Schö­ne Stun­den auf dem Weih­nachts­markt – auch für Taschendiebe

OBER­FRAN­KEN. Meist unbe­merkt und inner­halb weni­ger Sekun­den schla­gen die Taschen­die­be in dem Gedrän­ge auf dem Weih­nachts­markt zu. Sie nut­zen das rege Trei­ben und machen mit ihrer geschick­ten Vor­ge­hens­wei­se immer wie­der Beu­te. Das böse Erwa­chen Ihrer Opfer kommt oft erst spä­ter, wenn das Geld für den Ein­kauf unwie­der­bring­lich weg ist. Beson­ders in der Vor­weih­nachts­zeit sind Taschen­die­be ver­stärkt unter­wegs, nicht nur auf Weih­nachts­märk­ten son­dern auch in Fuß­gän­ger­zo­nen und Kauf­häu­sern. Die Ober­frän­ki­sche Poli­zei warnt vor den drei­sten Langfingern.

Laut Poli­zei­li­cher Kri­mi­nal­sta­ti­stik nah­men Poli­zi­sten im Jahr 2014 261 Fäl­le von Taschen­dieb­stahl in Ober­fran­ken auf. Im Vor­jahr waren es noch 227 Dieb­stäh­le. 57 der 261 Fäl­le aus 2014 fie­len auf die Mona­te Novem­ber und Dezember.

Deutsch­land­weit wur­den im Jahr 2014 ins­ge­samt 157.069 Taschen­dieb­stäh­le ange­zeigt, 2013 waren es noch rund 136.000 Fälle.

Meist gehen die Die­be in Teams mit meh­re­ren Tätern arbeits­tei­lig vor. Einer lenkt das Opfer ab, bei­spiel­wei­se durch Anrem­peln oder das Ver­wickeln in ein Gespräch. Auch das absicht­li­che Beschmut­zen der Klei­dung mit anschlie­ßen­der, über­stei­ger­ter Hilfs­be­reit­schaft dient eben­falls nur dazu, die ahnungs­lo­se Per­son abzu­len­ken. Ein Kom­pli­ze klaut dann unbe­merkt den Geld­beu­tel, die Tasche oder son­sti­ge Wert­sa­chen und gibt sie an einen Drit­ten wei­ter, der schnell in der Men­ge unter­taucht. Meist sind die Die­be pro­fes­sio­nel­le, inter­na­tio­nal agie­ren­de Täter, die grenz­über­schrei­tend in ganz Euro­pa aktiv sind.

Die Ober­frän­ki­sche Poli­zei setzt ins­be­son­de­re in der Vor­weih­nachts­zeit wie­der ver­stärkt auf uni­for­mier­te Strei­fen, zudem sind auch Poli­zi­sten in Zivil unterwegs.

Auch die Auf­klä­rung der Bevöl­ke­rung ist ein wich­ti­ger Bestand­teil zur Ver­hin­de­rung von Straf­ta­ten. Denn jeder Bür­ger kann einen wich­ti­gen Bei­trag lei­sten, nicht selbst Opfer zu werden:

  • Ach­ten Sie bei einem Men­schen­ge­drän­ge oder unüber­sicht­li­chen Situa­tio­nen noch stär­ker auf Ihre Wertsachen.
  • Neh­men Sie nur so viel Bar­geld und Bank­kar­ten mit, wie Sie wirk­lich brauchen.
  • Hal­ten Sie Ihre Hand­ta­sche stets geschlos­sen und las­sen Sie die­se nie unbeaufsichtigt.
  • Tra­gen Sie Ihre Hand­ta­sche am besten quer über den Ober­kör­per mit der Ver­schluss­sei­te zu Ihnen. Hal­ten Sie die Tasche nicht nur locker in der Hand oder hän­gen Sie die­se nicht nur über die Schulter.
  • Geld­bör­sen soll­ten immer kör­per­nah unter der Klei­dung, am besten in ver­schließ­ba­ren Innen­ta­schen auf­be­wahrt werden.
  • Las­sen Sie beim Bezah­len kei­ne Ein­blicke in Ihre Brief­ta­sche zu.
  • Wenn Sie Opfer von Die­ben gewor­den sind, ver­stän­di­gen Sie umge­hend die Polizei.
  • Den­ken Sie an die sofor­ti­ge Sper­rung Ihrer Kre­dit­kar­ten und Scheck­kar­ten unter dem Sperr-Not­ruf: 116 116.

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