Sonn­tags­ge­dan­ken zu Pfings­ten: Vom Wir­ken des Hei­li­gen Geistes

Symbolbild Religion
Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfar­rer Dr. Chris­ti­an Fuchs

Gedi­sa Moale, ein Christ aus Papua-Neu­gui­nea, ver­trau­te ganz auf die manch­mal unauf­fäl­li­ge, aber doch beharr­li­che Wirk­sam­keit des hei­li­gen Geis­tes. Er erzählt uns zur Begrün­dung fol­gen­de Geschich­te: Er arbei­te­te als Pre­di­ger und Leh­rer in einem Dorf sei­ner Hei­mat. Da setz­ten sich zwei Män­ner zu denen, die Gedis­as Aus­le­gung der Hei­li­gen Schrift zuhör­ten. Die bei­den waren rau­he Ker­le, sie hat­ten Frau­en aus andern Dör­fern geraubt und hin­gen dem Hei­den­tum an. Gedi­sa rede­te die bei­den nicht an, erwähn­te auch ihre Unta­ten nicht. Aber sein Wort traf ihr Herz. Sie lie­ßen die geraub­ten Frau­en los, so dass die­se ande­re Män­ner hei­ra­ten konn­ten. Die bei­den wand­ten sich dem christ­li­chen Glau­ben zu.

Ich wün­sche mir auch sol­che Erfolgs­er­leb­nis­se wie der Papua-Evan­ge­list, doch Got­tes Geist weht wo und wann er will, nicht wie es uns gefällt. Dazu erzählt uns der Mis­sio­nar Wil­helm Fug­mann eine wei­te­re Geschich­te aus der Pazi­fik­re­gi­on: kurz hin­ter­ein­an­der hör­te er zwei Pre­dig­ten. Die eine stamm­te von einem wis­sen­schaft­lich gebil­de­ten Pfar­rer, der ideo­lo­gisch kor­rekt, rhe­to­risch gut sprach, doch fehl­te ihm das Feu­er des hei­li­gen Geis­tes. Bei ihm stand nicht die Bot­schaft von Chris­tus, son­dern er selbst, der Pre­di­ger im Mit­tel­punkt. Die zwei­te Anspra­che hielt ein aus­tra­li­scher Land­pfar­rer. Er hat­te kei­ne hohe wis­sen­schaft­li­che Aus­bil­dung genos­sen und war kein mit­rei­ßen­der Red­ner, aber man fühl­te: Der meint es ernst, der ist ergrif­fen vom Evangelium.

Viel­leicht wirkt der Hei­li­ge Geist durch uns ganz im Ver­bor­ge­nen, auf Men­schen, die wir gar nicht ken­nen. Viel­leicht braucht sein Wort auch Zeit, bis es Frucht bringt, so wie eine Blu­me zunächst ganz unschein­bar wächst, bis sie sich dann allen sicht­bar ent­fal­tet. Got­tes Hei­li­ger Geist aber wirkt unter uns, wenn wir ihn nur wir­ken las­sen, wenn wir uns in Dienst neh­men las­sen vom Geist der Treue, des Ver­ste­hens, der Ver­söh­nung, der täti­gen Lie­be. Dann wer­den wir Chris­tus ähnlich.

Wei­te­re Sonn­tags­ge­dan­ken

Pfar­rer Dr. Chris­ti­an Fuchs, www​.neu​stadt​-aisch​-evan​ge​lisch​.de

Infos zu Chris­ti­an Karl Fuchs:

  • geb. 04.01.66 in Neustadt/​Aisch
  • Stu­di­um der evang. Theo­lo­gie 1985 – 1990 in Neuendettelsau
  • Vika­ri­at in Schorn­weiss­ach-Ves­ten­bergs­greuth 1993 – 1996
  • Pro­mo­ti­on zum Dr. theol. 1995
  • Ordi­na­ti­on zum ev. Pfar­rer 1996
  • Dienst in Nürnberg/​St. Johan­nis 1996 – 1999
  • seit­her in Neustadt/​Aisch
  • blind