Forch­hei­mer Ärz­te­netz­werk UGeF setzt mit einer Spen­den­ak­ti­on ein Zeichen

Spendenübergabe von Netzwerk zu Netzwerk, von links Pfarrer Enno Weidt, Sabine Kramp und Elke Striegel (UGeF), und Sabine Löw. Foto: Mike Wuttke

Spen­den­über­ga­be von Netz­werk zu Netz­werk, von links Pfar­rer Enno Weidt, Sabi­ne Kramp und Elke Strie­gel (UGeF), und Sabi­ne Löw. Foto: Mike Wuttke

Vie­le Bau­stei­ne für das Netz­werk Asyl

Der star­ke Zustrom von Bür­ger­kriegs­flücht­lin­gen nach Deutsch­land und deren Ver­tei­lung bis in die klein­sten Kom­mu­nen prägt der­zeit das gesell­schafts­po­li­ti­sche Kli­ma. Die Hal­tung der Bür­ger bewegt sich zwi­schen Will­kom­mens­kul­tur und rechts­po­pu­li­sti­scher Ableh­nung. Dazwi­schen liegt der Bereich der „Ja aber“-Bedenken …“Ich habe nichts gegen Flücht­lin­ge, aber …“. Das Netz­werk Asyl in Forch­heim hält dage­gen. Redet nicht. Han­delt. Küm­mert sich um die Erst­ver­sor­gung mit dem Nötig­sten, um Deutsch­un­ter­richt, um Begeg­nung mit deut­schen Nach­barn. Jetzt hat das Ärz­te­netz­werk UGeF mit einer Spen­den­über­ga­be ein Zei­chen öffent­li­cher Anteil­nah­me gesetzt.

UGeF-Geschäfts­füh­re­rin Sabi­ne Kramp über­reich­te in der Not­fall­pra­xis im Ärz­te­haus einen Scheck über 500 Euro an einen der drei Spre­cher des Netz­wer­kes Asyl, Pfar­rer Enno Weidt von St. Johan­nis. Er war in Beglei­tung von Sabi­ne Löw gekom­men, die für die Finan­zen zustän­dig ist und gleich­zei­tig ehren­amt­lich Deutsch­un­ter­richt für Flücht­lin­ge erteilt.

Gro­ßer Helferkreis

Im Lau­fe des Gesprä­ches zeig­te sich, wie stark die Hilfs­be­reit­schaft der Forch­hei­mer und der Land­kreis­bür­ger ist und wie viel­fäl­tig sich die kon­kre­te Hil­fe dar­stellt, die im Stil­len pas­siert. Enno Weidt mach­te es an dem Bei­spiel deut­lich, wenn es dar­um geht, ankom­men­de Flücht­lin­ge mit einem sog. Hygie­ne­pa­ket, mit Beklei­dung oder Spiel­zeug für die Kin­der zu ver­sor­gen. „Jemand der von sol­cher Not­wen­dig­keit Kennt­nis bekommt postet das auf der Face­book-Sei­te vom Unter­stüt­zer­kreis Unte­re Kel­ler­stra­ße und sofort sind etwa 400 Hel­fe­rin­nen und Hel­fern informiert“.
Das Asyl­ca­fé fin­det jeden Mon­tag von 15 bis 18 Uhr in der Wai­sen­haus­stra­ße (Jugend­zen­trum) statt und hat star­ken Zuspruch. Flücht­lin­ge wer­den bei Behör­den­gän­gen beglei­tet, eine Ärz­tin küm­mert sich ehren­amt­lich um schwan­ge­re Frau­en, Unter­stüt­zer­krei­se hel­fen jun­gen Frau­en und Forch­hei­mer haben Fami­li­en­pa­ten­schaf­ten über­nom­men. Das Mehr­ge­nera­tio­nen­haus der Chri­stus­kir­che ver­mit­telt aus­ge­bil­de­te Inte­gra­ti­ons­lot­sen. „Alles Bau­stei­ne, die unser Netz­werk Asyl tra­gen“ sagt Enno Weidt.

Sabi­ne Löw, die in Erlan­gen als Deutsch­leh­re­rin in einem Spra­chen­stu­dio arbei­tet, berich­te­te, dass neben der staat­li­chen Für­sor­ge für Flücht­lin­ge finan­zi­el­le Mit­tel not­wen­dig sind, um z.B. Bücher zu kau­fen und Fahr­geld bereit­zu­stel­len. Des­halb ist man froh über Spen­den, die von Ein­zel­per­so­nen, von Fir­men, der Poli­tik und aus Kir­chen­ge­mein­den kommen.

Sam­mel­bo­xen in Arztpraxen

UGeF-Geschäfts­füh­re­rin Kramp nahm den Ball auf. Sie will sich dafür ein­set­zen, dass in den Mit­glieds­pra­xen des Ärz­te­netz­wer­kes in den 30 Stand­or­ten Sam­mel­bo­xen auf­ge­stellt wer­den, die das ev. Pfarr­amt St. Johan­nis zur Ver­fü­gung stellt. Pfar­rer Weidt ermun­ter­te die Ärz­te, sich auch prak­tisch und ehren­amt­lich in die Gesund­heits­für­sor­ge für Flücht­lin­ge ein­zu­brin­gen, wie es schon Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen tun. Inter­es­sen­ten wen­den sich an die Asyl-Sozi­al­ar­beit im Cari­tas-Kreis­ver­band Forch­heim, wo Bea­te Zepf koor­di­nie­rend tätig ist.

Enno Weidt beton­te, dass man bei all die­sem Ein­satz für das Asyl-Netz­werk nicht über­sieht, dass es auch deut­sche Mit­bür­ger gibt, die auf Hil­fe von den Wohl­fahrts­ver­bän­den und der All­ge­mein­heit ange­wie­sen sind. Aber die posi­ti­ve Grund­hal­tung und gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung, die bei vie­len spür­bar wird, die sich im Netz­werk enga­gie­ren, stim­me ihn zuver­sicht­lich und dankbar.

Spen­den­kon­to

Wer spen­den möchte:

Kir­chen­kon­to St. Johannis
Stich­wort Netz­werk Asyl
Spar­kas­se Forchheim,
BLZ 76351040, Kon­to 6049 Stich­wort Netz­werk Asyl

Wei­te­re Infos zum Netz­werk auf der Home­page im Inter­net www​.netz​werk​asyl​-forch​heim​.org

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