EHC Bay­reuth: Die Rei­se der Tigers geht wei­ter

8 Sekun­den vor Ende trifft Kuchej­da zum Seri­en­sieg gegen Rie­ß­er­see

Die­ses „do or die-Spiel“ began­nen die Gäste aggres­siv offen­siv und fan­den damit etwas eher in die Spur. Fol­ge davon war, dass sich Anfangs mehr vom Spiel vor Vos­vr­da abspiel­te. Der tsche­chi­sche Goa­lie des EHC war auch öfters gefor­dert und parier­te alles was auf sein Tor kam. Nach einem Ban­den­check kas­sier­te der dies­mal für Ame­ri­ka­ner Wohl­berg ein­ge­setz­te Kuchej­da 2 plus 10 Minu­ten und in die­sem Power­play hat­ten über­ra­schen­der­wei­se die dezi­mier­ten Ober­fran­ken die bes­se­ren Chan­cen. Rie­ß­er­see ver­such­te zwar sein 5 gegen 4 aus­zu­nut­zen, doch spiel­ten sie dabei auch anfäl­lig für gleich meh­re­re Kon­ter. Mar­sall konn­te sei­nem Allein­gang aller­dings nicht erfolg­reich abschlie­ßen, denn sein Rück­hand­schuss wur­de siche­re Beu­te von SCR-Goa­lie Shari­pov. Die leich­ten Vor­tei­le der Wer­den­fel­ser nutz­te spä­ter schließ­lich Ran­ta gegen die zu weit auf­ge­rück­te und im Zen­trum etwas unsor­tier­te Abwehr der Haus­her­ren bei einem schnel­len Gegen­zug eis­kalt zum 0–1. Nur kurz dar­auf ver­letz­te May­en­schein Mar­sall bei einem hohen Stock blu­tend im Gesicht und muss­te mit einer Spiel­dau­er­stra­fe vom Eis. In die­ser lan­gen Über­zahl taten sich die Tigers schwer das rich­ti­ge Mit­tel zu fin­den, aber nach meh­re­ren abge­wehr­ten Schüs­sen erkann­te Valen­tin Busch die Situa­ti­on im Slot am schnell­sten und ver­wer­te­te den Nach­schuss zum Aus­gleich. So ging man mit einem Lei­stungs­ge­rech­ten 1–1 in die Kabi­ne.

Im Mit­tel­ab­schnitt such­ten bei­de Teams lan­ge nicht wirk­lich erfolg­reich nach Lücken beim Geg­ner. Viel Abta­sten, ohne gro­ßen Spiel­fluss war die Fol­ge und kla­re Tor­chan­cen blie­ben Man­gel­wa­re. Die Span­nung blieb groß, aber wirk­li­che Lösun­gen fan­den bei­de Sei­ten nicht. So plät­scher­te das Spiel zeit­wei­se rela­tiv ereig­nis­arm vor sich hin. Die Ober­bay­ern agier­ten zwar viel­leicht etwas offen­si­ver, aber die Angst vor Spiel­ent­schei­den­den Feh­lern fraß den Mut hüben wie drü­ben fast kom­plett auf.

Für die letz­ten 20 Minu­ten hat­ten bei­de Trai­ner ihr Team noch ein­mal neu ein­ge­stellt und die Gelb-schwar­zen kamen nun mit etwas mehr Schwung aus der Kabi­ne. Ein­zel­ne gefähr­li­che Aktio­nen der Tigers brach­ten aber nicht den gro­ßen Durch­bruch und auch bei Angrif­fen des Gäste muss­te man immer wie­der auf der Hut sein. Umso wei­ter die Zeit vor­an Schritt, umso kla­rer wur­de der ent­schei­den­de Cha­rak­ter des näch­sten Tref­fers. Die­se Span­nung war im gut gefüll­ten Oval fast greif­bar und bei­de Mann­schaf­ten ver­such­ten das Risi­ko zu mini­mie­ren. Als sich bei­de Sei­ten schon fast auf die Over­ti­me ein­rich­te­ten, fass­te sich aller­dings Kuchej­da noch mal ein Herz für eine Ein­zel­ak­ti­on. 8 Sekun­den blie­ben noch auf der Uhr als er mit einem letz­ten Ver­such ener­gisch ins Drit­tel zog. Viel­leicht nah­men die Blau-wei­ßen das nicht mehr ganz Ernst, denn dem Tsche­chen gelang fast etwas zu ein­fach ‚mit einer Kör­per­täu­schung vor Shari­pov auf­zu­tau­chen und sein Schuss fand tat­säch­lich den Weg in die Maschen. Der Jubel­schrei im Tiger­kä­fig glich fast einer Erup­ti­on und den Man­nen von Trai­ner Waß­mil­ler war es damit tat­säch­lich gelun­gen die­ser schon zuvor phä­no­me­na­len Spiel­zeit noch eine wei­te­re Kro­ne auf­zu­set­zen. In einer ganz engen Serie setz­te man sich auch noch gegen den Alt­mei­ster von der Zug­spit­ze durch und zieht ins Vier­tel­fi­na­le mit einer best of seven Serie gegen den Titel­fa­vo­ri­ten und kla­ren Tabel­len­füh­rer Bie­tig­heim ein. Unglaub­lich, fast wie im Mär­chen was die­ses Team nach dem schon gran­dio­sen Auf­stieg wie­der gelei­stet hat. Cha­peau EHC Bay­reuth.

Wei­ter geht es nun ab Diens­tag im Play­off-Vier­tel­fi­na­le gegen die Bie­tig­heim Stee­lers. Das näch­ste Heim­spiel der Tigers ist dann Frei­tag um 20 Uhr. Tickets gibt es unter www.etix.com/ticket/v/11752/eisstadion-bayreuth-der-tigerk%E4fig?cobrand=Bayreuth

EHC Bay­reuth – SC Rie­ß­er­see 2:1 (1–1;0–0;1–0)

  • 3 158 Zuschau­er
  • Stra­fen: BT: 14 Min R: 27 Min
  • Power­play: BT: 1/2 R: 0/2
  • Bay­reuth: Vos­vr­da, Wie­de­mann – Pav­lu, Hei­der, Lin­den (2), Kasten, May­er, Potac – Mar­sall, S.Busch, Gei­gen­mül­ler, Robin­son, Kolozva­ry, Bar­tosch, V.Busch, Kuchej­da (12), Stas, Fröh­lich, Rypar
  • Rie­ß­er­see: Shari­pov, Schmidt – Tho­mas, Hüf­ner, Rogl, Wil­helm, Hum­mer (2), Mayr – Voll­mer, Dri­endl, Ran­ta, End­ress, May­en­schein (25), Oak­ley, Wach­ter, Loi­se­au, Gschmeiß­ner, Rim­beck, Mal­zer
  • Tore: 0:1 (14) Ran­ta (Rim­beck, Loi­se­au); 1.1 (19) 5–4 V.Busch (Stas, Robin­son); 2:1 (60) Kuchej­da (Hei­der, Kasten)

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