Deutsch­lands bester Brenn­mei­ster kommt aus Bie­ber­bach

Bei einer feierlichen Übergabe in Deutenkofen wurden den vier Brennmeister/in Klaus Brück (Bieberbach), Anni Reichold (Ortspitz), Willibald Schmidt (Mittelehrenbach) und Johann Schilling (Streitberg) die Urkunden von Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (Mitte) überreicht.

Bei einer fei­er­li­chen Über­ga­be in Deu­ten­ko­fen wur­den den vier Brennmeister/​in Klaus Brück (Bie­ber­bach), Anni Reichold (Ort­spitz), Wil­li­bald Schmidt (Mit­te­l­eh­ren­bach) und Johann Schil­ling (Streit­berg) die Urkun­den von Bay­erns Land­wirt­schafts­mi­ni­ster Hel­mut Brun­ner (Mit­te) über­reicht.

Nur weni­ge Kilo­me­ter von­ein­an­der ent­fernt leben vier Mei­ster ihres Fachs: Deutsch­lands bester Brenn­mei­ster, ein auf alte Sor­ten spe­zia­li­sier­ter Bio­land-Bren­ner, Fran­kens erste Brenn-Mei­ste­rin und die ein­zi­ge Sekt­ma­nu­fak­tur Ober­fran­kens, die im Cham­pa­gner-Ver­fah­ren Apfel­schaum­wein her­stellt. Sie alle haben von Bay­erns Land­wirt­schafts­mi­ni­ster Hel­mut Brun­ner in Deu­ten­ko­fen bei Lands­hut die Mei­ster-Urkun­de über­reicht bekom­men.

Zwei Jah­re für den staat­lich aner­kann­ten Aus­bil­dungs­be­ruf “Bren­ner” und wei­te­re zwei Jah­re für den Mei­ster­kurs haben sie noch ein­mal die Schul­bank gedrückt, vie­le tau­send Euro inve­stiert, wei­te Wege auf sich genom­men. „Dabei ist es gar nicht vor­ge­schrie­ben, dass man als Obst­bren­ner eine Aus- oder Fort­bil­dung machen muss,“ so Klaus Brück (47), der als ein­zi­ger land­wirt­schaft­li­cher Brenn-Mei­ster Deutsch­lands die Note „sehr gut“ in Pra­xis und Theo­rie erreicht hat. Mit ihm waren neben 16 Kol­le­gen aus Bay­ern, Hes­sen, Rhein­land-Pfalz, Sach­sen, Sach­sen-Anhalt und dem Saar­land noch drei Bren­ner aus der Frän­ki­schen Schweiz wegen der Mei­ster­prü­fung in Frei­burg im Breis­gau. „Wir haben den wei­ten Weg bis an die fran­zö­si­sche Gren­ze nicht gescheut, weil die Arbeits­ab­läu­fe immer kom­ple­xer wer­den, die Anfor­de­run­gen immer grö­ßer, und die Ver­än­de­run­gen immer schnel­ler kom­men.“ Es sei eine anstren­gen­de Zeit gewe­sen, und eine Her­aus­for­de­rung. „Aber es war der rich­ti­ge Weg.“

Gera­de für klei­ne Fami­li­en­be­trie­be, die auf Klas­se setz­ten und nicht auf Mas­se, sei das ent­schei­dend. „Wir kön­nen nur klei­ne Men­gen pro­du­zie­ren, und müs­sen somit auf Qua­li­tät set­zen.“ Sei­ne Auf­ga­be sehe das Mei­ster-Quar­tett in der Zukunft dar­in, dass der End­ver­brau­cher einen Bezug zum Pro­dukt bekom­me. „Immer mehr möch­ten wis­sen, wie das Pro­dukt her­ge­stellt wird.“ Bei sei­nen Bren­ne­rei-Füh­run­gen erfährt Klaus Brück immer wie­der, dass sei­ne Kun­den bereit sind, mehr zu zah­len, sobald sie mer­ken, wie­viel Arbeit, Frucht und Lei­den­schaft im Pro­dukt steck. Wie bei ande­ren Hand­werks­be­ru­fen stan­den bei den Lehr­gän­gen in Offen­burg, Weins­berg und Emmen­din­gen-Hoch­burg Unter­neh­mens­füh­rung, Ver­mark­tung, Bren­ne­rei­tech­no­lo­gie, Betriebs- und Ver­fah­rens­tech­nik und Beur­tei­lung und Prä­sen­ta­ti­on von Destil­la­ten im Fokus. „Wie man die Frucht vom Baum in die Fla­sche, und die Fla­sche an den Kun­den brin­gen kann.“ Dabei haben Klaus Brück und sei­ne Kol­le­gen auch den Erhalt der hei­mi­schen Streu­obst­wie­sen und die Ver­wen­dung regio­na­ler und alter Obst­sor­ten im Blick.

