Arti­kel­se­rie: Ener­gie­wen­de ja – aber wie? 48. Ener­gie­wen­de von Unten – Kom­po­nen­ten, Über­sicht

Goliath Poldermolen. Foto: Uberprutser, CC-BY-SA-3.0-nl

Goli­ath Pol­der­mo­len. Foto: Uberprut­ser, CC-BY-SA‑3.0‑nl

Die Ener­gie­wen­de ist nicht etwas, „was die da Oben“ machen, und wir kön­nen uns nur zurück­leh­nen und war­ten, bis es fer­tig ist. Eine gelun­ge­ne Ener­gie­wen­de, vor allem die „Ener­gie­wen­de von Unten“, geht jeden Haus­halt an und jeder kann und soll­te auch mit­wir­ken (s.a. Arti­kel 44). Es ist zu unter­schei­den zwi­schen Gerä­ten und Maß­nah­men auf der Erzeu­ger­sei­te einer­seits und, auf der Anwen­der- bzw. Ver­brau­cher­sei­te ande­rer­seits. Bei der Ener­gie­wen­de von Unten kön­nen aller­dings in Ein­zel­fäl­len Anwen­der und Erzeu­ger iden­tisch sein.

Auf der Anwen­der­sei­te ist der wich­tig­ste Punkt der sorg­sa­me Umgang mit der Ener­gie. Dies wirkt sowohl auf die Ener­gie­wen­de von Unten als auch von Oben, und wird auch sofort im eige­nen Geld­beu­tel wirk­sam. Die Schlag­wor­te „Ener­gie spa­ren“ und „Ener­gie­ef­fi­zi­enz“ wer­den häu­fig im glei­chen Atem­zug genannt, sind aber nicht das­sel­be. Zum Unter­schied mehr im näch­sten Arti­kel.

Spe­zi­ell für die elek­tri­sche Ener­gie gibt es eine Viel­zahl unter­schied­li­cher Strom­erzeu­ger, wel­che die unter­schied­lich­sten rege­ne­ra­ti­ven Ener­gie­quel­len nut­zen, näm­lich: Son­nen­strah­lung, Wind­kraft, Was­ser­kraft, Bio­mas­se, Erd­wär­me. Hin­zu kommt die Ener­gie, wel­che für Hei­zung und Brauch­was­ser­er­wär­mung benö­tigt wird. Zur Erin­ne­rung: 70% des Ener­gie­be­darfs eines Haus­hal­tes ist Wär­me­en­er­gie, die über­wie­gend auch aus fos­si­len Ener­gie­trä­gern gewon­nen wird. Das über­ge­ord­ne­te Ziel der Ener­gie­wen­de – weg von den fos­si­len Brenn­stof­fen – betrifft daher auch den Wär­me­be­darf. Ins­be­son­de­re der Ener­gie­be­darf für die Brauch­was­ser­er­wär­mung lässt sich im Som­mer leicht aus direk­ter Son­nen­ein­strah­lung gewin­nen. Wär­me, in Form von Warm­was­ser, lässt sich auch rela­tiv ein­fach über meh­re­re Tage spei­chern, was für den Warm­was­ser­be­darf eines Pri­vat­haus­hal­tes im Som­mer völ­lig aus­rei­chend ist um Wet­ter­schwan­kun­gen aus­zu­glei­chen.

Alle genann­ten Ener­gie­quel­len unter­lie­gen ganz spe­zi­fi­schen peri­odi­schen Schwan­kun­gen. Es ist des­halb sinn­voll, sich nicht nur auf eine Quel­le zu stüt­zen, son­dern – abhän­gig von den loka­len Ver­hält­nis­sen – mög­lichst auf 2 oder meh­re­re sich ergän­zen­de Quel­len. Um die Rest­schwan­kun­gen aus­zu­glei­chen, wer­den Ener­gie­spei­cher ein­ge­setzt, die in Zei­ten eines Über­an­ge­bo­tes auf­ge­la­den wer­den. Je bes­ser die Kom­bi­na­ti­on der ver­wen­de­ten Quel­len ist, umso gerin­ger ist der Spei­cher­be­darf. Gerä­te wie Wär­me­pum­pen und Ein­rich­tun­gen für die Kraft-Wär­me-Kopp­lung die­nen dazu, die unter­schied­li­chen Ener­gie­quel­len opti­mal aus­zu­nut­zen und die Nut­z­en­er­gie sowohl in Form von elek­tri­schem Strom als auch von Wär­me bedarfs­ge­recht bereit zu stel­len.

Alle genann­ten Gerä­te und Metho­den las­sen sich sowohl im Gro­ßen – für die Ener­gie­wen­de von Oben – als auch im Klei­nen – für die Ener­gie­wen­de von Unten – anwen­den. Es ist nur eine Fra­ge des Lei­stungs­spek­trums, wel­ches von den ver­schie­de­nen Her­stel­lern ange­bo­ten wird.

In der Fol­ge wol­len wir alle Gerä­te und Metho­den im Ein­zel­nen durch­spre­chen, ihre Vor­tei­le, aber auch ihre nega­ti­ven Begleit­erschei­nun­gen, und wel­che Prin­zi­pi­en sinn­voll mit­ein­an­der kom­bi­niert wer­den kön­nen. Die Suche nach dem opti­ma­len Kom­pro­miss beinhal­tet immer das Maxi­mie­ren der Vor­tei­le, die man haben möch­te, und das Mini­mie­ren der Nach­tei­le, die man dabei noch bereit ist ein­zu­ge­hen. Dafür muss man aber bei­de ken­nen. Es geht zwar auch um die Öko­no­mie, aber das über­ge­ord­ne­te Ziel der Ener­gie­wen­de ist eine bes­se­re Öko­lo­gie und Umwelt­ver­träg­lich­keit. Hier­zu ist in eini­gen Fäl­len sicher ein Umden­ken not­wen­dig um der Öko­lo­gie eine höhe­re Prio­ri­tät ein­zu­räu­men. Es macht wenig Sinn, die Feh­ler der Ver­gan­gen­heit dadurch zu besei­ti­gen, dass man die alten Feh­ler durch neue Feh­ler ersetzt.

Begin­nen wol­len wir in der näch­sten Aus­ga­be mit dem wich­tig­sten Punkt, dem sorg­sa­men Umgang mit Ener­gie.

Die­ter Lenz­kes
Bür­ger-für-Bür­ger-Ener­gie
www​.bfb​-ener​gie​.de

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