„Jüdi­sche Stu­di­en“ eröff­net: Neu­er Stu­di­en­gang an der Uni­ver­si­tät Bamberg

Symbolbild Bildung

Seit die­sem Win­ter­se­me­ster kön­nen Stu­die­ren­de der Uni­ver­si­tät Bam­berg das Bache­lor­stu­di­en­fach „Jüdi­sche Stu­di­en“ bele­gen. Bis­lang wur­de ledig­lich ein Neben­fach „Juda­istik“ ange­bo­ten. Mit dem neu­en Stu­di­en­gang ist Bam­berg die ein­zi­ge baye­ri­sche und eine von nur sechs Uni­ver­si­tä­ten in ganz Deutsch­land, die Kennt­nis­se über das Juden­tum in einem brei­ten religions‑, kul­tur- und lite­ra­tur­wis­sen­schaft­li­chen Kon­text vermittelt.

Damit ist die Uni­ver­si­tät einen wei­te­ren Schritt in der Stär­kung der klei­nen Fächer gegan­gen. „Klei­ne Fächer wie die Juda­istik sind ein Mar­ken­zei­chen der Uni­ver­si­tät“, sag­te Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Prof. Dr. Dr. habil. Gode­hard Rup­pert anläss­lich der fei­er­li­chen Eröff­nung des Stu­di­en­gangs am 27. Okto­ber. „Ihr ste­ti­ger Aus­bau und ihre Pfle­ge lie­gen uns am Her­zen, gera­de die­se Fächer för­dern eine inter­dis­zi­pli­nä­re Zusammenarbeit.“

Dr. Josef Schu­ster, Prä­si­dent des Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land, gra­tu­lier­te der Uni­ver­si­tät im Namen der jüdi­schen Gemein­de. „Wir brau­chen jun­ge Men­schen, die frem­den Reli­gio­nen und Kul­tu­ren mit Offen­heit und Neu­gier begeg­nen und die als inter­kul­tu­rel­le Bot­schaf­ter wir­ken kön­nen.“ Dies sei ins­be­son­de­re in Zei­ten wach­sen­der Into­le­ranz gegen­über Min­der­hei­ten von zen­tra­ler Bedeu­tung. Schu­ster lob­te die Erwei­te­rung von der Juda­istik, die reli­giö­se Schrif­ten in ihren Mit­tel­punkt stellt, zu Jüdi­schen Stu­di­en, die dar­über hin­aus auch Ent­wick­lun­gen in Lite­ra­tur, Kunst und Kul­tur berücksichtigen.

Neben Bibel- und moder­nem Hebrä­isch ler­nen die Bam­ber­ger Stu­die­ren­den vor allem die Viel­falt der jüdi­schen Kul­tur- und Lite­ra­tur­wis­sen­schaft ken­nen. Dabei wer­den histo­ri­sche und gegen­wär­ti­ge Ent­wick­lun­gen in Ober­fran­ken, in euro­päi­schen und außer­eu­ro­päi­schen Län­dern wie den USA und Isra­el berück­sich­tigt. Die­se brei­te Aus­rich­tung ist durch die Zusam­men­ar­beit ver­schie­de­ner Bam­ber­ger Fach­ver­tre­ter aus der Angli­stik, Ame­ri­ka­ni­stik, Theo­lo­gie und Ger­ma­ni­stik mit der Juda­istik mög­lich. Dar­über hin­aus ach­ten die Ver­ant­wort­li­chen auf einen hohen Anwen­dungs­be­zug, erklär­te die Juda­istik-Pro­fes­so­rin Dr. Susan­ne Talabardon.

Von einer inter­dis­zi­pli­nä­ren Zusam­men­ar­beit pro­fi­tie­ren die Juda­istik, aber auch die ande­ren Fach­be­rei­che, beton­te Fest­red­ner Prof. Dr. Karl Erich Grö­zin­ger aus Ber­lin, der als einer der Begrün­der der Jüdi­schen Stu­di­en in Deutsch­land gilt. „Wer Deutsch­land und ganz Euro­pa rich­tig ver­ste­hen will, muss auch das Juden­tum ken­nen.“ Gera­de in Fran­ken, wo sich schon früh grö­ße­re jüdi­sche Gemein­den ange­sie­delt hät­ten, sei die Ein­rich­tung eines sol­chen Stu­di­en­gangs zu begrü­ßen. Mit der frän­kisch-jüdi­schen Geschich­te wer­den sich auch die Stu­die­ren­den inten­siv aus­ein­an­der­set­zen kön­nen: Das Bam­ber­ger Pro­jekt „Jüdisch-Frän­ki­sche Hei­mat­kun­de“ bie­tet ihnen die Gele­gen­heit, die Spu­ren des Mit­ein­an­ders von Juden und Chri­sten in den Dör­fern zu sichern und Geschich­te und Geschich­ten unter ande­rem anhand von Doku­men­ten und Grab­in­schrif­ten zu rekonstruieren.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Stu­di­en­gang fin­den Sie unter www​.uni​-bam​berg​.de/​j​u​d​a​i​s​t​ik/