reuth beschäf­ti­gen rund 400 Mit­ar­bei­ter und erwirt­schaf­te­ten im Jahr 2015 einen Umsatz in Höhe von 126 Mil­lio­nen Euro. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie unter stadt​wer​ke​-bay​reuth​.de.

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