Stu­dio­büh­ne Bay­reuth: “Wir sind kei­ne Bar­ba­ren!”

Neben Bar­ba­ra und Mario sind neue Nach­barn ein­ge­zo­gen. Die bei­den Pär­chen nähern sich zöger­lich an, man fach­sim­pelt über Flach­bild­schir­me, Fit­ness­kur­se, vega­nes Essen und ist mit sich und sei­nem Leben zufrie­den. Bis eines Nachts ein myste­riö­ser Flücht­ling vor der Tür steht und um Unter­kunft bit­tet. Wäh­rend die Neu­en ihm die Tür vor der Nase zuschla­gen, nimmt Bar­ba­ra ihn auf. Und er braucht schließ­lich Hil­fe, das ist ja klar für einen anstän­di­gen Bür­ger – oder nicht? Oder stellt er eine Bedro­hung dar? Oder viel­mehr eine exo­ti­sche Ver­lockung? Noch bevor dar­über end­gül­tig ent­schie­den wer­den kann, gerät die Welt der durch­schnitt­li­chen Wohl­stands­bür­ger mäch­tig aus den Fugen – mit töd­li­chen Fol­gen.

Die tem­po­rei­che und wit­zi­ge Gesell­schafts­sa­ti­re des Dra­ma­ti­kers Phil­ipp Löh­le (*1978) erzählt von der gestei­ger­ten Hyste­rie im Ange­sicht des Frem­den. Sein Kunst­griff: Den Flücht­ling ler­nen wir wäh­rend des gan­zen Stücks nicht ken­nen, son­dern erfah­ren von ihm immer nur aus den Gesprä­chen zwi­schen den Figu­ren. Die­sen stellt der Autor einen „Hei­matchor“ zur Sei­te, eine Grup­pe der Wohl­an­stän­di­gen und bra­ven Müll­tren­ner, die für eine sich regel­mä­ßig zu Wort mel­den­de öffent­li­che Mei­nung ste­hen.

Dabei schafft es Phil­ipp Löh­le, gesell­schafts­po­li­ti­sche Kon­flikt­si­tua­tio­nen in süf­fi­gen Geschich­ten zu erzäh­len. „Wir sind kei­ne Bar­ba­ren!“ ist ein schwarz­hu­mo­ri­ges Stück in Zei­ten der Flücht­lings­de­bat­ten.

Phil­ipp Löh­le: “Die­ses Stück ist wirk­lich das Aktu­ell­ste, was ich jemals geschrie­ben habe. Dabei habe ich es sogar geschrie­ben, bevor es aktu­ell wur­de. Und jetzt rauscht die Aktua­li­tät in mei­nem Text her­um, dass ihm die Ohren schlackern; und der Autor steht stau­nend vis-à-vis und wun­dert sich, wie so ein Text wei­ter­lebt, ‑wächst, ‑arbei­tet, ohne dass er irgend­was dafür tut.”

Wir sind kei­ne Bar­ba­ren!

von Phil­ipp Löh­le

  • Pre­miè­re: 11. Febru­ar 2017
  • Stu­dio Ter­mi­ne:
    • 18. / 22. / 25. Febru­ar jeweils 20 Uhr
    • 10./14./16./22./25./31. März jeweils 20 Uhr
    • 19. Febru­ar um 17 Uhr
  • Spiel­dau­er ca. 90 Minu­ten. Eine Pau­se.
  • Regie: Bir­git Franz
  • Büh­ne und Kostü­me: Bar­ba­ra Sey­fried
  • Licht und Ton: Ronald Kropf
  • Mas­ke: Lore Maß­ler
  • Es spie­len: Frank Ammon, Hei­ke Hart­mann, Clau­dia Iber­le, Lukas Stüh­le
  • Chor: Ursu­la Kai­ser, Tobi­as Kem­nit­zer, Syl­via Lau­ter­bach, Toni Reim­lin­ger

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