Das Ange­bot der Bren­ne­rei Brück mit Edel­brän­den, Likö­ren und Gei­sten ist mit 42 Sor­ten sehr umfang­reich. Dar­un­ter frän­ki­sche Klas­si­ker wie Apfel, Bir­ne, Kir­sche oder Mira­bel­le, aber auch Rari­tä­ten wie Quit­te, schwar­ze Johan­nis­bee­re oder Rene­klo­de. „Frü­her herrsch­te die Ein­stel­lung vor, die „guten“ Früch­te in die Markt­hal­le zu geben, und aus den „schlech­ten“ den Schnaps zu bren­nen.“ Das sei für ihn heu­te nicht mehr denk­bar, so Klaus Brück, der gro­ßen Wert auf Qua­li­tät legt. Auch mit exo­ti­schen Neu­hei­ten expe­ri­men­tiert Klaus Brück, etwa einem Gra­nat­ap­fel-Likör. „Eine Neu­krea­ti­on in rei­ner Hand­ar­beit, für die ich eini­ge Jah­re gebraucht habe, um die rich­ti­ge Qua­li­tät zu errei­chen.“

Neben Klaus Brück gibt es in der Regi­on nun auch drei wei­te­re Brenn-Mei­ster: Johann Schil­ling (49) aus Wiesenttal/​Streitberg, der dort neben einer Edel­obst­bren­ne­rei auch eine Sekt­ma­nu­fak­tur betreibt, die als ein­zi­ge in Ober­fran­ken Apfel­schaum­wein nach dem Cham­pa­gner-Ver­fah­ren her­stellt. „Wir nut­zen dazu alte Apfel­sor­ten aus eige­nem Anbau,“ so der Fach­be­ra­ter des Land­krei­ses Forch­heim für Obst­bau. Als erste Frau Fran­kens hat Anni Reichold (49) von der Bren­ne­rei Peter­hof in Leutenbach/​Ortspitz die Mei­ster-Prü­fung bestan­den. Mit ihrem Ehe­mann Ger­hard stellt die aus­ge­bil­de­te Edel­brand-Som­me­liè­re preis­ge­krön­te Edel­brän­de, Frucht­li­kö­re und Kräu­ter­spe­zia­li­tä­ten her. Über die Mei­ster­ur­kun­de freut sich außer­dem Wil­li­bald Schmidt (59) aus Leutenbach/​Mittelehrenbach. Der Obst­bau­er bewirt­schaf­tet seit zwan­zig Jah­ren sei­nen Hof nach den öko­lo­gi­schen Stan­dards des Bio­land-Ver­ban­des. „Unse­re Spe­zia­li­tä­ten sind ver­schie­de­ne im Holz­fass gereif­te Brän­de und Rari­tä­ten wie die frän­ki­sche Mol­ler­busch-Bir­ne, der Wel­schis­ner-Apfel und Quit­ten­brand, die regel­mä­ßig aus­ge­zeich­net wer­den.“

Bren­ne­rei-Füh­run­gen bei Brück in Bie­ber­bach 69 sind jeder­zeit mög­lich, auch kurz­fri­stig am sel­ben Tag. Sie dau­ern rund ein­ein­halb Stun­den und kön­nen auch von klei­nen Grup­pen oder Ein­zel­per­so­nen gebucht wer­den. Treff­punkt ist am Oster­brun­nen in Bie­ber­bach. Anmel­dung und Infor­ma­ti­on bei Klaus Brück unter Tel. 09197–593 oder im Inter­net unter www​.bren​ne​rei​-bru​eck​.com

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