Bür­ger­en­er­gie­preis Ober­fran­ken 2016 ver­lie­hen

Das Bay­ern­werk hat mit Unter­stüt­zung der Regie­rung von Ober­fran­ken den Bür­ger­en­er­gie­preis 2016 ver­ge­ben

Im Rah­men einer Fest­ver­an­stal­tung in Bay­reuth hat das Bay­ern­werk am Mon­tag, 28. Novem­ber 2016, zum drit­ten Mal den mit Unter­stüt­zung der Regie­rung von Ober­fran­ken ins Leben geru­fe­nen Bür­ger­en­er­gie­preis ver­ge­ben. Der Preis ist mit ins­ge­samt 10.000 Euro dotiert. Die Preis­trä­ger kom­men aus Stadt und Land­kreis Bam­berg und aus dem Land­kreis Hof.

Die Gewin­ner des Bür­ger­en­er­gie­prei­ses Ober­fran­ken 2016 sind mit Begrün­dung der Jury:

Ener­gie­ge­nos­sen­schaft Ober­lei­ter­bach e.G., Preis­geld: 3.000 Euro

  • Markt Zap­fen­dorf, Land­kreis Bam­berg
  • Pro­jekt: „Bio­en­er­gie­dorf“

Ober­lei­ter­bach hat 270 Ein­woh­ner. Die Idee, eine zen­tra­le Wär­me­ver­sor­gung aus erneu­er­ba­ren Ener­gie­quel­len zu rea­li­sie­ren, wur­de in Vor­be­rei­tung zur Dorf­er­neue­rung 2009 gebo­ren. Im Zuge der Dorf­er­neue­rung wur­de ein Nah­wär­me­netz ver­legt, das im Okto­ber 2013 in Betrieb ging. Von einer Bio­gas­an­la­ge wird Abwär­me ent­nom­men, eine Hack­schnit­zel-Heiz­an­la­ge kom­plet­tiert das Nah­wär­me­sy­stem. Durch die Betei­li­gung zahl­rei­cher Dorf­be­woh­ner, die ihre Ideen und Kennt­nis­se ein­ge­bracht haben, ist eine sehr star­ke Dorf­ge­mein­schaft ent­stan­den, die die Grün­dung der Ener­gie­ge­nos­sen­schaft mög­lich gemacht hat.

Andre­as Link, Preis­geld: 3.000 Euro

  • Schwar­zen­bach a. d. Saa­le, Land­kreis Hof
  • Pro­jekt: „Neu­bau 2‑Familienhaus, Son­nen­haus aut­ark öko­lo­gisch“

Andre­as Link baut ein nahe­zu aut­ar­kes Son­nen­haus in voll­kom­men öko­lo­gi­scher Bau­wei­se. Er ver­wen­det nach Mög­lich­keit regio­na­le Bau­stof­fe. Beim Roh­bau wird Holz ver­wen­det und an Wän­den und am Dach eine Stopf­hanf­däm­mung ein­ge­setzt. Putz und Mau­er sind aus Lehm, der von Son­ne und Wind getrock­net wur­de. Das ein­ge­setz­te Holz stammt aus hei­mi­schen Wäl­dern. Geheizt wird mit Vaku­um­röh­ren­kol-lek­to­ren, die mit Was­ser statt Gly­kol betrie­ben wer­den. Ein was­ser­ge­führ­ter Kamin­ofen lie­fert bei Bedarf zusätz­li­che Wär­me. Eine Pho­to­vol­ta­ik-Anla­ge wird den Aut­ar­kie­grad erhö­hen. Der Ein­satz von regio­na­len Bau- und Dämm­stof­fen sowie einem sehr nied­ri­gen Ver­brauch von Her­stel­lungs­en­er­gie las­sen eine her­vor­ra­gen­de Kli­ma­bi­lanz erwar­ten.

Fach­schu­le für Mecha­tro­nik­tech­nik des Berufs­schul­zen­trums, Preis­geld: 4.000 Euro

  • Bam­berg
  • Pro­jekt: „Smart Home“

Mit dem Pro­jekt soll der Eigen­ver­brauch einer haus­ei­ge­nen Pho­to­vol­ta­ik-Anla­ge effek­ti­ver genutzt wer­den. Es wer­den im Haus vor­han­de­ne Spei­cher, wie zum Bei­spiel die Gefrier­tru­he und die intel­li­gen­te Ansteue­rung rele­van­ter Ver­brau­cher, genutzt. Ein Pro­to­typ der auto­ma­ti­schen Steue­rung wur­de gebaut und pro­gram­miert. Ziel des Pro­jek­tes ist es, die loka­le Ener­gie­er­zeu­gung und Ener­gie­ver­wen­dung bes­ser auf­ein­an­der abzu­stim­men. Neben den wirt­schaft­li­chen Vor­tei­len führt dies auch zu einer Ent­la­stung der Strom­net­ze, da die Ein­spei­sung des haus­ei­ge­nen PV-Stroms redu­ziert wer­den kann.

