Behin­der­ten­be­auf­trag­ter des Bezirks legt Tätig­keits­be­richt vor

Egon Feilner

Egon Feil­ner

Lot­se für Men­schen mit Behinderung

Die Ein­glie­de­rungs­hil­fe, sprich die Hil­fe für Men­schen mit Behin­de­run­gen, ist und bleibt für den Bezirk Ober­fran­ken die Kern­auf­ga­be. Als über­ört­li­cher Sozi­al­hil­fe­trä­ger gibt der Bezirk nach dem aktu­ell ver­ab­schie­de­ten Haus­halt in die­sem Bereich im kom­men­den Jahr vor­aus­sicht­lich rund 198 Mil­lio­nen Euro aus. Das bedeu­tet, jeder zwei­te Euro des Bezirks fließt in Lei­stun­gen für Men­schen mit Behin­de­rung. Ten­denz stei­gend. Der Behin­der­ten­be­auf­trag­te des Bezirks Ober­fran­ken, Egon Feil­ner, berich­te­te in der gest­ri­gen Bezirks­tags­sit­zung über sei­ne viel­fäl­ti­gen Aufgaben.

Es sei rich­tig und wich­tig, dass der Bezirk Ober­fran­ken einen Behin­der­ten­be­auf­trag­ten bestellt, begann Egon Feil­ner sei­nen ersten Tätig­keits­be­richt. Seit August 2014 füllt er die­ses Ehren­amt aus. Eine Arbeit, die ihm viel Freu­de berei­te, da ich Men­schen wei­ter­hel­fen kön­ne, wie er beton­te. Jedoch auch eine Auf­ga­be, die viel­fäl­ti­ger und umfas­sen­der sei, als zunächst gedacht.

Immer­hin gewährt der Bezirk Ober­fran­ken in über 12.000 Fäl­len Lei­stun­gen der Ein­glie­de­rungs­hil­fe. „Jeder Fall ist dabei indi­vi­du­ell anders gela­gert, sodass man sich mit jedem Anruf und mit jeder E‑Mail neu in eine spe­zi­el­le Situa­ti­on ein­ar­bei­ten muss“, beschreibt Feil­ner sei­ne Tätig­kei­ten. Über­wie­gend han­de­le es sich bei den Anfra­gen um Hil­fe­stel­lun­gen in den Berei­chen Schul­be­glei­tung, KfZ-Hil­fen oder bei der Schul­be­för­de­rung. Jedoch wur­de auch die Ver­mitt­lung von Lehr­stel­len für behin­der­te Jugend­li­che oder von Feri­en­be­treu­un­gen für Kin­der mit Behin­de­rung ange­fragt. Die The­men hät­ten zumeist unter Hin­zu­zie­hung der Sozi­al­ver­wal­tung des Bezirks Ober­fran­ken schnell und umfas­send beant­wor­tet wer­den kön­nen. In eini­gen Fäl­len war eine sach­li­che Zustän­dig­keit des Bezirks Ober­fran­ken von vorn­her­ein nicht gege­ben. Die betrof­fe­nen Per­so­nen wur­den dann an die jeweils zustän­di­ge Stel­le verwiesen.

„In einem für vie­le Men­schen undurch­sich­ti­gen Dschun­gel an zustän­di­gen Behör­den oder Kosten­trä­ger ist mei­ne Funk­ti­on oft­mals mit der eines Lot­sen oder Ver­mitt­lers zu ver­glei­chen“, berich­te­te der Behin­der­ten­be­auf­trag­te. Für vie­le sei es leich­ter, sich an eine unab­hän­gi­ge Per­son zu wen­den, als gleich bei einer Behör­de vor­stel­lig zu wer­den. Zu Gute kommt ihm bei sei­ner Arbeit sei­ne lang­jäh­ri­ge Erfah­rung als Lei­ter des Jugend­am­tes im Land­kreis Bay­reuth und als ehren­amt­li­cher Rich­ter am Sozi­al­ge­richt in Bayreuth.

Neben die­sen Auf­ga­ben als Ansprech­part­ner für Men­schen mit Behin­de­rung und deren Ange­hö­ri­gen sei es ihm ein Anlie­gen, sich mit den wei­te­ren Behin­der­ten­be­auf­trag­ten auf Stadt- und Kreis­ebe­ne in Ober­fran­ken zu ver­net­zen. Zudem fin­de ein enger Infor­ma­ti­ons­aus­tausch mit der Sozi­al­ver­wal­tung statt. So nahm er unter ande­rem beim Sozi­al­be­such des Bezirks­tags­prä­si­den­ten im Tro­pen­haus Klei­ne­den in Klein­tettau teil, eine Vor­zei­ge­ein­rich­tung wenn es um das The­ma Inklu­si­on gehe. Ein wei­te­res Tref­fen fand mit der Inklu­si­ons­be­auf­trag­ten der Hand­werks­kam­mer Bay­reuth, Frau Früh­bei­ßer, statt. Die Tagung Inklu­si­on und Kul­tur des Baye­ri­schen Bezirks­tags wur­de eben­falls besucht.

Feil­ner dank­te abschlie­ßend den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Sozi­al­ver­wal­tung, allen vor­an Frau Traut­mann-Janovsky, für die gute und ver­trau­ens­vol­le Zusam­men­ar­beit. Es sei wich­tig, gemein­sam zum Woh­le der in Ober­fran­ken leben­den Men­schen mit Behin­de­rung zu wir­ken. „Denn wir haben ja alle den glei­chen Wunsch, den Men­schen mit Behin­de­rung eine mög­lichst umfas­sen­de Teil­ha­be am Leben unse­rer Gesell­schaft zu ermög­li­chen“, schloss Feil­ner sei­ne Ausführungen.

INFO:

Die Ein­glie­de­rungs­hil­fe bil­det einen Schwer­punkt inner­halb der Auf­ga­ben­be­rei­che des Bezirks Ober­fran­ken. In die­sem Jahr wird mehr als jeder zwei­te Euro des 353 Mil­lio­nen Euro umfas­sen­den Haus­halts des Bezirks Ober­fran­ken in die­sem wich­ti­gen Bereich aus­ge­ge­ben (ins­ge­samt 191 Mio. Euro in 2015). Als über­ört­li­cher Sozi­al­hil­fe­trä­ger erbringt der Bezirk im Rah­men sei­ner Kern­auf­ga­be neben der Ein­glie­de­rungs­hil­fe für Men­schen mit Behin­de­run­gen auch Lei­stun­gen im Bereich Hil­fe zur Pfle­ge (68 Mio. Euro in 2015) sowie im Bereich der Jugend­hil­fe ins­be­son­de­re für die Unter­brin­gung unbe­glei­te­ter min­der­jäh­ri­ger Flücht­lin­ge. Zusam­men­ge­nom­men umfas­sen die Aus­ga­ben im Bereich der Sozi­al­ver­wal­tung rund 93 Pro­zent des Gesamthaushaltes

Schreibe einen Kommentar