Der Storch als fal­scher und ech­ter Früh­lings­bo­te

Erste Weiß­stör­che schon zurück­ge­kehrt

Die ersten Weiß­stör­che sind schon aus ihren Win­ter­quar­tie­ren nach Bay­ern zurück­ge­kehrt. „Doch weder die über 200 im Frei­staat geblie­be­nen Win­ter­stör­che noch die­se ersten Rück­keh­rer kön­nen der­zeit als Früh­lings­bo­ten die­nen“, so die LBV-Weiß­storch­be­auf­trag­te Oda Wie­ding. Viel­mehr flüch­te­ten die aktu­el­len Rück­keh­rer wahr­schein­lich nur vor dem stren­gen Win­ter bis zum Boden­see oder haben ledig­lich in Spa­ni­en über­win­tert. Die kür­ze­ren Zug­strecken las­sen die Stör­che mit dem ein­set­zen­den Zug­trieb schnel­ler wie­der an ihre Nist­plät­ze zurück­keh­ren.

Vögel haben nicht in Afri­ka über­win­tert – Win­ter­flüch­ter oder Spa­ni­en-Rück­keh­rer

Die ersten durch Weiß­stör­che wie­der­be­sie­del­ten baye­ri­schen Nester wur­den dem LBV bereits in der ersten Febru­ar­hälf­te in Ger­hards­ho­fen im Aisch­tal, in Colm­berg im obe­ren Alt­mühl­tal und in Nie­der­winkling im Land­kreis Strau­bing gemel­det. „Wir gehen davon aus, dass die­se Vögel den Win­ter ent­we­der in nicht all­zu wei­ter Ent­fer­nung, am Boden­see oder nur in Spa­ni­en ver­bracht haben“, so Oda Wie­ding. Seit eini­gen Jah­ren über­win­tern immer mehr Stör­che in Süd­spa­ni­en und spa­ren sich den Wei­ter­flug nach West­afri­ka. „Die­se Stör­che haben natür­lich einen kür­ze­ren Rück­weg“, so Wie­ding wei­ter. Wenn abhän­gig von der Tages­licht­län­ge und der Groß­wet­ter­la­ge der Zug­trieb ein­setzt, kön­nen sie inner­halb weni­ger Tage zurück in Bay­ern sein und die besten Nester beset­zen.

Dem Weiß­storch ist die Nest­treue übri­gens wich­ti­ger als die Part­ner­treue. Ein guter Brut­platz wird oft meh­re­re Jah­re genutzt und ver­tei­digt. Sind die Vögel beringt, kann man anhand der Ring­num­mern genau fest­stel­len, ob der Storch vom Vor­jahr an sei­nen alten Platz zurück­ge­kehrt ist. Am Nest in Colm­berg ist das der Fall. Ande­re Stör­che blei­ben schon seit Jah­ren im Win­ter ein­fach hier und kön­nen so ihr Nest mei­stens gegen Neu­an­kömm­lin­ge ver­tei­di­gen. Vie­le die­ser Vögel stam­men jedoch aus ehe­ma­li­gen Zucht­sta­tio­nen, wo sie die­ses unna­tür­li­che Über­win­te­rungs­ver­hal­ten gelernt haben. „Die mei­sten Weiß­stör­che keh­ren aber erst im März und April zu uns zurück und läu­ten somit tat­säch­lich noch den eigent­li­chen Früh­lings­be­ginn ein“, weiß die LBV-Exper­tin.

Wann und wo in Bay­ern wie­der Stör­che zu sehen sind, zeigt die Ver­brei­tungs­kar­te der Weiß­stör­che für Bay­ern auf der LBV Web­sei­te unter: www​.lbv​.de/​s​t​o​rch

Wer die Rei­se eini­ger mit Satel­li­ten­sen­dern aus­ge­stat­te­ter Stör­che zurück nach Bay­ern mit­ver­fol­gen will, fin­det unter www​.lbv​.de/​s​e​n​d​e​r​s​t​o​e​r​che ihre Auf­ent­halts­or­te und Flug­rou­ten.

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