Ätzen­de Flüs­sig­keit statt Rad­ler – Ermitt­lungs­ver­fah­ren ein­ge­stellt

Gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung des Poli­zei­prä­si­di­ums Ober­fran­ken und der Staats­an­walt­schaft Bay­reuth

POT­TEN­STEIN, LKR. BAY­REUTH. Nach­dem sich ein Mann im August 2016 schwe­re Ver­let­zun­gen durch eine ätzen­de Flüs­sig­keit aus einer Geträn­ke­fla­sche zuge­zo­gen hat­te, lei­te­tet die Staats­an­walt­schaft Bay­reuth auf­grund ent­spre­chen­der Anhalts­punk­te ein Ver­fah­ren gegen den frü­he­ren Wirt der Gast­stät­te wegen fahr­läs­si­ger Kör­per­ver­let­zung ein, das sie aber jetzt nach umfas­sen­den Ermitt­lun­gen der Kri­po Bay­reuth ein­ge­stellt hat.

Der damals 55 Jah­re alte Gast bestell­te am 14. August des ver­gan­ge­nen Jah­res bei dem Wirt eines Sport­heims im Orts­teil Kir­chen­bir­kig ein Rad­ler. Nach­dem er den ersten Schluck aus der Fla­sche genom­men hat­te, kam es – obwohl der Mann die Flüs­sig­keit sofort aus­spuck­te – bereits zu mas­si­ven Ver­ät­zun­gen im Mund- und Rachen­be­reich. Mit schwe­ren Ver­let­zun­gen muss­te der 55-Jäh­ri­ge mit dem Ret­tungs­dienst in ein Kran­ken­haus gebracht wer­den. Poli­zei­be­am­te kamen vor Ort und stell­ten neben der Fla­sche mit der Flüs­sig­keit wei­te­re Gegen­stän­de sicher. Die anschlie­ßen­den Ermitt­lun­gen über­nahm die Kri­mi­nal­po­li­zei Bay­reuth. Es konn­te zeit­nah aus­ge­schlos­sen wer­den, dass Vor­gän­ge bei der Abfül­lung in der Braue­rei ursäch­lich für den gesund­heits­ge­fähr­den­den Inhalt der Fla­sche waren.

In den fol­gen­den Mona­ten führ­ten die Beam­ten des Fach­kom­mis­sa­ri­ats im Auf­trag der Staats­an­walt­schaft im Rah­men der umfang­rei­chen Ermitt­lun­gen zahl­rei­che Spu­ren­si­che­run­gen und Ver­neh­mun­gen durch. In meh­re­ren in Auf­trag gege­be­nen Gut­ach­ten wur­de die ätzen­de Flüs­sig­keit in der Rad­ler­fla­sche als hoch­pro­zen­ti­ge Natron­lau­ge iden­ti­fi­ziert. Sol­che Lau­gen kön­nen bei rich­ti­ger Ver­dün­nung unter ande­rem als Rei­ni­gungs­mit­tel ver­wen­det wer­den.

Trotz der umfas­sen­den und auf­wän­di­gen Ermitt­lun­gen konn­ten Kri­mi­nal­po­li­zei und Staats­an­walt­schaft nicht abschlie­ßend klä­ren, wie die Lau­ge in die Fla­sche gelang­te und wer letzt­end­lich dafür ver­ant­wort­lich ist, dass die­se in einen Geträn­ke­ka­sten und dann in die Kühl­an­la­ge des Sport­heims kam. Auch die Aus­wer­tung der gesi­cher­ten Spu­ren erbrach­te kei­ne wei­ter­füh­ren­den Ermitt­lungs­an­sät­ze. Aus den vor­ge­nann­ten Grün­den hat die Staats­an­walt­schaft Bay­reuth nun die Ermitt­lun­gen gegen den Gast­wirt wegen fahr­läs­si­ger Kör­per­ver­let­zung man­gels Tat­nach­weis ein­ge­stellt.

Dem durch die ätzen­de Sub­stanz schwer ver­letz­ten Mann geht es inzwi­schen wie­der den Umstän­den ent­spre­chend gut. Wei­te­re inten­si­ve Fol­ge­be­hand­lun­gen wer­den aber nötig sein.

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