SPD-Bam­berg: Situa­ti­on der Pfle­ge – nur Not­stand oder Zukunftsmodell?

Sabine Dittmar

Sabi­ne Dittmar

MdB Sabi­ne Ditt­mar zu Besuch in Bamberg

Auf Ein­la­dung des SPD-Kreis­vor­sit­zen­den Felix Hol­land refe­rier­te Sabi­ne Ditt­mar (MdB), die stell­ver­tre­ten­de Spre­che­rin des Aus­schus­ses für Gesund­heit, zu ver­schie­de­nen Pfle­ge­the­men im DGB-Haus. Begrü­ßen konn­te die stellv. Kreis­vor­sit­zen­de Inge Eich­horn neben Sabi­ne Ditt­mar auch Andre­as Schwarz, denn der ört­li­che Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te weil­te eben­falls unter den zahl­rei­chen inter­es­sier­ten Zuhö­rern. Unter die­sen waren natür­lich vie­le Fach­leu­te, deren Berufs­hin­ter­grund eben­falls die Pfle­ge dar­stellt: Kran­ken­schwe­stern, Alten­pfle­ger, Pfle­ge­lei­tun­gen und Inha­ber von ambu­lan­ten Pflegediensten.

„Die Gesund­heit ist ein hohes Gut, denn die Gesund­heit bil­det nicht nur die Vor­aus­set­zung für den Erfolg der eige­nen Lebens­pla­nung, son­dern letzt­end­lich auch für das Gelin­gen des Mit­ein­an­ders in unse­rer Gesell­schaft“, mit die­ser Aus­sa­ge eröff­ne­te die Sozi­al­de­mo­kra­tin aus dem Bun­des­tag ihren Wort­bei­trag und ging aus­führ­lich auf die aktu­el­len Ver­än­de­run­gen im Gesund­heits­sek­tor ein. “Wir ver­fü­gen über ein lei­stungs­fä­hi­ges Gesund­heits­sy­stem. Des­sen soli­da­ri­sche Wei­ter­ent­wick­lung muss das Ziel unse­rer Gesund­heits­po­li­tik sein”, beton­te die SPD-Bundestagsabgeordnete.

Das Kran­ken­haus­struk­tur­ge­setz sehe gute Arbeits­be­din­gun­gen als Vor­aus­set­zung für eine gute Ver­sor­gung der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten. Die Aus­bil­dung wur­de über­prüft und an not­wen­di­gen Stel­len abge­än­dert. Mit der Ver­ab­schie­dung des Pfle­ge­stär­kungs­ge­set­zes II sei ein neu­er Pfle­ge­be­dürf­tig­keits­be­griff ein­ge­führt wor­den, der nun­mehr fünf Pfle­ge­gra­de vor­sieht und die bis­he­ri­gen drei Pfle­ge­stu­fen ersetzt. Unab­hän­gig davon, ob jemand an Demenz lei­det oder eine kör­per­li­che Ein­schrän­kung hat, wer­de künf­tig der tat­säch­li­che Unter­stüt­zungs­be­darf bes­ser erfasst, so Ditt­mar. Es wür­den kör­per­li­che, gei­sti­ge und psy­chi­sche Beein­träch­ti­gun­gen in der Selb­stän­dig­keit von Men­schen glei­cher­ma­ßen bewertet.

Das Geld wer­de in Zukunft anders ver­teilt: für die weni­ger pfle­ge­be­dürf­ti­gen gebe es eine leich­te Mehr­be­la­stung. Doch vie­le Men­schen, die stär­ker pfle­ge­be­dürf­tig sei­en, wür­den stär­ker ent­la­stet. Der Grund­satz „Reha vor Pfle­ge“ sol­le ver­wirk­licht wer­den, denn Reha-Maß­nah­men könn­ten Pfle­ge­be­dürf­tig­keit hin­aus­zö­gern und Ver­schlech­te­run­gen vor­beu­gen. Künf­tig müss­ten alle ambu­lan­ten Pfle­ge­dien­ste neben kör­per­be­zo­ge­nen Pfle­ge­lei­stun­gen und Hil­fen bei der Haus­halts­füh­rung soge­nann­te pfle­ge­ri­sche Betreu­ungs­lei­stun­gen anbie­ten. Eben­so müss­ten die sta­tio­nä­ren Pfle­ge­ein­rich­tun­gen pfle­ge­ri­sche Betreu­ungs­lei­stun­gen für die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen bereit­stel­len. Lei­stun­gen für pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge sei­en eben­falls ver­bes­sert wor­den, zeig­te sich Ditt­mar erfreut.

Die Pfle­ge­ver­si­che­rung wer­de künf­tig für deut­lich mehr pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge Ren­ten­bei­trä­ge ein­zah­len. Zudem ver­bes­se­re sich der Ver­si­che­rungs­schutz für pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge in der Arbeitslosenversicherung.

Auch die The­ma­tik der Ster­be­hil­fe wur­de von Ditt­mar gegen Ende der Dis­kus­si­on ange­spro­chen. „Der Bun­des­tag hat mit gro­ßer Mehr­heit ent­schie­den, die geschäfts­mä­ßi­ge Ster­be­hil­fe durch Ver­ei­ne und Ein­zel­per­so­nen zu ver­bie­ten. Ein Geschäft mit dem Tod von Men­schen darf es nicht geben! Men­schen sol­len in ihrer letz­ten Lebens­pha­se bes­ser unter­stützt wer­den. Das neue Gesetz soll den Auf­bau flä­chen­decken­der Pal­lia­tiv- und Hospiz­ver­sor­gung unter­stüt­zen.“ Der Bam­ber­ger SPD-Chef Felix Hol­land, selbst vom Fach, erin­ner­te die Gesund­heits­po­li­ti­ke­rin abschlie­ßend dar­an, dass die geplan­te Aus­bil­dungs­re­form zu den Pfle­ge­be­ru­fen unbe­dingt auf ein siche­res Finan­zie­rungs­fun­da­ment gestellt wer­den muss.

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