Pro­jek­te mit Vor­bild­wir­kung

„Die Ener­gie­wen­de kann nicht allein von Poli­tik und Wirt­schaft zum Erfolg geführt wer­den. Wir brau­chen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die mit ihren Pro­jek­ten und Initia­ti­ven Vor­bil­der dafür sind, wie sich jeder ein­zel­ne in sei­nem per­sön­li­chen Umfeld als Gestal­ter der Ener­gie­zu­kunft ein­brin­gen kann. Die­ses beson­de­re Enga­ge­ment zeich­net das Bay­ern­werk mit dem Bür­ger­en­er­gie­preis aus“, sag­te Chri­stoph Hen­zel, Lei­ter des Geschäfts­be­reichs Kom­mu­nal­ma­nage­ment des Bay­ern­werks, bei der Ver­lei­hung des Bür­ger­en­er­gie­prei­ses Ober­fran­ken in Bay­reuth. Die The­men Öko­lo­gie und Ener­gie­zu­kunft wür­den jeden betref­fen. Um die Ener­gie­wen­de zum Erfolg zu füh­ren, sei­en der Ein­satz und die Akzep­tanz der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger maß­geb­lich. „Die Gewin­ner des Bür­ger­en­er­gie­prei­ses sind wich­ti­ge Weg­be­rei­ter, um bei Kin­dern Ver­ständ­nis und in der Gesell­schaft eine brei­te Akzep­tanz für Inno­va­ti­on und Tech­no­lo­gie zu errei­chen“, stell­te Chri­stoph Hen­zel fest.

Regie­rungs­prä­si­den­tin Hei­drun Piwer­netz begrüß­te die Ziel­rich­tung des Bür­ger­en­er­gie­prei­ses und die Initia­ti­ve, dass Akteu­re der Ener­gie­wen­de vor Ort aus­ge­zeich­net wer­den. „Der Bür­ger­en­er­gie­preis setzt an einem wesent­li­chen Punkt an, denn allein in den pri­va­ten Haus­hal­ten wer­den über 40 % der End­ener­gie ver­braucht. Durch die Vor­bild­wir­kung guter und erfolg­rei­cher Pro­jek­te, wie der­je­ni­gen, die wir heu­te aus­zeich­nen, wer­den die Mög­lich­kei­ten, Ener­gie ein­zu­spa­ren, für uns alle greif­bar”, sag­te Hei­drun Piwer­netz.

Mit dem Bür­ger­en­er­gie­preis wird das Enga­ge­ment von Pri­vat­per­so­nen, Ver­ei­nen, Schu­len und ande­ren nicht­ge­werb­li­chen Grup­pie­run­gen aus­ge­zeich­net. Der Preis wird in den vier baye­ri­schen Regie­rungs­be­zir­ken Ober­fran­ken, Ober­pfalz, Unter­fran­ken, und Nie­der­bay­ern ver­lie­hen.

Mehr Infos gibt es unter www​.bay​ern​werk​.de/​b​u​e​r​g​e​r​e​n​e​r​g​i​e​p​r​eis

Der Bür­ger­en­er­gie­preis Ober­fran­ken wird im näch­sten Jahr fort­ge­setzt.

Über Bay­ern­werk AG:

Die Bay­ern­werk AG bie­tet rund fünf Mil­lio­nen Men­schen in Bay­ern eine siche­re Ener­gie­ver­sor­gung. Der Ver­teil­netz­be­trei­ber forscht, ent­wickelt und arbei­tet an Ener­gie­lö­sun­gen von mor­gen. Für die Gestal­tung der Ener­gie­zu­kunft in Bay­ern zeich­net sich das Ener­gie­un­ter­neh­men viel­fach ver­ant­wort­lich. Dazu zählt die Inte­gra­ti­on rege­ne­ra­ti­ver Erzeu­gungs­an­la­gen in das Ver­teil­netz, die Ent­wick­lung intel­li­gen­ter Netz­kom­po­nen­ten, die Ener­gie­part­ner­schaft zu Bay­erns Kom­mu­nen mit viel­fäl­ti­gen Ener­gie­dienst­lei­stun­gen sowie kun­den­be­zo­ge­ne moder­ne Ener­gie­kon­zep­te des Toch­ter­un­ter­neh­mens Bay­ern­werk Natur. Mit einem Strom­netz von rund 153.000 Kilo­me­tern Län­ge und einem etwa 5.700 Kilo­me­ter lan­gen Erd­gas­netz ist das Unter­neh­men der größ­te regio­na­le Netz­be­trei­ber in Bay­ern. Zudem betreibt das Bay­ern­werk ein Stra­ßen­be­leuch­tungs­netz mit einer Län­ge von 34.500 Kilo­me­tern. Das Netz­ge­biet erstreckt sich über Unter- und Ober­fran­ken, die Ober­pfalz sowie Nie­der- und Ober­bay­ern. In sein Netz hat das Bay­ern­werk rund 260.000 rege­ne­ra­ti­ve Erzeu­gungs­an­la­gen ange­schlos­sen und ver­teilt so zu mehr als 60 Pro­zent aus­schließ­lich rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie. Sitz des Unter­neh­mens ist Regens­burg. Das Bay­ern­werk ist eine 100-pro­zen­ti­ge E.ON-Tochter.

Schreibe einen Kommentar