Sonn­tags­ge­dan­ken: Halb oder Ganz

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs

Die Bibel erzählt am Ende der schreck­li­chen Sint­flut­ge­schich­te, Gott habe als Zei­chen der Treue und der Gna­de sei­nen Bogen in die Wol­ken gehängt, der in der Gestalt des Regen­bo­gens heu­te noch sicht­bar sei. Der Regen­bo­gen scheint sich über die Erde zu wöl­ben wie eine hoh­le Hand. Liegt unser Leben mit all sei­nem Durch­ein­an­der so in der Hand Got­tes? Das klingt ja sehr schön. Aber vie­le Men­schen spü­ren Got­tes Nähe, sei­ne Stär­ke nicht. Der Regen­bo­gen ist ja nur eine Luft­spie­ge­lung, die rasch ver­schwin­det. Ist der Glau­be an Gott auch nur so eine Sin­nes­täu­schung, so ein Spuk? Wie der Regen­bo­gen als Halb­kreis erscheint, so prak­ti­zie­ren vie­le Zeit­ge­nos­sen ihren Glau­ben nur halb­her­zig. Erst vom Flug­zeug aus begreift man, dass der Regen­bo­gen ein gan­zer Kreis ist. So kön­nen auch wir von unse­rer irdi­schen Per­spek­ti­ve aus die Treue Got­tes nur halb ver­ste­hen. Aber Gott wird uns einst zei­gen, wo er uns nahe­ge­kom­men ist, wo wir Blöd­sinn gemacht haben. Der Kreis gilt als Sym­bol Got­tes, denn er hat weder Anfang noch Ende. Wir kom­men aus Got­tes Hand, gehen an sei­ner Hand und keh­ren in sei­ne Hand zurück. Hebt uns der Erfolg in die Höhe, so hält uns Gott, dass wir nicht über­mü­tig wer­den. Geht es ein­mal berg­ab, so hält uns Gott, dass wir nicht ins Boden­lo­se stürzen.

Wei­te­re Sonn­tags­ge­dan­ken

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs, www​.neu​stadt​-aisch​-evan​ge​lisch​.de

Infos zu Chri­sti­an Karl Fuchs:

  • geb. 04.01.66 in Neustadt/​Aisch
  • Stu­di­um der evang. Theo­lo­gie 1985 – 1990 in Neuendettelsau
  • Vika­ri­at in Schorn­weiss­ach-Vesten­bergs­greuth 1993 – 1996
  • Pro­mo­ti­on zum Dr. theol. 1995
  • Ordi­na­ti­on zum ev. Pfar­rer 1996
  • Dienst in Nürnberg/​St. Johan­nis 1996 – 1999
  • seit­her in Neustadt/​Aisch
  • blind

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