EHC Bay­reuth dreht die Par­tie im Schlussdrittel

Tigers holen sich mit län­ge­rem Atem einen wich­ti­gen Dreier

Die­ses Der­by begann rela­tiv zer­fah­ren und aus­ge­gli­chen. Die ersten zehn Spiel­mi­nu­ten gab es auf bei­den Sei­ten kaum nen­nens­wer­te Tor­chan­cen, da sich bei­de Teams auf eher mäßi­gem Niveau ziem­lich neu­tra­li­sier­ten. Auf­fäl­lig war aber, dass die Gäste mit teil­wei­se sehr tie­fem und lauf­in­ten­si­vem fore­checking den Auf­bau der Tigers so stör­ten, dass man spü­ren konn­te, wie ihnen das Schwie­rig­kei­ten berei­te­te. Ab und an konn­ten sich die Westsach­sen dann auch vor Vos­vr­da fest­setz­ten und so kam der Füh­rungs­tref­fer des ETC nicht ein­mal völ­lig unver­dient. Ver­tei­di­ger Oll­eff zog von der blau­en Linie ein­fach ein­mal ab, und die Schei­be schlug ein. Der EHC-Goa­lie hat­te dabei kaum eine Chan­ce, da ein Schlä­ger eines Bay­reu­thers die Flug­bahn kom­plett veränderte.

Mit die­sem Vor­sprung gin­gen die Eis­pi­ra­ten in den zwei­ten Abschnitt, indem die Ober­fran­ken sich bes­ser prä­sen­tie­ren woll­ten. Lohn für die­se Initia­ti­ve war der Aus­gleich von Wohl­berg im Power­play. Ein herr­li­ches Zuspiel des auf­fäl­li­gen Robin­son nutz­te der Ame­ri­ka­ner aus bester Posi­ti­on trocken zum 1–1. In der Fol­ge­zeit kamen die Wag­ner­städ­ter dann bes­ser ins Spiel und hat­ten eini­ge wei­te­re Sze­nen vor Nie. Doch die Eis­pi­ra­ten schlu­gen als näch­stes wie­der zu, als die EHCler mal wie­der Befrei­ungs­mög­lich­kei­ten aus der eige­nen Zone ver­pass­ten und dadurch der Druck immer grö­ßer wur­de. Genau so eine Situa­ti­on nut­ze Tops­corer Pohl für ein fei­nes Zuspiel auf den nach lan­ger Ver­let­zung zurück gekehr­ten Buche­li, der völ­lig frei Vos­vr­da kei­ne Chan­ce ließ. Die­sen erneu­ten Rück­schlag ver­dau­ten die Haus­her­ren nicht so leicht und als Lee kurz vor der zwei­ten Pau­se auf 1–3 erhö­hen konn­te, muss­te man sich doch etwas Sor­gen um die Gelb-schwar­zen machen. Viel zu leicht konn­te sich der Eis­pi­ra­ten­stür­mer da durchs Zen­trum spie­len und erneut hat­te der EHC-Tor­wart kaum eine Mög­lich­keit das noch zu reparieren.

Mit die­sem 2‑To­re-Rück­stand als Hypo­thek began­nen dann die letz­ten 20 Minu­ten, aber wie so oft lie­ßen sich die Tigers davon nicht unter­krie­gen und Auf­ge­ben gibt es ein­fach nicht in der DNA der Raub­kat­zen vom Roten Main. Initi­al­zün­dung für die Auf­hol­jagd war der Unter­zahl­tref­fer von Stas. Hart­näckig nach­set­zend gewann er eine Schei­be und setz­te sich geschickt im Zwei­kampf durch mit dem Ver­la­den des Goa­lies als I‑Tüpfelchen. Davon ange­sta­chelt dreh­ten die Bay­reu­ther wei­ter auf und beka­men unge­woll­te Hil­fe des ETC. Die nach­las­sen­den Kräf­te brach­ten eini­ge unnö­ti­ge Fouls inklu­si­ve Straf­zei­ten und das bis­her so zag­haf­te Über­zahl­spiel der Ein­hei­mi­schen blüh­te förm­lich auf. Neu­zu­gang Robin­son riss das Spiel immer mehr an sich und die Schei­be lief gut durch die Rei­hen des EHC. Der frei gespiel­te Kolozva­ry zog von sei­ner typi­schen Posi­ti­on am rech­ten Bul­ly­kreis ab und über­rasch­te Goa­lie Nie zum umju­bel­ten Aus­gleich. Doch damit nicht genug. Der jetzt wie auf­ge­dreht wir­ken­de Robin­son spiel­te einen „Zucker­pass“ nach dem ande­ren, doch die fina­le Krö­nung blieb noch aus. So nahm er sich selbst ein Herz dreht bei einem wei­tern 5 gegen 4 eine Pirou­et­te direkt vor dem Tor, die jedem Eis­kunst­läu­fer gut gestan­den hät­te und netz­te im Nach­schuss tat­säch­lich zum 4–3 ein. Die letz­ten Minu­ten ver­such­ten die Eis­pi­ra­ten zwar noch­mals zurück zu kom­men, doch auch mit einem sech­sten Feld­spie­ler gelang ihnen kein Come­back mehr und die drei wich­ti­gen Zäh­ler blie­ben im Tiger­kä­fig. Die­se Par­tie zu dre­hen kann einen ganz gro­ßen Effekt für den rest­li­chen Sai­son­ver­lauf des EHC haben, denn mehr Selbst­ver­trau­en als so kann man kaum tanken.

Am Sonn­tag spie­len die Wag­ner­städ­ter in Kauf­beu­ren und das näch­ste Heim­spiel folgt am Frei­tag 10.02 um 20 Uhr gegen die Kas­sel Hus­kies. Tickets fin­den sich hier: www​.etix​.com/​t​i​c​k​e​t​/​v​/​1​1​7​5​2​/​e​i​s​s​t​a​d​i​o​n​-​b​a​y​r​e​u​t​h​-​der tigerk%E4fig?cobrand=Bayreuth

EHC Bay­reuth – Eis­pi­ra­ten Crim­mit­schau 4:3 (0–1;1–2;3–0)

  • 2 680 Zuschauer
  • Stra­fen: BT: 12 Min C: 14 Min
  • Power­play: BT: 3/7 C: 0/6
  • Bay­reuth: Vos­vr­da, Wie­de­mann – Neher (2), Pav­lu (2), Lin­den (2), Kasten, Potac, May­er – Mar­sall (2), S.Busch, Robin­son, Gei­gen­mül­ler, Kolozva­ry, Bar­tosch (2), Wohl­berg (2), Kuhn, V.Busch, Stas, Fröh­lich, Rypar
  • Crim­mit­schau: Nie, Schroth – Walsh (2), Pozi­vil, Schiet­zold, Oll­eff, Kör­ner, Halbau­er (4), Tramm – Gol­len­beck, Schlen­ker, Keil (4), Guts, Lee, Buche­li, Cier­nik, Cier­nik, Pohl, Kabitz­ky, Bar­tek (2), Luce­ni­us +2
  • Tore: 0:1 (17) Oll­eff (Schlen­ker, Buche­li); 1:1 (28) 5–4 Wohl­berg (Robin­son, Mar­sall); 1:2 (34) Buche­li (Pohl, Hal­beu­er); 1:3 (38) Lee (Kör­ner, Oll­eff); 2:3 (43) 4–5 Stas; 3:3 (50) 5–4 Kolozva­ry (Neher, Bar­tosch); 4:3 (52) 5–4 Robin­son (S.Busch, Pavlu)

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