IHK Bay­reuth: “Ober­fran­ken wirkt anziehend”

Demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung stimmt opti­mi­stisch – Wan­de­rungs­sal­do steigt kontinuierlich

Die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung in Ober­fran­ken hat eine uner­war­tet posi­ti­ve Wen­dung genom­men: Zwar sank die Ein­woh­ner­zahl im Regie­rungs­be­zirk im Jahr 2014 um 410 Per­so­nen – vor fünf Jah­ren waren Sta­ti­sti­ker jedoch von einem Rück­gang von mehr als 5000 Men­schen aus­ge­gan­gen. “Das lässt das tat­säch­li­che Minus in einem ganz ande­ren Licht erschei­nen und zeigt, dass der­ar­ti­ge Pro­gno­sen nicht in Stein gemei­ßelt sind”, sagt IHK-Prä­si­dent Heri­bert Trunk. “Für uns bedeu­tet das: Wir kön­nen den demo­gra­fi­schen Wan­del viel­leicht nicht umkeh­ren, aber sehr wohl mitgestalten.”

Posi­tiv sieht der Kam­mer­prä­si­dent vor allem die Tat­sa­che, dass der Wan­de­rungs­sal­do von Jahr zu Jahr höher aus­fällt. Es zie­hen deut­lich mehr Men­schen nach Ober­fran­ken, als von hier weg­zie­hen – 2014 im Sal­do mehr als 3600 Per­so­nen. “Damit gehört die Mär von der Abwan­de­rung hof­fent­lich end­lich der Ver­gan­gen­heit an”, sagt Trunk. Er hofft, dass die Zah­len dem ober­frän­ki­schen Selbst­be­wusst­sein einen wei­te­ren Schub geben. “Wir haben uns viel zu lan­ge klein gemacht. Zum Glück setzt sich immer mehr die Erkennt­nis durch, dass es sich in Ober­fran­ken gut leben und arbei­ten lässt. Der Euro ist bei uns mehr wert als anders­wo, wir haben Natur, Kul­tur, und Unter­neh­men, die allein 2014 rund 10.000 neue sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Jobs geschaf­fen haben. Das sind Grün­de, wes­halb so vie­le Men­schen ihr Glück bei uns suchen. Die­se Vor­zü­ge müs­sen wir noch bekann­ter machen.”

Vom Schreckens­sze­na­rio der “aus­ster­ben­den Ober­fran­ken”, das Pro­gno­sen vor eini­gen Jah­ren zeich­ne­ten, kann zunächst jeden­falls kei­ne Rede mehr sein: Im Jahr 2010 gin­gen Sta­ti­sti­ker noch davon aus, dass Ober­fran­ken schon im Jahr 2023 weni­ger als eine Mil­li­on Ein­woh­ner zäh­len wer­de. Die­se Vor­aus­be­rech­nung wur­de kor­ri­giert. Pro­gno­sen sagen nun, dass der Regie­rungs­be­zirk wohl nicht vor 2032 die Mil­lio­nen-Gren­ze unter­schrei­ten wird. “Die Bevöl­ke­rungs­zahl geht zwar zurück, aber dass wir den Abwärts­trend der­art abmil­dern kön­nen, hät­te vor eini­gen Jah­ren kaum jemand pro­phe­zeit”, fasst IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Chri­sti Degen zusam­men. “Das Glas ist also ein­deu­tig halb­voll, nicht halb­leer.” Hin­zu kommt, dass auch der natür­li­che Bevöl­ke­rungs­rück­gang sich zuletzt abge­schwächt hat – erst­mals seit Jah­ren wur­den 2014 wie­der mehr als 8000 Babys in Ober­fran­ken geboren.

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