Fle­der­maus­er­leb­nis­tag im Frän­ki­sche Schweiz-Muse­um Tüchers­feld am kom­men­den Sonntag

„Die Welt mit den Ohren sehen“ – Phy­sik im All­tag von Fle­der­mäu­sen leicht ver­ständ­lich erklärt

Am kom­men­den Sonn­tag dreht sich im Frän­ki­sche Schweiz-Muse­um wie­der ein­mal alles um die Fle­der­maus: In der Aus­stel­lung „Fle­der­mäu­se – Jäger der Nacht“ erfah­ren Jung und Alt nicht nur alles über die Lebens­wei­se die­ser fas­zi­nie­ren­den Geschöp­fe. Fle­der­mäu­se sind die ein­zi­gen Säu­ge­tie­re, die flie­gen kön­nen. Zudem set­zen sie bei ihren nächt­li­chen Flü­gen eine Ortungs­tech­nik ein, die selbst unse­re moderns­ten High­tec-Ortungs­sys­te­me nur schwer­lich in die­ser Qua­li­tät nach­ah­men können:
Wäh­rend ihres Flu­ges sto­ßen Fle­der­mäu­se mehr­mals pro Sekun­de kur­ze Töne aus. Eini­ge Fle­der­maus­ar­ten besit­zen hier­zu auf­fäl­li­ge Aus­wüch­se an den Nasen, die der Ver­stär­kung der aus­ge­sto­ße­nen Töne dienen.

Die Rufe der Fle­der­mäu­se lie­gen je nach Art in Ton­hö­hen von 18 kHz bis 110 kHz. Sie sind des­halb für den Men­schen unhör­bar. Nur Jugend­li­che kön­nen noch Töne bis zu 20 kHz hören und somit eini­ge Fle­der­maus­ar­ten mit „tie­fen“ Stim­men wahrnehmen.

Die von den Fle­der­mäu­sen aus­ge­sto­ße­nen Rufe wer­den von Hin­der­nis­sen wie Bäu­men, aber auch von Schmet­ter­lin­gen, Flie­gen und Mücken reflek­tiert. Die­se Echo­lau­te nimmt die Fle­der­maus in den Pau­sen zwi­schen den ein­zel­nen Rufen auf. Dabei kom­men ihnen ihre auf­fäl­lig aus­ge­präg­ten Ohren mit Ohr­de­ckel (Tra­gus) zugu­te. Anhand der Dif­fe­ren­zen zwi­schen den aus­ge­sto­ße­nen Lau­ten und den auf­ge­nom­me­nen reflek­tier­ten Lau­ten sind die Fle­der­mäu­se in der Lage, in ihren Gehir­nen Grö­ße, Ent­fer­nung, Ober­flä­chen­struk­tur und ggfs. auch Bewe­gungs­rich­tung des Hin­der­nis­ses zu berech­nen. Als geschick­te Flie­ger kön­nen sie so flink Hin­der­nis­sen aus­wei­chen und der Beu­te­tie­ren nachjagen.

Unter dem Mot­to „Die Welt mit den Ohren sehen – Phy­sik im All­tag von Fle­der­mäu­sen“ erklärt Dr. Ange­la Fösel vom Lehr­stuhl für Didak­tik der Phy­sik der Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg für Jedermann/​Jederfrau ver­ständ­lich anhand von Ver­suchs­an­ord­nun­gen die natur­wis­sen­schaft­li­chen Grund­la­gen für die­se Meis­ter­leis­tun­gen. Besu­cher kön­nen so anhand von Expe­ri­men­ten in der Son­der­aus­stel­lung des Frän­ki­sche Schweiz-Muse­ums in Tüchers­feld das Ori­en­tie­rungs­ver­mö­gen der Fle­der­mäu­se nachvollziehen.

Die Vor­füh­run­gen fin­den jeweils um 11:00 Uhr, 13:30 Uhr und um 15:00 Uhr statt. Auch in den Pau­sen dazwi­schen ste­hen Frau Dr. Fösel sowie die Mit­ar­bei­ter des Muse­ums den Besu­chern für Fra­gen zur Verfügung.